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Le Pop - Les Filles [Pop]
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Jenseits von Carla Bruni
Das Nouvelle Chanson hat es weit gebracht in den letzten Jahren. Und es waren vor allem die SĂ€ngerinnen, welche die frankophone Songschule zu neuen Höhepunkten fĂŒhrten: Françoiz Breut, Jeanne Cherhal, Coralie ClĂ©ment, Barbara Carlotti, Camille oder Keren Ann. Dabei funktioniert das Spiel mit den ausgefeilten Arrangements mittlerweile auf allen Ebenen. WĂ€hrend Carla Bruni das AushĂ€ngeschild der bunten Prominenten-Magazine ist, sorgt âLe Popâ fĂŒr die musikalische Substanz. Mit der nunmehr sechsten Compilation seit 2002 haben sich die Kölner Labelmacher aus aktuellem Anlass einem Schwerpunkt-Thema gewidmet : âLes Fillesâ, eine kongeniale Sammlung mit starken Stimmen und vielschichtigen Sounds. Eine wunderbare Fortsetzung einer Erfolgs-Serie (âLe Popâ 1-4 und die erste Motto-Ausgabe âLe Pop En Duoâ), die sich international schon rund 70.000-mal verkauft hat.
Sechzehn Chansons dokumentieren auf âLe Pop â Les Fillesâ, dass in der Nouvelle ScĂšne des Jahres 2008 weiterhin Trends geboren und ebenso schnell wieder kĂŒnstlerisch gebrochen werden. Allein schon durch die facettenreiche Bandbreite wird deutlich, dass das weit verbreitete Bild von der dahinsĂ€uselnden, hauchenden Lolita eben nur ein wohlfeiles Franzosen-Klischee ist. Die dunkle, markante Stimme Marianne Dissards. Die edle Eleganz von Barbara Carlotti. Die lĂ€ssige mĂ€dchenhafte Art Coralie ClĂ©ments. Und die durchdringende Schönheit des Gesangs von Françoiz Breut. Sie alle zeichnen ein ganz anderes Bild: Das von einer variantenreichen, reichhaltigen Szene mit ganz verschiedenen selbstbewussten SĂ€ngerinnen. Grund genug, einige der besten Produktionen aus den letzten Jahren auf einem Album kompakt zusammenzufassen.
Dabei verlĂ€sst sich âLe Popâ keineswegs auf eingefĂŒhrte Namen. Gerade das Neue, noch Unbekannte reizt. Eine dieser DebĂŒtantinnen fĂŒr den deutschen Markt ist Constance Amiot, die in Frankreich auf dem inzwischen legendĂ€ren Label tĂŽt Ou tard erscheint. Sie zeigt mit Nachdruck, dass sie gleichermassen viel von Groove und Folk versteht. Amiot trumpft mit ihrem Beitrag âClash Dans Le Tempoâ sogar mit einem ĂŒberaus charmanten Rap auf.
Eine weitere Entdeckung heisst Maud LĂŒbeck, deren unwiderstehliches âLa Parapluieâ ein melodisch-romantisches RegenstĂŒck mit einer Prise von skurrilem Humor ist. Als französische Indie-Sensation des Jahres gilt das Duo Poney Express, deren wunderbarer Uptempo-Pop-Hit âParis De Loinâ nicht nur zwingend partytauglich ist, sondern mit seiner expliziten Neo-Chanson-Note zu einem weiteren Klassiker im Le-Pop-Programm werden kann. Auch zum ersten Mal mit einem eigenen StĂŒck auf âLe Popâ: Marianne Feder, die dem orientalisch-jazzig arrangierten âToi Mon Indienâ mit ihrer bemerkenswert vielseitigen Stimme einen einzigartigen Zauber einhaucht.
Das vielleicht französischste StĂŒck stammt dagegen ausgerechnet aus der Feder eines Amerikaners: Joey Burns (einer der beiden Köpfe von Calexico) hat der Wahlamerikanerin Marianne Dissard einen Parisian Swing auf den Leib geschrieben, der den wunderbar doppelbödigen Text â eine wilde Bettgeschichte mit ungebetenen GĂ€sten â mit viel Verve umsetzt. Sogar ein Akkordeon, bisher eher eine Seltenheit auf âLe Popâ, hat Burns eingebaut und fĂŒr âLes Draps Sourdsâ seiner Fantasie vom französischen Chanson freien Lauf gelassen. Das Video dazu gibts bereits bei YouTube zu sehen (siehe unten).
Ebenfalls aus âNicht-Frankreichâ stammen Maria Törnqvist und Saemundur Karlsson alias Doris Park. Das Duo aus Stockholm (!) zeigt mit dem langsamen Pop-Reggae âJe Ne Te Quitterais Jamaisâ, wieviel Einfluss die französische Welle auch im hohen Norden gewonnen hat. Musikalisch von Boogaerts und Parisot geprĂ€gt, doch mit einer ganz eigenen Note. Hierzulande ebenfalls unentdeckt: das Pariser Electro-Pop-Duo, das sich nach der Programmiersprache C++ benannt hat. âLes Hasardsâ ist ein lockerer Uptempo-Pop mit Witz und Drive samt einem packenden Orgel-Gitarren-Duell. Die junge â und ebenso schöne â SĂ€ngerin Loane steuert mit âLe Petit Bonheurâ einen raffinierten Walzer bei, dessen Ohrwurm-QualitĂ€ten den von Austines âCupide Et Stupideâ in nichts nachsteht.
