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CD-DETAILS COURT YARD HOUNDS [COURT YARD HOUNDS]

Court Yard Hounds

Court Yard Hounds [Pop]


RELEASE: 14.05.2010


LABEL: Columbia

VERTRIEB: Sony Music


Court Yard Hounds MySpace Amazon 

Während sich Natalie Maines eine Auszeit von unbestimmter Dauer genommen hat, nahmen die beiden verbliebenen Dixie Chicks Emily Robinson und ihre Schwester Martie Maguire ein Album unter dem Namen Court Yard Hounds auf. Der Bandname ist eine Referenz an den Besteller-Roman "City Of Thieves". "Emily und mich hat es ganz einfach gejuckt", erklärt Martie Maguire, "aber jedesmal, wenn wir Natalie anriefen und fragten: 'Bist du bereit?' war sie es nicht. Sie wollte eine richtige Pause."



Die Songs des Albums entstanden überwiegend in Maguires Heimstudio in Austin. Auf dem intimen Folkpop-Werk ist erstmals auch Emily Robison als Lead-Sängerin zu hören, einige der Stücke wurden inspiriert von ihrer Scheidung von Country-Sänger Charlie Robison. "Wenn Natalie einen Song singt, dann muss er sie auch berühren", sagt Emily, "diese Lieder sind sehr persönlich." Das Stück "See You In The Spring" entstand im Duett mit Jakob Dylan.

Obgleich Maguire und Robison betonen, dass sich die Dixie Chicks nicht aufgelöst haben, müssen sie zugeben, dass sie Natalie Maines, die in Los Angeles lebt, nur sehr selten sehen. Das letzte gemeinsame Album der Band "Taking The Long Way", erschien 2006. "Ich hoffe, sie kommt zu einem unserer Konzerte", sagt Martie Maguire, "vielleicht inspiriert sie das ja, wieder Musik zu machen."

(Quelle: Alexandra Doerrie, Another Dimension, 5.5.2010)




Von den seitlichen Bühnenrändern bis nach vorn, ins Licht der Scheinwerfer, sind es streng genommen nur ein paar Meter. Und doch haben Martie Maguire und Emily Robinson einige Jahrzehnte gebraucht, um diesen kurzen Weg zurückzulegen. Als die dienstältesten Mitglieder der Dixie Chicks – sie haben die Band 1989 mitbegründet – sind die zwei Schwestern Millionen von Fans bekannt. Aber es lag auch immer etwas Rätselhaftes in dieser Bekanntheit, denn den ruhmreichen Platz im Licht überließen sie stets jemand anderem. So wurden sie wohl zu den bekanntesten „Nebenfrauen“ der Musikgeschichte. Über Jahre hörten die Fans der Chicks die immer präsenten Begleitgesänge und fragten sich, ob Emily und Martie ihr Schattendasein jemals aufgeben würden.

Und genau das haben sie jetzt unter ihrem neuen Projektnamen Court Yard Hounds getan, mit einem großartigen Debütalbum, auf dem die Schwestern klingen, als wären sie schon ihr ganzes Leben die furchtlosen Frontfrauen gewesen, die sie jetzt sind. Ist diese Band ein Nebenprojekt? Mit dieser Bezeichnung können sie leben. Oder etwas Dauerhaftes? Ja, das auch!

Genau so wenig wie Robinson und Maguire eine Pause in ihrer Verwandtschaft einlegen könnten, ist es den beiden möglich, dauerhaft Abstand von ihrer Musik zu nehmen. Als die Auszeit der Dixie Chicks länger anzudauern drohte, als irgendjemand ursprünglich angenommen hatte, wurde die Ruhe zu einer inneren Unruhe für die beiden arbeitswütigen Musikerinnen. Die Dixie Chicks wurden zuletzt während ihres triumphalen Erfolgs bei der Grammy-Verleihung im Frühjahr 2007 gesehen, wo sie die unglaubliche Leistung vollbrachten, Auszeichnungen für ihr Album, Ihre Single und den Song des Jahres einzuheimsen, nämlich für ihr Album „Taking the Long Way“ und die Single „Not Ready to Make Nice“. Im Anschluss waren sie nicht mehr bereit, ein neues Album aufzunehmen und auf Tour zu gehen, jedenfalls nicht für eine lange Zeit, wie sich herausstellte. Alle drei Chicks genossen die Zeit mit ihren Familien, fernab vom Glanz der Medien – aber nach einer Zeit fühlten sich Maguire und Robinson erholt und hatten den nötigen Enthusiasmus um wieder loszulegen. Zur Vervollständigung der Truppe fehlte aber noch genau ein Drittel – die Sängerin. Die Zurückhaltung der sonst so energiegeladenen Natalie Maine, die sich noch nicht wieder ins Geschäft wagen wollte, brachte ihre etwas schüchterneren Bandkolleginnen schließlich in die Position, das gemütliche Nest zu verlassen.

