| CD-DETAILS WIEN / FOAN [MOLDEN, ERNST] | ||||||
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Molden, ErnstWien / Foan [Country / Folk]RELEASE: 12.09.2008LABEL: MonkeyVERTRIEB: Broken SilenceWEBSITE: www.ernstmolden.atWIEN Mitten in der Heurigengegend, der natĂŒrlichen Wiege des wehmĂŒtig sĂŒĂlichen Wienerlieds, auf jenem Anstieg zum Kahlenberg, der den gemĂŒtlichen Namen âEiserne Handâ trĂ€gt, âdort, wo der Mond ĂŒberm Elektromasten stehtâ, liegt die Heimat zweier missbrauchter Geschwister. Seit sie ihren Peiniger, den bösen Onkel, selbst gerichtet haben, leben sie dort in den BĂ€umen. Willkommen im Wien des Ernst Molden, wo hinter der tĂ€uschenden Leichtigkeit eines von seiner schĂŒrfenden E-Gitarre aufgerauten, beschwingten Beats verlĂ€sslich die schwĂ€rzeste Story lauert. Es war letztes Jahr rund um die Veröffentlichung seines erfolgreichen letzten Albums âBubenliederâ, da lud die verehrte Wiener Musik- und Radiopersönlichkeit Willi Resetarits Ernst Molden in seine Sendung âTrost und Ratâ ein. Die beiden sangen zusammen ein paar von Moldens Liedern und eine steinerweichende Version von Townes van Zandtâs âPancho & Leftyâ. âBeim Bier nachher in der Funkhaus-Kantine hat er mich gefragt, ob ich ihm einen Song schreiben könneâ, erzĂ€hlt Molden, âDas war dann die âHammerschmidgossnâ. Die spielt der Willi seit Herbst auch mit seiner Stubnblues-Band.â Jene Eloge auf eine StraĂe, die das bĂŒrgerliche Grinzing mit der proletarischen Heiligenstadt verbindet, sollte sich als eine von Moldens bisher stĂ€rksten gesungenen Wiener Geschichten mit unzweifelhaft autobiographischen Aspekten erweisen. âI foig ana foischn Spurâ, heiĂt es da, aber gerade dieses Verwerfen von SentimentalitĂ€t umflorter Erinnerungen an âdie gröĂte Gstettn im Bezirkâ und den â insbesondere im Kampf gegen die HeiligenstĂ€dter Gang â so krĂ€ftigen Jugendfreund Privoznik macht den Nachklang der Nummer umso tragischer: âI sog servas zu meina Gossn, und de Gossn griaĂt net retour.â Eine von seiner eigenen Formation (Heinz Kittner am Schlagzeug, Hannes Wirth und Stephan Stanzel von A Life, A Song, A Cigarette an Gitarre und Bass) begleitete, im inbrĂŒnstigen Duett mit Resetarits gesungene Version der âHammerschmidgossnâ hat es nun als âExtraâ-StĂŒck auf Moldens neuestes Werk geschafft, dessen schlichter, aber kĂŒhner Titel âWienâ das groĂe Konzept eines StadtportrĂ€ts suggeriert â schon wieder eine falsche Spur, entsprang dieses Album doch vielmehr als ungeplante Wucherung der rastlosen Imagination des Vielschreibers Molden. ZunĂ€chst ging es bloĂ um eine EP etwas Ă€lterer, zu Unrecht ĂŒbersehener Lieder wie âWiesenliegenâ, âNach dem Regenâ oder das subtile Selbstmorddrama âHotelâ, aber dann folgten noch weitere Sessions mit Kittner, Stanzel, Wirth und Backing-Vokalistin Sibylle Kefer, sowie GĂ€sten Alex Meissl (Bass), Rainer Krispel (Stimme) Robert Rotifer (Gitarre) in Daniel Grailachs âTonkombĂŒseâ genanntem Heimstudio, alles unter der pedantischen Aufsicht des MĂŒnchner KlangkĂŒnstlers und Vinylfetischisten Kalle Laar. Molden lernte Laar ĂŒber dessen Frau Augusta kennen, mit der er 1998 die von Nick Cave geleitete Klasse der Wiener Schule fĂŒr Dichtung zum Thema des Lovesong besucht hatte. âIrgendwannâ, erzĂ€hlt Molden, âhat die dann den Kalle als neuen Liebsten - und spĂ€teren Gatten - angebracht. Dann haben wir bei zwei Alben ĂŒber Kooperationen nur geredet, und seit den âBubenliedernâ tun wirâs auch.