Dazu kommen wie immer Exklusiv-Tracks, die auf keiner neuen âLe Popâ-Compilation fehlen dĂŒrfen: Das von Kid Loco produzierte Album von Julie B. Bonnie etwa wartet noch auf seine Veröffentlichung â und wird nach aktueller Planung nur online erscheinen. Bei der Klasse ihres funkigen âBonjour Monsieurâ, eine fast schon strĂ€fliche Unterlassung. Marc Collin produzierte âCelle Des Mes 20â von SĂ€ngerin MĂ©lanie Pain, die bereits auf âLe Pop 4â glĂ€nzte: Chanson-Gitarrenpop mit dem unnachahmlichen lasziven Gesangsstil, mit dem bereits Coverproject Nouvelle Vague grosse Erfolge feierte. Pains DebĂŒtalbum ist noch unveröffentlicht und man darf gespannt sein, ob sie eine vergleichbare Karriere wie die ehemalige Nouvelle Vague-SĂ€ngerin Camille einschlĂ€gt.
Ein echter Knaller ist in jeder Hinsicht das SchlussstĂŒck von âLe Pop â Les Fillesâ. Jeanne Cherhal schrieb es als Reaktion auf die reale Soap Opera um die Heirat von PrĂ€sident Nicolas Sarkozy mit Carla Bruni. Die berĂŒhmte SMS mit den Worten âSi tu reviens, jâannule toutâ (zu Deutsch: Wenn du zurĂŒckkommst, sage ich alles ab) war zwar ein Fake, doch der Medienwirbel um Sarkos Liebesleben sorgte nicht nur in Frankreich fĂŒr gehörigen Wirbel. Bisher war das StĂŒck nur auf Cherhals Myspace-Seite zu hören und wurde dort ĂŒber 100.000-mal aufgerufen. Jetzt ist das StĂŒck zum ersten Mal und in einer neuen Version auf CD und Vinyl zu hören. Ebenfalls Premiere feiert der Radio-Mix von Freddas âBarry Whiteâ. Das StĂŒck ist in einer anderen Abmischung auch auf ihrem bei Le Pop Musik erschienenen DebĂŒtalbum âToutes Mes Aventuresâ zu hören. Der einschmeichelnde Slow-Groove ist ĂŒbrigens von ihrem Lebenspartner Pascal Parisot produziert. Beiden haben wir unvergessliche, gemeinsame Auftritte auf der letzten âLe Popâ-Tour zu verdanken.
âLe Pop â Les Fillesâ â ein Motto-Album in bewĂ€hrter QualitĂ€t. Der Erfolg der Serie (die rein rechnerisch bei âLe Popâ Vol.6 angekommen ist) mit neuen Trends des frankophonen Pop wird stilsicher fortgefĂŒhrt: Kompetente Zusammenstellung, unterhaltend frisch und ohne âFillerâ durchzuhören.
Unter dem Motto âLe Pop â Les Fillesâ wird auch die nĂ€chste Tour im Februar/MĂ€rz 2009 durch Deutschland, Ăsterreich und die Schweiz gehen. Mit an Bord dieses Mal: Françoiz Breut, deren aktuelles Album âA LâAveugletteâ gerade bei Le Pop Musik erscheint und Marianne Dissard, deren DebĂŒtalbum âLâEntredeuxâ soeben auf dem gleichen Label veröffentlicht wurde.
Exklusivtitel, die auf âLe Pop â Les Fillesâ ihre Erstveröffentlichung auf TontrĂ€ger feiern:
Julie B. Bonnie âBonjour Monsieurâ, Maud LĂŒbeck âLa Parapluieâ, Doris Park "Je Ne Te Quitterais Jamaisâ, MĂ©lanie Pain âCelle Des Mes 20 Ansâ, Jeanne Cherhal âSi tu reviens, jâannule toutâ
Tracklisting
01 Barbara Carlotti «Mademoiselle Opossum»
02 Fredda «Barry White»
03 Coralie Clément «So Long Babylone»
04 Constance Amoit «Clash Dans Le Tempo»
05 Julie B. Bonnie «Bonjour Monsieur»
06 Maud LĂŒbeck «La Parapluie»
07 Poney Express «Paris De Loin»
08 Marianne Dissard «Les Draps Sourds»
09 Marianne Feder «Toi Mon Indien»
10 Doris Park «Je Ne Te Quitterais Jamais»
11 Mélanie Pain «Celle De Mes 20»
12 Françoiz Breut «2013»
13 Austine «Cupide & Stupide»
14 C++ «Les Hasards»
15 Loane «Petit Bonheur»
16 Jeanne Cherhal «Si Tu Reviens J'Annule Tout»
(Quelle: Groove Attack, 31.10.2008)
FORMAT: CD
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