„Als Natalie zum ersten Mal von einer Auszeit sprach“, sagt Maguire, „fühlte ich diese echte Angst in mir. Ich fragte mich, wann gehen wir wieder auf Tour? Das ist es, was ich brauche! Was soll ich sonst tun? Ich hab doch keinen College-Abschluss!“, erinnert sie sich lachend. Zum Glück haben sich die beiden nicht in der Abendschule eingeschrieben, sondern sich selbst beigebracht, eine neue Band zu gründen. Die Chicks haben sich nicht aufgelöst, aber Court Yard Hounds ist auch nicht einfach nur ein Lücken-Projekt. „Sony sieht das Ganze als die Etablierung einer neuen Band, wir sehen es eher als ein neues Kapitel in unserer Musikgeschichte“, so Maguire. „Wir werden auf jeden Fall auf Tour gehen und auch noch ein Album machen. Ich bin sicher, dass es nicht nur ein Einmal-Projekt ist, mit dem wir kurz loswerden wollen, was uns bewegt, ein paar Songs aufnehmen, um dann zurück in unser bequemes Leben zu gehen.“

Maguire übernimmt den Gesang auf ihrer Solo-Komposition „Gracefully“, der Rest des Albums wird von Robinsons Stimme dominiert, die die Songs an einem entscheidenden Wendepunkt ihres beruflichen und persönlichen Lebens geschrieben hat. „Während des ersten Jahres unserer Auszeit merkte ich, dass ich unruhig wurde und wieder kreativ werden musste um nicht durchzudrehen“, sagt Robinson. „Zur gleichen Zeit wurde ich auch noch geschieden – von dem Texaner Sänger und Songwriter Charlie Robinson – und so fiel der Wunsch, wieder Songs zu schreiben, auf sehr fruchtbaren Boden.“

Die persönlichen Songs, die Robinson schrieb, gaben die klare Richtung vor, in die sich das Album entwickeln würde. Sobald bekannt wurde, dass die Schwestern an einem neuen Projekt arbeiteten, entstanden die ersten Gerüchte darüber, dass sie sich mit dem neuen Album auf ihre Wurzeln zurückbesinnen würden – auf die Zeit, in der sie während ihrer Teenager-Jahre gemeinsam in einer Bluegrass-Band spielten, deren Einflüsse sich später auch im Country-Rock der Dixie Chicks Geltung verschafften. Die Vorstellung ist nicht völlig abwegig; sogar Maguire dachte daran, dass es Spaß machen könnte, zur Musik ihrer Jugend zurückzukehren. „Ich erinnere mich an eines unserer ersten Gespräche, in dem ich zu Emily sagte: ‚Würdest du gern eine Bluegrass-Band gründen?’ Mir gefiel die Vorstellung, weil ich in meinem Studio einige Melodien aus meiner Vergangenheit mit der Geige aufgenommen hatte. Und Emily sagte, ‚Nein, eher nicht. Das ist nicht die Richtung, in die ich gehen will.’“ Beide lachen darüber, wie weit von dieser Idee das Album Court Yard Hounds nun ausgefallen ist.

„Auch wenn wir Bluegrass spielten“, sagt Maguire, „hörten wir viel mehr Rock, Folk-Rock und alternative Musik und natürlich Singer/Songwriter-Stücke. Und heute kann ich viel Shawn Colvin in Emilys Songs und in ihrer Stimme heraushören. Weil sie meine Schwester ist und weil sie durchmachen musste, was sie eben durchmachte, brachten mich viele der Songs zum Weinen. Zu hören, wie sie singt und wie sie sich auf diese Weise öffnet und sich damit angreifbar macht, das ist sehr mutig, denke ich.“

Von der Musik ihrer anderen Band wissen Fans, wie viel Maguire und Robinson mit ihren Songs preiszugeben bereit sind: von „You Were Mine“, einer Ballade über die Scheidung ihrer Eltern, die auf dem zwölffach platinprämierten Album „Wide Open Spaces“ erschien, bis zu „So Hard“, einem Song auf „Taking The Long Way“, der das Thema Unfruchtbarkeit anspricht, mit dem sich beide auseinandersetzen mussten, bevor sie ihre jeweiligen Kinder bekamen. Aber die Art von offenen Emotionen auf dem neuen Album kommt von den zwei Schwestern, die ihre tiefen Gefühle bislang immer von einer anderen Stimme ausdrücken ließen, trotzdem ziemlich überraschend.

