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CD-DETAILS BLACK ROCK [BONAMASSA, JOE]

Bonamassa, Joe

Black Rock [Rock / Alternative]


RELEASE: 19.03.2010


LABEL: Provogue/Mascot

VERTRIEB: Rough Trade

WEBSITE: www.jbonamassa.com

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Für Bluesrocker Joe Bonamassa hat sich mit seinem neuen Album „Black Rock“ ein Kreis geschlossen: Hat er doch dafür gemeinsam mit Blues-Altmeister B.B. King dessen Song „Night Life“ neu eingespielt: Der von Country-Ikone Willie Nelson verfasste Song war 1967 auf Kings Live-Album „Blues Is King“ zu hören. Und eben jener B.B. King war es einst gewesen, der Joe Bonamassa entdeckt hatte, als er den gerade mal Zwölfjährigen als Opener einer seiner Shows live erlebte. King nahm den Youngster umgehend als Mentor unter seine Fittiche. „Nach unserer ersten gemeinsamen Show in Rochester nahm er mich auf Tour, und ich war damals für 20 Konzerte mit ihm unterwegs – er hat mir damals den ersten kleinen Durchbruch beschert“, erinnert sich Bonamassa knapp zwei Dekaden später. Der Meister selbst beschrieb es kurz nach der ersten Begegnung so: „Das Potenzial dieses Kids ist unglaublich, Joe hat noch nicht einmal begonnen, an der Oberfläche zu kratzen. Er ist einzigartig!“



Joe Bonamassa trifft mit seinem Verständnis von Bluesrock den Nerv von Musikliebhabern wie Kritikern. Nicht nur in den Blues-Charts der „Musikbibel“ „Billboard“ hatte er mit seinen letzten Veröffentlichungen stets den Spitzenplatz gepachtet. Auch in Europa spielt er längst in der Champions League des Genres: Neben seinem um einiges älteren Kollegen Walter Trout lockt er die meisten Besucher in seine Shows und verkauft in schwierigen Zeiten die meisten Platten. Bonamassa bedient den Geschmack der Blues- und Rockfans – und beide Lager versorgt er nun mit „Black Rock“ erneut bestens.

„Wir sind im Juni und Juli 2009 direkt nach der ´Royal Albert Hall-Tour´ nach Griechenland gegangen, um das neue Album dort aufzunehmen und den Live-Kick unmittelbar mit ins Studio zu nehmen“, erzählt Bonamassa. „Die Jungs meiner Band waren richtig gut drauf, auch wenn wir vom langen Touren ein wenig geschafft waren. Aber wir waren so gut eingespielt und wollten die Live-Energie, diesen Bühnendruck auch auf Platte dokumentieren.” Übrigens: Seinen Titel verdankt das neue Album (Nachfolger der DVD „Live From The Royal Albert Hall“ und der Studio-CD „The Ballad Of John Henry“) dem Entstehungsort, den Black Rock Studios auf der griechischen Insel Santorini. „Wir wollten ein bisschen mehr ´World´-Feeling erforschen – das war der Antrieb, dorthin zu gehen“, erläutert Produzent Kevin Shirley, wie es zum Ausflug zu diesem eher ungewöhnlichen Aufnahmeort und die Einbeziehung einheimischer Instrumente wie Bouzouki und Clarino kam.

„Mit diesem Album schließe ich im Grunde an die Zeit um das Jahr 2000 und mein erstes Soloalbum an – die Rockkomponente ist diesmal stärker betont, auch wenn der Blues nicht ganz in den Hintergrund getreten ist. Nur habe ich mich im Vergleich zu damals sowohl als Sänger wie auch als Performer enorm weiter entwickelt“, charakterisiert Bonamassa selbst die neue Platte . Und sich noch groß über seine Qualitäten als Gitarrist auszulassen, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Gleiches gilt für die Klasse seiner inzwischen langjährigen Mitstreiter: Studioveteran Kevin Shirley saß wieder im Produzentensessel, am Schlagzeug saßen Anton Fig und Bogie Bowles, als Bassist war Carmine Rojas dabei, in die Keyboardtasten griff Rick Melick. Bonamassa: „Also genau die Besetzung minus die beiden Bläser, die im vergangenen Jahr auch in der Royal Albert Hall mit mir auf der Bühne standen!“

Arbeitsreich war 2009 für Joe Bonamassa – und es bescherte ihm seine bislang größten Erfolge. Nicht nur, dass ihn die Leser der Fachmagazins „Guitar Player“ zum dritten Mal in Folge zum „Besten Bluesgitarristen des Jahres“ kürten und sein letztes Studiowerk „The Ballad Of John Henry“ abräumte. Vielmehr war da auch noch besagtes Gastspiel auf den Brettern der legendären Londoner Royal Albert Hall, bei dem auch noch sein Förderer Paul Jones (Sänger/Harpspieler der Blues Band und BBC-Moderator) sowie sein Idol Eric Clapton zu ihm auf die Bühne kamen. „Das war einfach ein großartiger Moment, sicher das bisherige Highlight meiner Karriere. Ich würde lügen, wenn ich behauptete, dass es nicht der größte Gig war, den ich je, den ich bislang gespielt habe – absolut fantastisch! Aber es wäre gefährlich, sich darauf auszuruhen und sich damit zufriedenzugeben! Es warten noch einige Gipfel, die erklommen werden wollen. Mein erstes Ziel ist es jetzt, erst einmal diese Qualität zu stabilisieren, gute Shows und gute Platten zu bieten – das wird letztendlich immer das Ziel bleiben“, zeigt sich Bonamassa der Tatsache bewusst, dass der Gipfelsturm zwar auch nicht einfach ist, es aber noch schwieriger wird, die Liga zu halten.

