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CD-DETAILS LE POP - LES FILLES [V.A.]

V.A.

Le Pop - Les Filles [Pop]


RELEASE: 21.11.2008


LABEL: Le Pop Musik

VERTRIEB: Groove Attack


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Jenseits von Carla Bruni

Das Nouvelle Chanson hat es weit gebracht in den letzten Jahren. Und es waren vor allem die Sängerinnen, welche die frankophone Songschule zu neuen Höhepunkten führten: Françoiz Breut, Jeanne Cherhal, Coralie Clément, Barbara Carlotti, Camille oder Keren Ann. Dabei funktioniert das Spiel mit den ausgefeilten Arrangements mittlerweile auf allen Ebenen. Während Carla Bruni das Aushängeschild der bunten Prominenten-Magazine ist, sorgt “Le Pop” für die musikalische Substanz. Mit der nunmehr sechsten Compilation seit 2002 haben sich die Kölner Labelmacher aus aktuellem Anlass einem Schwerpunkt-Thema gewidmet : “Les Filles”, eine kongeniale Sammlung mit starken Stimmen und vielschichtigen Sounds. Eine wunderbare Fortsetzung einer Erfolgs-Serie (“Le Pop” 1-4 und die erste Motto-Ausgabe “Le Pop En Duo”), die sich international schon rund 70.000-mal verkauft hat.

Sechzehn Chansons dokumentieren auf “Le Pop – Les Filles”, dass in der Nouvelle Scène des Jahres 2008 weiterhin Trends geboren und ebenso schnell wieder künstlerisch gebrochen werden. Allein schon durch die facettenreiche Bandbreite wird deutlich, dass das weit verbreitete Bild von der dahinsäuselnden, hauchenden Lolita eben nur ein wohlfeiles Franzosen-Klischee ist. Die dunkle, markante Stimme Marianne Dissards. Die edle Eleganz von Barbara Carlotti. Die lässige mädchenhafte Art Coralie Cléments. Und die durchdringende Schönheit des Gesangs von Françoiz Breut. Sie alle zeichnen ein ganz anderes Bild: Das von einer variantenreichen, reichhaltigen Szene mit ganz verschiedenen selbstbewussten Sängerinnen. Grund genug, einige der besten Produktionen aus den letzten Jahren auf einem Album kompakt zusammenzufassen.

Dabei verlässt sich “Le Pop” keineswegs auf eingeführte Namen. Gerade das Neue, noch Unbekannte reizt. Eine dieser Debütantinnen für den deutschen Markt ist Constance Amiot, die in Frankreich auf dem inzwischen legendären Label tôt Ou tard erscheint. Sie zeigt mit Nachdruck, dass sie gleichermassen viel von Groove und Folk versteht. Amiot trumpft mit ihrem Beitrag “Clash Dans Le Tempo” sogar mit einem überaus charmanten Rap auf.

Eine weitere Entdeckung heisst Maud Lübeck, deren unwiderstehliches “La Parapluie” ein melodisch-romantisches Regenstück mit einer Prise von skurrilem Humor ist. Als französische Indie-Sensation des Jahres gilt das Duo Poney Express, deren wunderbarer Uptempo-Pop-Hit “Paris De Loin” nicht nur zwingend partytauglich ist, sondern mit seiner expliziten Neo-Chanson-Note zu einem weiteren Klassiker im Le-Pop-Programm werden kann. Auch zum ersten Mal mit einem eigenen Stück auf “Le Pop”: Marianne Feder, die dem orientalisch-jazzig arrangierten “Toi Mon Indien” mit ihrer bemerkenswert vielseitigen Stimme einen einzigartigen Zauber einhaucht.

Das vielleicht französischste Stück stammt dagegen ausgerechnet aus der Feder eines Amerikaners: Joey Burns (einer der beiden Köpfe von Calexico) hat der Wahlamerikanerin Marianne Dissard einen Parisian Swing auf den Leib geschrieben, der den wunderbar doppelbödigen Text – eine wilde Bettgeschichte mit ungebetenen Gästen – mit viel Verve umsetzt. Sogar ein Akkordeon, bisher eher eine Seltenheit auf “Le Pop”, hat Burns eingebaut und für “Les Draps Sourds” seiner Fantasie vom französischen Chanson freien Lauf gelassen. Das Video dazu gibts bereits bei YouTube zu sehen (siehe unten).

Ebenfalls aus ‘Nicht-Frankreich’ stammen Maria Törnqvist und Saemundur Karlsson alias Doris Park. Das Duo aus Stockholm (!) zeigt mit dem langsamen Pop-Reggae “Je Ne Te Quitterais Jamais”, wieviel Einfluss die französische Welle auch im hohen Norden gewonnen hat. Musikalisch von Boogaerts und Parisot geprägt, doch mit einer ganz eigenen Note. Hierzulande ebenfalls unentdeckt: das Pariser Electro-Pop-Duo, das sich nach der Programmiersprache C++ benannt hat. “Les Hasards” ist ein lockerer Uptempo-Pop mit Witz und Drive samt einem packenden Orgel-Gitarren-Duell. Die junge – und ebenso schöne – Sängerin Loane steuert mit “Le Petit Bonheur” einen raffinierten Walzer bei, dessen Ohrwurm-Qualitäten den von Austines “Cupide Et Stupide” in nichts nachsteht.