Anstatt das Album mit einem bombastischen Eröffnungshit zu starten, war es Maguires Idee, den Hörer mit dem gedämpften Song „Skyline“ auf das Album einzustimmen, der von Robinsons Blick aus ihrem Loft auf San Antonio in der Dunkelheit inspiriert wurde. Der Song beginnt mit Robinson, die sich nur mit einer akustischen Gitarre ausgestattet von ihrer zärtlichsten Seite zeigt, bis dann das Schlagzeug einsetzt und Maguire der melancholischen Ballade mit ihrer beruhigenden Geige eine liebliche Note verleiht. Im Anschluss wird das Tempo schneller; die Handlung aber bleibt in Texas: Die Gute-Laune-Hymne „The Coast“ besingt die Küste; allerdings weder die Ost- noch die Westküste, sondern die Südküste der USA. Das Thema Texas bestimmt auch „See You in the Spring“, Robinsons Duett mit Jakob Dylan, einer verzerrten Geschichte über ein Paar, dessen Liebe unter keinem guten Stern steht. Die Liebenden stammen aus dem äußersten Norden und dem äußersten Süden des Landes und müssen feststellen, dass das größte Hindernis ihrer Liebe die klimatischen Unterschiede sind. Schnellere Songs reichen von der von Selbstzweifeln behafteten Leichfertigkeit einer Frau in „Then Again“ zu der aufwühlenden Empörung in „Ain’t No Son“, einem Rock-Song aus der kurzsichtigen Perspektive eines wütenden und missbilligenden Vaters. Songs über die Liebe variieren zwischen Freude und Schmerz: „Fairytale“ birgt romantische Verzauberung, während bei den Trennungs-Songs „April’s Love“ und „It Didn’t Make A Sound“ kein Happy-End in Sicht ist.

Der ursprüngliche Anstoß für Robinson, wieder Songs zu schreiben, war es Musik für ein neues Dixie-Chicks-Album vorzubereiten. Als aber klar wurde, dass für die Auszeit der Gruppe kein Ende in Sicht war, begann sie für andere Künstler oder Filmprojekte zu schreiben. Das Problem dabei: Die Demos fielen viel zu persönlich aus, um sie an andere weiterzugeben, was ganz besonders in der Flut von E-Mails ihrer Schwester nach jedem Demoband deutlich wurde. Maguire warnte sie darin: „Wenn du das an andere weitergibst, töte ich dich.“

Und plötzlich kam der Wendepunkt: Auch wenn Robinson nie in Erwägung gezogen hatte, die Hauptstimme zu singen – nicht einmal in den späten 80er und frühen 90er Jahren, als die Chicks mit der ein oder andere Frontfrau arbeiteten, bevor Maines gefunden wurde – gab es eine plötzliche Übereinkunft darüber, dass es nach 20 Jahren Begleitgesängen Zeit wurde, die nächste Ebene zu beschreiten. Aber das dafür notwendige Selbstbewusstsein war in Robinson und Maguire noch so schwach ausgeprägt, dass bis zum vollständigen Ablegen ihrer Scheu noch eine Menge Arbeit nötig war.

In Texas sind die Schwestern schon seit ihrer Vor-Teenagerzeit als Wunderkinder bekannt. Von ihren musikalischen Eltern unterstützt und angetrieben, die sie von Festival zu Festival schleppten, schloss sich Martie schon im Alter von 12 ihrer ersten Band „Blue Night Express“ an. Einige Jahre später stieß Emily im Alter von 10 dazu. Aber bei all dem Musikunterricht, den sie nahmen, gab es doch keine Übung, die ihnen ihre geschwisterliche Harmonie hätte beibringen können. Diese entstand durch all die Konzerte, die sie sich gemeinsam im Bluegrass-Umfeld ansahen, und höchstwahrscheinlich auch durch etwas, was beide im Blut haben.

