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CD-DETAILS MäDCHEN KOMMEN IMMER ... AN'S ZIEL [SELINA]


Foto: Jens Koch

Selina

Mädchen kommen immer ... An's Ziel [Deutsch RockPop]


RELEASE: 15.08.2008


LABEL: EMI

VERTRIEB: EMI Music

WEBSITE: selina-musik.de

Mädchen kommen immer ... An's Ziel MySpace Amazon 

"Mädchen kommen immer..." zum Ziel. Auf kaum jemanden passt dieser Satz besser als auf Selina. Im Alter von 12 gewinnt das Nachwuchstalent bei "KI.KA" einen Gesangswettbewerb und lernt dabei Jeanette Biedermann kennen. Die Sängerin und ihr Produzent Jörg Weisselberg sind so beeindruckt von der Persönlichkeit und Stimme der kessen Selina, dass sie sich dazu entschließen, mit ihr gleich ein ganzes Album mit besagtem Titel aufzunehmen. Als Selina im letzten Jahr für die Verfilmung des in Deutschland sechs Millionen Mal verkauften Bestseller-Buches "Freche Mädchen" vorspricht und -singt, überzeugt sie erneut - diesmal den Produzenten Ulli Limmer und die Regisseurin Ute Wieland, die sie prompt für die weibliche Hauptrolle der Hanna besetzen. Kein Zweifel: Irgendetwas muss an der heute 15-jährigen Selina Shirin Müller dran sein, dass sie sich immer wieder durchsetzen kann.

Lauscht man dem Single-Vorboten "Ich bin nicht mehr ich" ihres Debütalbums merkt man deutlich: Selina hat neben einer durch jahrelangen Gesangsunterricht gut trainierten Stimme etwas, dass man mit Geld nicht kaufen oder erlernen kann - nämlich Wiedererkennungswert, den gewissen Soul in der Stimme und eine besonders im Hinblick auf ihr junges Alter unglaubliche emotionale Ausdrucksstärke. "Mir wird gerade in letzter Zeit häufig gesagt, dass ich über eine erstaunliche Ausdrucksfähigkeit verfüge, nicht nur mit meiner Stimme, sondern auch vom Verhalten her", analysiert Selina ihren musikalischen Tiefgang. Und überdies: Welche Nachwuchssängerin kann schon von sich behaupten, einen erstklassigen Vocal-Coach à la Jeanette Biedermann an seiner Seite zu haben? Das deutsche Multitalent war es auch, die Selina ermutigte, ihre eigene Stimme zu finden. "Wenn ich mal Probleme mit den Höhen hatte, dann redeten Jeany und Produzent Jörg mir so lange zu, bis ich es noch mal versuchte. Ich war dann immer erstaunt von mir selbst, weil ich mir vorher nicht zugetraut hätte, wie hoch ich eigentlich singen kann, denn normalerweise fühle ich mich eher in den tieferen Regionen zuhause. Im Nachhinein bin ich stolz darauf und denke mir jedes Mal: ?Cool, das die beiden das aus mir rausgekitzelt haben.'"