â Und wie. Bei der gemeinsamen Arbeit entwickeln der Songschreiber und sein Produzent einen fĂŒr AuĂenstehende kaum nachvollziehbaren kritischen Blick auf jede kleinste FĂ€rbung in Moldens Vortrag, wobei Laar Molden mindestens so oft zum Stehenlassen wie zum Ăberdenken seiner zumeist live mit der Band eingespielten Takes fordert. So kommen dann auch mitreiĂend nackte Momente wie der bloĂ von einer böse schnarrenden Akustikgitarre begleitete âLuegerplatzâ zustande, eine Nummer ĂŒber ein oft vergessenes Eck der Wiener Innenstadt, die Molden wĂ€hrend des Wartens auf die Aufnahme-Session auf einer Parkbank schrieb und prompt in ihrer rauesten Urform verewigte. Auf der anderen Seite des Wienflusses im dritten Bezirk verkehren die Figuren aus âSankt Elisabethâ, zwischen dem gleichnamigen katholischen Krankenhaus und dem verlotterten LandstraĂer Bahnhof, wo die Polizisten die Verbrecher und die Verbrecher das Geld ordnen. Jenseits des Donaukanals wiederum, wo in und um die Rustenschacher Allee des Nachts die Ă€rmsten Huren der Stadt auf den Strich gehen, spielt die dĂŒstere Geschichte des Titelsongs âWienâ, gleichzeitig ein zeitgenössisches Pendant und â in seinem ungeziert mitfĂŒhlenden Ton â ein polarer Gegensatz zum Zynismus von Gerhard Bronners legendĂ€rer âEngelmacherinâ. Es ist eine Welt, in der sich Molden als sprachverliebter Schriftsteller und leidenschaftlicher Liebhaber der Wiener Gruppe schon auf seinen Alben âNimm mich Schwesterâ, âHaus des Meeresâ und âBubenliederâ umsah, lange bevor es wieder modern wurde, die Verbindungen zwischen Helmut Qualtinger und den guten Seiten des sogenannten Austropop zu erkunden. Folglich kennt sich auch keiner in dieser Welt so gut aus wie er, der sich dieser Tage statt der gern als hochtrabendes QualitĂ€tsprĂ€dikat missbrauchten Bezeichnung âSongwriterâ eigentlich lieber einen âLiedermacherâ nennt. âIch komme aus Wien. Ich kann nichts dafĂŒrâ, sagt Ernst Molden, âUnd ich hĂ€tte es viel schlimmer treffen können. Ich bewege mich von Zeit zu Zeit aus Wien fort, eine Art seelisches Gummiband zieht mich wieder zurĂŒck. âWienâ ist die Platte, mit der ich der Welt meine Stadt zeige. Wo man dort wohnt, wo man dort heult, wo man lacht, wo man begraben sein will und wo man sich kĂŒsst.â Es gibt ĂŒbrigens auch schon ein GegenstĂŒck zu âWienâ, nĂ€mlich "Foan", eine Platte ĂŒbersetzter âuaspringlich auslendischa nummanâ aus dem anglo-amerikanischen Kanon, mit der Molden umgekehrt seiner Stadt die Welt zeigen will. Parallel lassen wir uns von "Wien" durch Ernst Moldens Stadt fĂŒhren und mit auf die âOstfahrtâ nehmen, wo uns im Zugabteil die MĂ€dchen âStille Nacht auf Russisch singenâ, solange âniemand kommt das zu verbietenâ, bis hinein in den FrĂŒhling, wenn wir mit seinen Liedern im Kopf in