„Es liegt immer Geborgenheit in der Gruppe“, sagt Maguire. „Emily und ich sind von unserer Persönlichkeit her froh, andere zu unterstützen und nicht selbst im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Ich erinnere mich, wie unsere Mutter uns ins Wohnzimmer zerren musste, damit wir in Gesellschaft spielten. Es ist anders als das, was du von vielen Sängern hörst. Sie sagen ‚Oh, und als ich zwei war, bin ich auf den Tisch gestiegen und habe Songs rausgeschmettert!’ Wir waren sehr zurückhaltend, schon in frühster Kindheit. Bei diesem Album war es jetzt schön zu entdecken, dass wir auch diese andere Seite haben und dass diese Seite schnell rauskommt. Unser Selbstbewusstsein ist jeden Tag weiter gewachsen.“

Und Robinson fügt hinzu: „Es kann ziemlich einschüchternd sein, wenn du mit jemandem singst, der Natalies Kraft hat. Martie und ich waren immer Begleitsängerinnen, die einfach ihren Platz im Ganzen suchten. Es war eine sehr lehrreiche Arbeit für uns beide – denn Martie übernimmt auch bei einem Song den Hauptgesang – unsere eigenen Stimmen zu finden und zu entdecken, wie sie klingen, nachdem wir so lange nur versucht haben, uns gesanglich einzufügen. Es steckt eine Menge Arbeit darin, und es liegt noch eine Menge Arbeit vor uns, wenn wir bei Konzerten versuchen werden, diese Stimmen zu finden. Aber ich hatte das Gefühl, dass ich diese Songs singen konnte, weil sie mir etwas bedeuteten. Es war nicht so, als wollte ich einfach nur irgendein Lied singen. Es war sehr persönlich.“

Nachdem Robinson einen großen Teil des Materials mit Gitarrist Martin Strayer vorbereitet hatte, fanden sie sich im Mai 2009 mit Koproduzent Jim Scott in Maguires Studio ein. Eine zweite und letzte Aufnahmerunde folgte im Oktober. „Es ging unglaublich schnell, verglichen mit der Zeit, die ein Chicks-Album normalerweise braucht“, lacht Maguire. „Ich liebe jeden Song, den Emily geschrieben hat. Du kannst keinen Sound aufbauen, wenn du nicht die richtigen Songs hast.“ Es blieb aber ein kleiner Rest von Unsicherheit darüber, ob die Songs für die öffentliche Verbreitung geeignet waren: „Wir waren uns klar darüber, dass wir am Schluss wissen würden, ob das Ganze zu einem Album taugen wird. Und für den Fall, dass es nicht so sein sollte, hatten wir das Vertrauen in uns selbst, ehrlich genug zu sein und zu sagen, ‚Das war eine tolle Übung, aber die Platte wird nicht veröffentlicht.’“

Nachdem klar wurde, dass das eigene Veto nicht notwendig sein würde, war der letzte noch fehlende Aspekt der Bandname. Court Yard Hounds stammt aus dem Roman „City of Thieves“ von David Benioff, den Robinson gelesen hatte. In diesem Buch taucht an einer Stelle ein weiteres fiktives Buch mit dem Titel „The Courtyard Hound“ auf. Emily stellt aber klar, dass den letzten Ausschlag ein Zitat daraus gegeben hat: „Ein Zitat darüber, wie Inspiration kommt und geht. Die Grundidee ist, dass es so etwas wie ‚Jahreszeiten des Talents’ gibt und dass dich dein Talent zu einem gewissen Zeitpunkt zwangsläufig verlässt und du daher das Beste daraus machen musst, solange du die Inspiration hast.“ Es ist nicht schwer zu erkennen, wie sehr dieser Gedanke sich in Maguire und Robinson verwurzelt hat. Momentan sind sie nicht bereit, ihr Talent für ein weiteres Jahr oder nur einen einzigen Monat brach liegen zu lassen.

Es war eine bewusste Entscheidung, Medien und Gerüchteküchen zu meiden, solange das Album noch in der Entstehung war. „Ein Grund für mich, die Katze nicht so schnell aus dem Sack zu lassen“, sagt Robinson, „war, dass jedes Mal, wenn ich jemandem von dem Projekt erzählt habe, als Antwort bekam, ‚Und wen wollt ihr als Sängerin engagieren?’ Ich sagte dann direkt ‚Nun, wir wollen es mal selbst versuchen.’ Bis wir die Musik hatten und sie den Leuten vorspielen konnten, war es schwer zu erklären, was wir vorhatten. Für uns war es wichtig, zuerst die Musik fertig zu machen, um unser Selbstvertrauen zu stärken.“

Als Teile der Dixie Chicks sind Maguire und Robinson es gewohnt, dass ihr Privatleben und ihre Gedanken öffentlich durchleuchtet werden. Einige Court-Yard-Hounds-Hörer werden jetzt vermutlich eifrig jeden einzelnen Text Wort für Wort unter die Lupe nehmen... und dieser Impuls ist auch nicht völlig unbegründet, wenn man bedenkt, dass die Schwestern schon vorher tief empfundene Songs geschrieben haben, wenn sie auch von Natalie gesungen wurden. Es ist kein Geheimnis, dass Robinsons Scheidung einen Großteil des Materials beeinflusst hat, aber die Schwestern raten jedem davon ab, das Album als eine Art Tagebuch zu lesen. „Alle, von unserem Manager bis zu unserer Plattenfirma, denken schon, dass es komplett autobiographisch ist. Dass alles echt und persönlich ist“, sagt Robinson. „Und es IST auch persönlich. Aber nicht alles stammt wirklich aus meinem Leben, auch wenn die Leute das denken werden. Ich sage besser, dass 70% wahr sind. Aber ich sage nicht, welche 70% das sind“, lacht sie. „Sollen sie doch raten!“

