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CD-DETAILS LES CHRONIQUES DU 75, EN ATTENDANT L'APOGéE [SEXION D’ASSAUT]

Sexion D’Assaut

Les Chroniques Du 75, En Attendant L'Apogée [HipHop / Rap]


RELEASE: 08.04.2011


LABEL: Epic

VERTRIEB: Sony Music


Les Chroniques Du 75, En Attendant L'Apogée Facebook MySpace Youtube Amazon 

Die Medien können sich irren, aber nicht die breite Öffentlichkeit. Mit mehr als 350.000 verkauften Exemplaren ihres ersten Studioalbums „L’Ecole Des Points Vitaux“ (Die Schule des Wesentlichen) haben Sexion D’Assaut bewiesen, dass sie den französischen Rap der 2010er Jahre verkörpern – und dass trotz aller Kontroversen, die in den Presseberichten über das talentierte Pariser Kollektiv einen ebenso hohen Stellenwert hatten wie die Musik selbst. Einige Veröffentlichungen – aber zum Glück nicht alle – wollten sogar Parallelen zu „Arthur und den Minimoys“ sehen. Aber lassen wir das...



Jetzt kommt es vor allem darauf an, was als Nächstes passiert. Wie verarbeitet man so eine Flutwelle der Aufmerksamkeit? Die acht Mitglieder von Sexion D’Assaut haben darauf eine einfache Antwort: mit Musik. Mit guter Musik. Und mit Bildern. Ihren eigenen Bildern. Ja, ihr neues Hybrid-Produkt „En Attendant L’Apogée“ ist eine Kombination aus Mixtape, Dokumentation, Video-Zusammenstellung und neuem Album. „Es ist ein Übergangsprojekt zur Vorbereitung auf das neue Album ‚L’Apogée‘“, erklärt Barack Adama. „Eine CD/DVD, die wir drei sehr arbeitsintensive Monate lang produziert haben“. Und Lefa fügt hinzu: „Wir hatten bei der Aufnahme einen Mixtape-Ansatz; es gibt Sprünge, da ist nicht unbedingt ein roter Faden in allen Stücken, es handelt sich um Aufnahmen, die stimmungsabhängig sind. Wir haben sogar darüber nachgedacht, das ganze Ding von einem DJ mischen zu lassen, aber am Ende haben wir entschieden, dass es das Beste ist, die Stücke einfach laufen zu lassen.“



Die DVD enthält Videos zu den 20 neuen Songs auf dem Album. Einige wurden von dem Team gefilmt, das auch die Dokumentation „Hype Means Nothing“ gemacht haben; andere sind im Straßenclip-Format mit Handkameras gedreht. Die Dokumentation ist sehr umfassend. „Wir haben die Dinge betrachtet, über die Menschen nachdenken, die Dinge, zu denen ständig Fragen auftreten“. Das Album nimmt auch noch einmal die Kontroversen unter die Lupe, die die Vergangenheit der Gruppe geprägt haben. Lefa: „Wir erklären, wie wir Dinge innerhalb des Kollektivs betrachtet haben. Es gab viel Gerede über die Kontroverse, und wenig darüber, was wir danach getan haben, um das alles wieder gut zu machen. Wir waren so sehr in die ganzen Diskussionen verwickelt und am Schluss so von den Medien belagert, dass wir uns schließlich darauf besannen, dass wir in erster Linie Künstler sind und uns auf unsere Kunst konzentrieren sollten.“

Und die Kunst ist die große Stärke der Sexion: 20 unwiderstehliche neue Stücke, darunter potenzielle Hits wie „Paris Va Bien“ (Paris geht es gut), „Breh“ oder „À Bout De Souffle“ (Atemlos), ein Rückblick auf den Medienansturm von 2010. „Wir waren so verflochten in die Kontroverse und Leute, die keine Ahnung hatten, was überhaupt passiert war, erteilten uns Ratschläge. Es gab so viel Gerede und es kursierten so viele falsche Behauptungen, es war wirklich frustrierend. Darum bringt die Sexion so viele düstere Nummern und dann wieder andere, die sehr lebhaft sind, es kommt ganz auf die Stimmung an.“