den Wiesen liegen werden, samt âAmeisen mit Nudeln im Geschirrâ, denn âDas Leben gibt uns Waffenstillstand, solangâs in dieser Muschel braustâ. Was fĂŒr eine Platte. Pressestimmen: "Ernst Molden, (noch) ungekrönter heimischer Meister in Sachen Schreiberei von Liedern die das Herz massieren. Gesungene Literatur aus der Feinkostabteilung. Immer ein wenig seltsam. Ergreifend schön. GĂ€nsehaut. Und dann noch diese Stimme, oder besser gesagt Unstimme: immer belegt absolut unverkennbar, eine Trademark." (Augustin, lamma, Mai 2008) "Moldens neue Alben zĂ€hlen zum Schönsten, das je im österreichischen Pop aufgenommen wurde." (Die Presse, Samir H. Köck, Juni 2008) "Molden hat die hohe Kunst im Kopf und das tiefe Wien im Herzen." (Falter, Wolfgang Kralicek, April 2008) "Soviel Wahrheit und Herzblut ist eine Ausnahmeerscheinung." (the gap, Werner Reiter, Mai 2008) "Molden hat sich so leise wie unaufhaltsam an die Spitze der Liedermacherszene gespielt, gesungen, getextet." (concerto, Dietmar Hoscher) "Ein Genius loci beginnt seine Reise in die Welt der groĂen Songs und kommt dabei bei sich an." (skug, G. Bus Schweiger, April 2008) "Bewegend. Mehr Worte braucht es nicht." (Kurier, mw, April 2008) "Es gelingt ihm eine Vorfreude auf den Sommer zu wecken, indem er ĂŒber stinkende KanĂ€le und die in Wien unvermeidlichen alten Wiener Frauen mit Hund singt. Der Mann liebt es Geschichten zu erzĂ€hlen und sie dann in musikalische Form zu bringen. Wenn die Wien-Werbung mutig wĂ€re, wĂŒrde sie Molden als musikalisches Testimonial nehmen." (Sound&Media, Mai 2008) "Wie nur wenigen gelingt es Ernst Molden, Literatur und Musik zu kleinen Kunstwerken zu verbinden. Seine Songs erschaffen gewissermaĂen Parallelwelten, sie sind wie surreale Kurzfilme, die dennoch vom Hier und Jetzt erzĂ€hlen." (ORF, April 2008) "Man möge mich des Nepotismus zeihen â aber wie könnte ein Magazin wie Wienlive ohne einen Fingerzeig auf das wundersamste, zĂ€rtlichste, berĂŒckendste Wienalbum des Jahres auskommen? Insofern ist es nur wĂŒrdig und recht, hier Ernst Molden aufs Podest zu bitten." (Walter Gröbchen, Wienlive, April 2008) "Es ist höchst an der Zeit, dass einer seine Heimatstadt Wien musikalisch neu vermisst. Und zwar einer wie MoldenâŠ" (Fredi Themel, Now!, April 2008) "⊠DichterfĂŒrsten mit musikalischen AmbitionenâŠ" "Seine Texte könnte im Feuilleton des Standard stehen, seine Melodien treffen mit ihrem melancholischen Touch die Seele von weiten Teilen des österreichischen Volkes. Vor allem aber hat seit Falco und einigen wenigen Austro-Poppern keiner mehr so schön ĂŒber Wien gesungen wie Ernst Molden." (Fresh:music, Mai 2008) "Willkommen im "Wien/Foan" - dem neuesten Streich des sprachverliebten Geschichten-ErzĂ€hlers⊠SpĂ€testens seit dem Album "Bubenlieder" (2006) gehört Molden zu den FixgröĂen der deutschsprachigen Liedermacher Szene." "âŠwenn wir mit Molden in den "Wiesenliegen" gewinnt der "Cohen von Wien" an Leichtigkeit." (wienweb, Raffael Frick, MĂ€rz 2008) (Quelle: Robert Rotifer, Monkey, Januar 2008) FORMAT: CD (ltd. Edition)
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