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CD-DETAILS TAKES [ROCHé, BRISA]

Roché, Brisa

Takes [Rock / Alternative]


RELEASE: 29.02.2008


LABEL: Discograph

VERTRIEB: Alive!


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Nach einem ersten Album namens "The Chase", das 2005 auf dem legendären Label "Blue Note" erschien und bei Presse und Publikum gleichermaßen Anklang fand, kehrt die amerikanische Künstlerin Brisa Roché mit einem neuen Album zurück. Die in Kalifornien aufgewachsene Singer/ Songwriterin legt nun fünfzehn Pop-Edelsteine vor, welche die Lücke zwischen dem kalifornischen Psych-Folk der Mamas and Papas und der Velvet-Underground-geprägten New Yorker Szene nahtlos schließt. 15 Pop-Perlen aufgenommen und gemixt von Henry Hirsch (Lenny Kravitz, Vanessa Paradis) und Yeah Yeah Yeahs' Gitarrist Nick Zinner.

„Ich habe versucht einen Weg zu finden mein neues Album TAKES zu beschreiben. Die Franzosen meinen, dass es kalifornisch klänge. Ich vermute mal wegen dieser verträumten Art, die Harmonien übereinander zu schichten. Und ich muß zugeben, dass TAKES eine gute Portion San-Francisco-Feeling abbekommen hat. Ich tendiere dazu, das Album als eine Mischung aus drogeninfizierten New-York-Sound, Westcoast-Psych-Pop mit Folk-Einschlag und britischer Theatralik zu beschreiben.“ Brisa Roché

"Und der rote Hengst wiehert abends in den Kalksteinen..."

Eine junge, erwachsene Frau mit schwarzen Haaren fährt Rollschuh und nimmt dabei eine Einkaufstasche mit, in der sich ein Kuchen befindet, den sie selbst zubereitet hat. Genauso wie die Suppe - beides Beiträge für ein Abendessen mit Freunden. In Paris, wo sie überwiegend lebt, genießt sie die Zeit, die sie mit ihnen verbringt ebenso wie ihre Einsamkeit, was ihre Freunde öfter bekümmert. Inmitten dieser zwei Seiten eine Jugendzeit, die nicht von Pappe ist. Sie bezeichnet sich als wilden Geist und in ihrer Art Musik zu machen als naturbegabt.

Ihre Eltern waren Hippies. Sie sagt, dass sie sich schon sehr früh erwachsen gefühlt und so weder Segen, noch Fluch kindlicher Unbekümmertheit erfahren habe. Sie hält Ausschau nach Regeln und Anhaltspunkten während ihre Eltern meinen, die völlige Freiheit auszuleben. Dennoch findet sie darin ihre Persönlichkeit, saugt die ganze Musik der Epoche in sich ein und bekommt ihre erste Gitarre. Eine Zuflucht und gleichermaßen eine Garantie! Als sie fünf Jahre ist, bricht ihr Vater zu einer langen Geschäftsreise auf. Später trifft sie ihn wieder, wird Zeuge seiner kleinen Schiebereien und folgt ihm auf seinen rastlosen Wegen. Er stirbt. Sie ist allein. Wieder bei ihrer Mutter, weiht sie ein Saxophonist in die Welt des Jazz ein und sie beginnt, Standards zu singen. Eine Reise durch Südfrankreich löst in ihr den Wunsch aus, diese Sprache zu erlernen und es offenbart sich ihr eine andere Kultur... In Paris sprechen sich ihre Auftritte in den Clubs von Saint Germain in Windeseile herum und verheißen eine große Zukunft: ein Debütalbum, das die Kritik geradezu mit Eigenschaftswörtern überhäuft. Ich behalte davon "sinnlich" und "heftig" zurück.

Sie trinkt Tee. Ihre Augen glänzen blau und strahlen eine ruhige Kraft aus. Geboren wurde sie im nordkalifornischen Arcata. Dort leben 16 000 Seelen. Die Sommer sind dort mild und regnerisch. Die Winter zeichnen sich vor allem durch Naßkälte aus.