In den „Chroniques Du 75“ (den Chroniken von Paris, dem 75. Departement Frankreichs) folgt Pointe auf Pointe, gelegentlich im Solo-Modus (wie bei „Ra-Fall“) und die Jungs haben Spaß, auch wenn sie immer darauf bedacht sind, den Tiefgang in der Stimmung und in den Texten beizubehalten. „Vu La Haine Que J’Ai“ (Bei all der Wut, die ich habe) ist ein erstklassiges Beispiel dafür: Die elliptischen Reime sagen eine Menge über die textliche Intensität aus, die diese bemerkenswerte Gruppe hervorbringen kann. „Erfolg ist nicht beliebt, Armut ist viel anziehender“, sagt Adams Diallo, „besonders in Frankreich. So sind die Menschen. Wenn du aus armen Verhältnissen stammst, siehst du es nicht gerne, wenn die Leute Erfolg haben, die vorher in der gleichen Scheiße wie du steckten.“

„Ich kann nicht wie Molière schreiben“, bemerkt Adams Diallo in „A.D.“. „Das liegt daran, dass ich schlecht in Französisch bin. Dazu gab es Kommentare im Internet, aber das heißt nicht, dass ich nichts zu sagen hätte oder dass ich keine großartigen Pointen bringen könnte.“ Und genau das stellt das Stück unter Beweis – mit dominierenden Klavierklängen und beeindruckenden Texten.

„Cramponnez-vous“ (Haltet euch fest) nimmt eine raue, gewalttätige Haltung an: „Was dich nicht umbringt, macht dich stärker/Wir leben noch, also bist du tot.“ Eine Botschaft an neidische Rapper und an all die Leute, die diese Gruppe von Pariser MCs unterschätzen, die ein Talent dafür haben, die brutalsten Texte mit den eingängigsten Melodien zu kombinieren – wie zum Beispiel mit dem musikalischen Thema in „Paris Va Bien“, das aus Ini Kamozes großartigem Reggae-Klassiker „Here Comes The Hotstepper“ stammt. „Boyz’N The Hood“ – in Moll gehalten und mit einem Text, der Anspielungen auf „Billie Jean“ und auf „brennenden Beton“ enthält – holt zwei der Sexion-Mitglieder ins Rampenlicht, die man ansonsten viel zu selten sieht oder hört: die zwei subtilen Textakrobaten J.R. und Doumams.

„Wir wollten auch die Typen, die man nicht so oft sieht, nach vorne bringen. Und dazu gehören Doumams – der nicht bei den großen Hits dabei ist – JR und Black M, der in der Regel auf den Konzeptstücken auftritt und dessen Stimme auch auf „Vu La Haine Que J’Ai“ zu hören ist. Auch wenn das Album klingt wie ein Mixtape sind wir immer noch Perfektionisten.“ Und tatsächlich ist das Ausmaß ihrer Entwicklung offensichtlich. Sexion D’Assaut sind seit „Désolé“ (Tut mir leid) und „Casquette À L’Envers“ (Kappe verkehrt herum) gereift.

Das Endergebnis ist ein vielfältiges Album voll von Überraschungen und Spielereien, von Bewegung und Sound, von Inhalt und Form – ein Abenteuer, das als Mixtape begann und zu einer Bereicherung der modernen Hip-Hop-Szene geworden ist. Als Vorbereitung auf „L’Apogée“ zeigt das Album, warum das Kollektiv so „gefürchtet wie Amin Dada“ ist, auch wenn die Mitglieder in einem Höhenflug ihres eigenen Ego behaupten, nur „30%“ gegeben zu haben. Lefa: „ Ich will nur sagen, wenn wir wirklich alles gegeben hätten, wäre das Ganze einfach viel zu viel für euch gewesen!“

(Quelle: Sony Music, 2011)


FORMAT: CD


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