Und noch einmal zum Thema Clapton: „Er ist mein hero of heroes! Er hat mein Gitarrenspiel letztlich definiert – ich ware heute ein ganz anderer Gitarrist, hätte es ihn nicht gegeben. Dasselbe gilt auch für B.B. King, der mein Spiel fundamental beeinflusst hat, wobei es es schwierig ist, prozentmäßig auszudrücken, wer wie viel ausgemacht hat.“

Mit „Black Rock“ dürfte es Bonamassa problemlos gelingen, seinen Spitzenrang im heutigen Bluesrock-Geschehen zu festigen. Und das nicht nur wegen der Kooperation mit B.B. King. Von der schwärmt Produzent Kevin Shirley übrigens geradezu euphorisch: „Sie haben eine ausgelassene Version dieser Willie-Nelson-Nummer mit einem Stones-Vibe geschaffen, wobei sie beide gesungen haben und B.B. King seine Gitarre Lucille gespielt hat. Für mich war es eine große Ehre und Freude, dass ich mit einer solchen Legende zusammenarbeiten durfte!“

Eine Mischung eigener Songs und einmal mehr ausgefallener Coverversionen hat Bonamassa für „Black Rock“ aufgenommen. „Ich habe kein Egoproblem bei der Songauswahl, habe kein Problem damit, eigene Kompositionen wegzulassen, wenn ich meine, eine andere Nummer passt besser“, unterstreicht er selbst. „Robert Plant hat eine Nummer vorgeschlagen, die wir auch gemacht haben“, berichtet der 32-Jährige mit Hinweis auf Bobby Parkers „Steal Your Heart Away“. Und er ließ den Fremdvorlagen wieder seine ganz eigene Behandlung angedeihen, drückte ihnen seinen unverkennbaren Stempel auf. Ob es sich um Jeff Becks „Spanish Boots“ handelt, Leonard Cohens „Bird On A Wire“, dem er eine beschwingte Frischzellenkur und einen Schuss Mittelmeer-Flair verpasste, oder Blind Boy Fullers „Baby, You Gotta Change Your Mind“, das er in einer beinahe ergreifenden Akustikversion präsentiert. Oder „Three Times“ A Fool“ aus der Feder von Otis Rush. Dass er mit offenen Ohren auch außerhalb des Blueslagers lauscht, demonstriert er dadurch, dass er John Hiatts “I Know A Place“ oder James Clarks „Look Over Yonder Wall“ bearbeitete. Und dann wären da noch die Eigenkreationen, die wohl mit am meisten überraschen dürften: Leicht orientalische wie irische Elemente ließ er in „When The Fire Hits“ oder „Quarryman´s Lament“ einfließen, auf dem er zudem mit einem überaus gefühlvoll-getragenen Solo brilliert.

Sein 20-jähriges Jubiläum als Profimusiker hat Joe Bonamassa 2009 gefeiert, und immer noch ist er mit demselben Enthusiasmus zugange, den er als Zwölfjähriger an den Tag legte, als er B.B. King auffiel. Oder wenig später auch Stevie Ray Vaughan, der ebenfalls zu seinen Förderern gehörte und mit dem Bonamassa (hinter den Bühnenkulissen) zusammenspielte. „Black Rock“ ist sein achtes Studio- und zehntes Soloalbum ingesamt, zu denen noch zwei DVDs („Live At The Rockpalast“ und „Live From The Royal Albert Hall“) kommen. Und dann wäre da ja auch noch sein Plattendebüt, das er 1994 als Mitglied der Band Bloodline einspielte und den Gruppennamen als Albumtitel trug. Mit Waylon Krieger (Sohn von Doors-Gitarrist Robby Krieger), Erin Davis (Miles Davis´ Sprössling) und Berry Oakley Jr. (Sohn des Allman Brothers-Mitglieds) spielte er damals zusammen, doch inzwischen steht er längst auf eigenen Beinen. Und längst sind auch die Zeiten Vergangenheit, als er im Vorprogramm anderer Stars wie Buddy Guy, Robert Cray, Foreigner, Stephen Stills, Joe Cocker oder Gregg Allman tourte. Längst füllt er selbst dies- und jenseits des Atlantiks große Hallen – die ersten Europa-Gigs für 2010 sind bereits gebucht: Nachdem zwei Gastspielen in Moskau im Februar geht es durch die USA, dann Australien, und ab Mai steht England auf dem Spielplan, ehe er im Juni nach Deutschland kommen wird. Auf 200 Auftritte im Jahr kommt Joe Bonamassa im Schnitt – und veröffentlicht dazu alljährlich eine Platte, ohne dass dabei die Kreativität leiden würde, wie „Black Rock“ belegt. „Es geht immer weiter und hoffentlich weiter aufwärts“, bringt der Künstler es selbst auf den Punkt.

Joe Bonamassa live - Tourdates 2010

  • 04.06.: Rüdesheim, Magic Bike Festival
  • 05.06.: Ulm, Ulmer Zelt
  • 15.07.: München, Tollwood Festival (mit Jeff Beck)
  • 16.07.: Winterbach, Zeltspektakel
  • 17.07.: Hamburg, Stadtpark
  • 19.07.: Bonn, Museumsmeile (mit Jeff Beck)
  • 20.07.: Tuttlingen, Honbergsommer


(Quelle: Alexandra Doerrie, Another Dimension, 2010)


FORMAT: CD


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