Vom Amerika ihrer zurückgezogenen Jugend behält sie ein Andenken, das gleichermaßen unverkünstelt und cinematographisch, überwältigend und furchterregend ist: die Erinnerung an jenes Haus, mitten im Sand erbaut und umschlossen von einem Eukalyptuswald. Der Wind macht aus diesem Kreis an Bäumen ein gefräßiges Maul, das allem ein Ende bereiten will. Sie liebt dieses Brüllgeräusch, das sich noch oberhalb von San Francsico vernehmen lässt. In dieselbe Rubrik fallen auch folgende Geräusche: der verzweifelte Gesang dort anzutreffender Pelikane (der von Musset als "das reine Schluchzen" beschrieben wurde), der aufheulende Motor eines startenden Autos, die Stimmen der Eltern...

Aber natürlich kommen noch jede Menge andere Verweise dazu. Sie selbst nennt St John Perse, dessen Bild vom "roten Hengst" ich mir für dieses Porträt geborgt habe, weil es auf sie so perfekt zugeschnitten ist wie eine Destroyer-Gitarre. Und da wären noch Edna St Vincent Millay oder Italo Calvino. Sie schreibt und komponiert. Heute hat sie das Gefühl, ihren künstlerischen Zielen gerechter geworden zu sein als beim Vorgängeralbum "The Chase". Dies erschien beim renommierten Label Blue Note, der Wunschtraum eines jeden Jazzmusikers. Doch sie hat diese Zeit als schweren Traum erlebt, der sie erschöpfte und den Wunsch nach einer genre-sprengenden Vielfalt unerfüllt ließ. Nun gibt es sogar von ihrem neuen Album eine Vinyl-Ausgabe, da für sie die gute alte LP etwas Sinnliches, etwas Bleibendes verkörpert. So wie eine störrische Bärin aus Kalifornien ihr furchtloses Junges nicht aus den Augen lässt, ist dieses Album erdacht, bemuttert und gehütet worden. Von Grund auf und mit flinker Kralle. "Ich beiße immer mehr ab als ich kauen kann".

Die Augen größer als der Magen! Nun gut, aber welch ein Ergebnis liegt uns dafür nun vor! Die Selbstporträts auf der Plattenhülle - in ihrer ungezwungen Art, sich allen Kunstformen (sie selbst hat übrigens im Januar in Paris ihre erste eigene Kunstausstellung) zu öffnen, typisch amerikanisch - ergänzen ein gereifte, aber dadurch nicht minder extreme Sensibilität. "Ein halbes Jahr lang habe ich den Atem angehalten. Mein Leben ist verschwunden gewesen." Das mag hier bereits in den Bereich der Somatologie vordringen, aber es ist auch ein Weg, sich der erkannten Wünsche zu bemächtigen, Blut und Wasser zu schwitzen und die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Diese Signatur spricht für sich: "Brisa Roché takes"

Philippe Lefait, September 2007

Philippe Lefait ist einer der bekanntesten Fernsehjournalisten Frankreichs. Seit 1999 leitet er die beliebte Sendung, "Des mots de minuits", in der er 2005 Brisa Roché interviewte. Was Lefaits Geschmacksicherheit in musikalischen Dingen betrifft, könnte man ihn als den "französischen Roger Willemsen" bezeichnen.

"Ich habe die Skizzen für TAKES alleine in meinem Dorf im Norden Kaliforniens aufgenommen. Ich war selbst überrascht von der 68er-Atmospähre, die sich dabei einschlich und mir half, eine Musik zu entwickeln, die viel femininer klingt und weit mehr Folk- und Psychedelia-Elemente enthält als ich es voraussehen konnte. Im Süden Frankreichs, zwischen Weinreben und Bergen, habe ich diesen Aspekt immer weiter kultiviert. Mir ging es darum, das Intime und Organische meiner Musik zu betonen - aber unterstützt von einfühlsamen Musikern, mit denen sich die Intensität einer Symbiose erfahren lässt. Jetzt überreiche ich Ihnen diese Platte, die aus mehreren Naturen besteht: aus derjenigen des Augenblicks, der Erde und der meinigen. Ich bin darüber sehr glücklich."

Brisa Roché

(Quelle: Sven-Erik Stephan, Beatsinternational, 2008)


FORMAT: CD


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