Wie soll man das Projekt Court Yard Hounds richtig einordnen? Als Newcomer-Band? Als das Eitelkeitsprojekt von Superstars? Es ist weder das eine noch das andere, aber Maguire und Robinson geben zu, dass es schwer zu bestimmen ist, wo genau sie sich derzeit befinden. Klar ist, dass sie von den Stadien füllenden Erfolgen ihrer Vergangenheit einige Gänge zurückgeschaltet haben. „Es ist, als wären wir in einer neuen Band, dann aber wiederum ist es nicht so“, sagt Emily. „Also müssen wir auf diesem Grat wandern. Wir haben bestimmte Ansprüche für uns selbst, aber wir haben noch nicht die Mittel, um für all das zu zahlen. Es ist aufregend, einen Schritt zurückzugehen und sich wieder ganz hineinzustürzen. Es ist eine Menge Arbeit, aber wir hatten auch niemals Angst, uns selbst unter Beweis zu stellen und hart zu arbeiten. Der einzige Unterschied zu der Zeit, in der wir angefangen haben, ist, dass wir jetzt Familien haben und es wichtig ist, die Balance zu halten.“

Und vermutlich muss irgendwann auch noch die Balance mit dieser berühmten anderen Band gehalten werden. „Für viele Menschen ist die große Frage, was mit den Chicks passiert. Wenn es so weit ist, werden wir einen Weg finden, die beiden Bands zu vereinen“, sagt Robinson. „Natalie ist die Erste, die uns auf ganzer Linie unterstützt. Sie will gerade nur nicht selbst im Studio stehen und den ganzen Prozess wieder durchmachen. Martie und ich lieben es zu arbeiten und etwas zu schaffen, daher war die Auszeit schwierig für uns. Wenn wir jetzt in der Lage sind, uns diesen Wunsch zu erfüllen und die Dixie Chicks gleichzeitig nicht auseinanderzureißen – warum sollten wir das nicht schaffen? Wir werden uns bemühen, eine eigenständige Einheit zu bilden, und Spaß dabei haben.“

Wenn Fans von nun an Maguire und Robinson sehen, sei es am Bühnenrand oder im Scheinwerferlicht, werden sie das mit einem erweiterten Sinn für die Persönlichkeiten der Schwestern tun, die immer allgegenwärtig schienen und doch für so viele Jahre nicht wirklich greifbar waren. Ihr freundliches Lächeln und ihre netten Worte für die Fans in den ersten Reihen hat ihnen den Ruf der „Freundlichen“ eingebracht. Die Songs auf Court Yard Hounds machen die Schwestern nicht nur greifbarer sondern auch komplexer in ihren Persönlichkeiten.

„Die Leute wollen klar sehen, wer wer ist“, sagt Robinson über ihre traditionellen Rollen als Dixie Chicks. „Martie ist die Nette, die lächelt. Ich bin die Stille und Natalie ist die Lebhafte. Und wenn du all das durcheinanderwirfst und dich den Leuten in einem anderen Licht präsentierst, verwirrst du sie. Und ehrlich, so sehr der Song „Then Again“ davon handelt, dass ich niemals etwas durcheinanderbringen will, so sehr bin ich mit dem Alter an einem Punkt angelangt, an dem mir die Meinung anderer Menschen nicht mehr so wichtig ist.“

Das Warten hat sich nicht nur gelohnt, es war auch notwendig. „Ich denke nicht, dass ich das alles vor fünf oder zehn Jahren mit Martie hätte tun können“, sagt Emily. „Ich war zu ängstlich, zu schüchtern, zu ‚O nein, das kann ich nicht.’ Jetzt denke ich, wenn es einigen Menschen nicht gefällt, ist das OK.“ Hier geht es nicht um Schoßhündchen: Die Court Yard Hounds sind bereit losgelassen zu werden. „Selbst wenn wir nur 10 Prozent der Fans haben werden, die wir früher hatten, oder wenn wir nur neue Fans haben, was auch immer... daraus lässt sich etwas machen.“

(Quelle: Sony Music, 2010)


FORMAT: CD


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