Den Titelsong von FRECHE MÄDCHEN "Ich bin nicht mehr ich" gibt die aus dem hessischen Wetzlar stammende Künstlerin auch bei ihrem Schauspieldebüt zum Besten. Dort singt sie das Lied in der Rolle der rothaarigen Hanna für ihren Freund. "Das Stück ist im Film mit einer etwas blamablen Situation verbunden", lacht die Jungdarstellerin. "Ich stehe auf der Bühne bei einem Gesangscasting. Vorher bin ich mit einem weißen Kleid durch den heftigen Regen gelaufen - und es ist total durchsichtig. Mein Freund ist sowieso dagegen, dass ich bei dem Wettbewerb mitmache, weil er so was total peinlich findet." Die Rolle zeigt durchaus Parallelen zum echten Leben der Selina, denn auch sie wurde bei einem Stimmen-Wettbewerb entdeckt. Wie schon LaFee und Mandy Grace Capristo (Monrose), nahm auch Selina am "Kiddy Contest" des ORF teil . Bei KI.KA - Live" gewann sie 2006 den Titel "Beste Stimme", wodurch es zu einer ersten Zusammenarbeit mit Jurorin Jeanette Biedermann kam. Die erfahrene Popsängerin schrieb mit ihrem Freund Jörg Weisselberg den von Selina im letzten Jahr gesungenen KI.KA-Geburtstagssong "Dein Tag", der sich jetzt auch auf ihrem Debüt-Album "Mädchen kommen immer..." wiederfindet. "Das alles war ein echter Glücksfall", meint Selina. "Bei ?Popstars' oder ?DSDS' hätte ich aber niemals mitgemacht. Ein halbes Jahr in so einer Sendung zu sein, ist doch viel zu krass und nervenaufreibend."

In die Hauptfigur Hanna konnte sich Selina auch auf persönlichem Level gut hineinfühlen. "Ich denke, ich habe ihre Probleme verstanden, weil sie mir in manchen Dingen ziemlich ähnlich ist", meint sie. "Hanna ist peinlich veranlagt. Ich selbst bin nicht nur ein bisschen peinlich veranlagt, sondern total. Wo man sich blamieren kann, ich kriege es hin. Außerdem ist Hanna chaotisch, etwas verwirrt und verpeilt. Aber sie weiß auch, was sie will. Sie hat Ehrgeiz, und sie macht ihr eigenes Ding - auch wenn ihr Film-Freund sagt, ?ich finde das scheiße'. Trotzdem sind ihr die Menschen um sie herum unheimlich wichtig. Ohne ihre Leute, zum Beispiel ihre beste Freundin, könnte sie niemals leben." Der Titel "Ich bin nicht mehr ich" passt aus noch einem weiterem Grund bestens zu Selina: "Ich würde behaupten, dass ich in den acht Wochen Drehzeit fast komplett diese Hanna war. Ich war natürlich auch noch irgendwo ich selbst, aber wenn der Drehtag vorbei war, musste ich wirklich erst mal bewusst umschalten." Und für die Rolle ließ sie sogar Haare: "Ich habe echte Tränen vergossen, als mir meine lange dunkle Mähne abgeschnitten wurde", erinnert sie sich heute mit einem Lachen zurück. Denn ihre Haare sind längst wieder gewachsen, Selina ist wieder 100-prozentig sie selbst und kann in ihrer authentischen Musik das ausleben, was sie ist. Das muss nicht immer nur süß und sympathisch sein. Sie kann auch schon mal frech und direkt werden, wenn ihr einer dumm kommt. So setzt Selina mit dem rotzig-provokanten Stück "Mädchen sind die besseren Jungs", aus dem auch die Zeile des Albumtitels stammt, eine rockige Marke im Geschlechterkampf. "Mein bester Freund hat immer gelästert: ?Was könnt ihr Mädchen eigentlich? Ihr könnt nichts besser als wir Typen! Außer vielleicht Schminken und sich Anziehen!' Wir haben diese Diskussion oft geführt. Dieser Song ist meine kleine Rache", meint Selina verschmitzt.