Dazu kommen wie immer Exklusiv-Tracks, die auf keiner neuen “Le Pop”-Compilation fehlen dürfen: Das von Kid Loco produzierte Album von Julie B. Bonnie etwa wartet noch auf seine Veröffentlichung – und wird nach aktueller Planung nur online erscheinen. Bei der Klasse ihres funkigen “Bonjour Monsieur”, eine fast schon sträfliche Unterlassung. Marc Collin produzierte “Celle Des Mes 20” von Sängerin Mélanie Pain, die bereits auf “Le Pop 4” glänzte: Chanson-Gitarrenpop mit dem unnachahmlichen lasziven Gesangsstil, mit dem bereits Coverproject Nouvelle Vague grosse Erfolge feierte. Pains Debütalbum ist noch unveröffentlicht und man darf gespannt sein, ob sie eine vergleichbare Karriere wie die ehemalige Nouvelle Vague-Sängerin Camille einschlägt.

Ein echter Knaller ist in jeder Hinsicht das Schlussstück von “Le Pop – Les Filles”. Jeanne Cherhal schrieb es als Reaktion auf die reale Soap Opera um die Heirat von Präsident Nicolas Sarkozy mit Carla Bruni. Die berühmte SMS mit den Worten “Si tu reviens, j’annule tout” (zu Deutsch: Wenn du zurückkommst, sage ich alles ab) war zwar ein Fake, doch der Medienwirbel um Sarkos Liebesleben sorgte nicht nur in Frankreich für gehörigen Wirbel. Bisher war das Stück nur auf Cherhals Myspace-Seite zu hören und wurde dort über 100.000-mal aufgerufen. Jetzt ist das Stück zum ersten Mal und in einer neuen Version auf CD und Vinyl zu hören. Ebenfalls Premiere feiert der Radio-Mix von Freddas “Barry White”. Das Stück ist in einer anderen Abmischung auch auf ihrem bei Le Pop Musik erschienenen Debütalbum “Toutes Mes Aventures” zu hören. Der einschmeichelnde Slow-Groove ist übrigens von ihrem Lebenspartner Pascal Parisot produziert. Beiden haben wir unvergessliche, gemeinsame Auftritte auf der letzten “Le Pop”-Tour zu verdanken.

“Le Pop – Les Filles” – ein Motto-Album in bewährter Qualität. Der Erfolg der Serie (die rein rechnerisch bei “Le Pop” Vol.6 angekommen ist) mit neuen Trends des frankophonen Pop wird stilsicher fortgeführt: Kompetente Zusammenstellung, unterhaltend frisch und ohne ‘Filler’ durchzuhören.

Unter dem Motto “Le Pop – Les Filles” wird auch die nächste Tour im Februar/März 2009 durch Deutschland, Österreich und die Schweiz gehen. Mit an Bord dieses Mal: Françoiz Breut, deren aktuelles Album “A L’Aveuglette” gerade bei Le Pop Musik erscheint und Marianne Dissard, deren Debütalbum “L’Entredeux” soeben auf dem gleichen Label veröffentlicht wurde.

Exklusivtitel, die auf “Le Pop – Les Filles” ihre Erstveröffentlichung auf Tonträger feiern:
Julie B. Bonnie “Bonjour Monsieur”, Maud Lübeck “La Parapluie“, Doris Park "Je Ne Te Quitterais Jamais”, Mélanie Pain “Celle Des Mes 20 Ans”, Jeanne Cherhal “Si tu reviens, j’annule tout”

Tracklisting
01 Barbara Carlotti «Mademoiselle Opossum»
02 Fredda «Barry White»
03 Coralie Clément «So Long Babylone»
04 Constance Amoit «Clash Dans Le Tempo»
05 Julie B. Bonnie «Bonjour Monsieur»
06 Maud Lübeck «La Parapluie»
07 Poney Express «Paris De Loin»
08 Marianne Dissard «Les Draps Sourds»
09 Marianne Feder «Toi Mon Indien»
10 Doris Park «Je Ne Te Quitterais Jamais»
11 Mélanie Pain «Celle De Mes 20»
12 Françoiz Breut «2013»
13 Austine «Cupide & Stupide»
14 C++ «Les Hasards»
15 Loane «Petit Bonheur»
16 Jeanne Cherhal «Si Tu Reviens J'Annule Tout»

(Quelle: Groove Attack, 31.10.2008)


FORMAT: CD


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