In ihr steckt eben auch eine Rebellin, die schrille Tüllröcke mit Ringelsocken und halbhohen Stiefeln kombiniert und damit ein bisschen daherkommt wie die Cyndi Lauper des 21. Jahrhunderts. Die privat am liebsten deftigen Punkrock, Indie, Metall und Emo hört und trotzdem ihren ganz eigenen, melodischen Pop-Rock-Stil gefunden hat. "Es würde ja auch gar nicht zu mir passen, wenn ich jetzt schon rumschreien würde, für später könnte ich mir aber gut vorstellen, noch rockiger zu werden", meint Selina selbstsicher. Zu ihren persönlichen Favoriten der Musikwelt zählen u.a. Amy Lee von Evanescence und Avril Lavigne: "Avril hat einen geilen Style und 'ne tolle Stimme, wobei ich sie früher noch besser fand, als sie einfach noch cooler und rotziger war", hält Selina mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg. Bei den Männern macht bei ihr ausgerechnet Nirvana-Sänger Kurt Cobain das Rennen, der schon das Zeitliche segnete, als Selina gerade mal ein Jahr alt war. "Mein Zimmer ist plakatiert von seinen Postern. Er ist der tollste Typ überhaupt. Und Pete Wentz von Fall Out Boy - der ist auch geil." Letzterer gehört mit zu den Aushängeschildern der weltweiten Trendwelle Emo, die gerne mit einem Hang zum Depressiven und dem Phänomen des "Ritzens" in Verbindung gebracht wird. Ein Teenager-Problem, das auch Selina nicht unerschüttert lässt und sie zum sensiblen Song "Verdammt am Leben" inspirierte.

Das hymnische "Hau mit mir ab" klingt indes nach spontanem Schulabbruch. Selina lacht: "Schule ist jetzt nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Ich zähle manchmal sogar die Tage, bis sie endlich vorbei ist. Aber ich weiß auch, dass es sein muss", siegt bei ihr dann doch wieder ihre reife Seite. Als Schülerin der 9. Klasse guckt sie ganz genau, was um sie herum passiert. "So genannte krasse Jugendliche, die von anderen schief angeguckt werden, sind enge Freunde von mir. Vielleicht habe ich mich jetzt schon wieder ein bisschen von ihnen gelöst, aber auf mich hatten sie sowieso nie einen schlechten Einfluss. Ich habe nie nach dem Motto über sie geurteilt: ?Iiiiih, die rauchen, die sind doch noch viel zu jung dafür.' Ich habe einfach nur die Menschen gesehen. Das ist mir immer das Wichtigste." Rückblickend würde Selina sogar sagen, dass sie jene Zeit ziemlich verändert hat. "Durch diese Leute bin ich so geworden, wie ich jetzt bin", reflektiert sie. "Als ich 12 Jahre alt war, haben sie mir durch gute Gespräche ziemlich geholfen, denn da weiß man ja noch nicht so wirklich, was man will oder wer man ist. Die Suche nach dem eigenen Ich hält mitunter ein Leben lang an. Aber zurzeit bin ich einigermaßen zufrieden mit mir", meint Selina.

Sie hat auch allen Grund dazu. Auch wenn ihr hin und wieder immer noch jene sympathischen Missgeschicke passieren, die sie mit der Filmperson Hanna verbinden. Erst neulich wieder. "Da stand ich in einem Kosmetikladen vor der Kasse und hatte es unheimlich eilig. Direkt hinter mir war dieser Typ mit seiner Freundin oder Schwester. Ich dreh mich schnell um, renne voll gegen ihn und drücke dabei aus Versehen meine Lippen auf seine Wange. Oh, Gott, war mir das peinlich", schüttelt sie den Kopf. Selinas Leben scheint filmreif. Und deshalb kommt man gar nicht umhin, die Frage aller Fragen zu stellen: Was ist Selina denn nun wichtiger, Schauspiel oder Gesang? "Musik ist mein Leben", zögert sie nicht lang, "aber beim Filmdreh hatte ich echt eine geile Zeit mit den Leuten. Es hat so viel Spaß gemacht, dass ich wohl immer ja sagen werde, wenn ich die Möglichkeit zum Schauspielern habe. Dennoch ich bin mir sicher: Mit der Musik hat es bei mir angefangen, und mit der Musik wird es auch aufhören." Bis dahin ist aber glücklicherweise noch ganz viel Zeit, um Selinas Stimme in unseren Ohren wirken zu lassen.

(Quelle: EMI)


FORMAT: CD


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