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CD-DETAILS LISTEN TO [LITTLE RED]


Klingt wie deine zukünftige Lieblingsband live im Wohnzimmer
Foto: Plattenfirma

Little Red

Listen To [Rock / Alternative]


RELEASE: 26.02.2010


LABEL: Lucky Number

VERTRIEB: Rough Trade


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In ihrem Heimatland Australien sind Little Red zu einem der heißesten Acts avanciert. Sie haben den „Garage To V Festival“-Wettbewerb gewonnen, mit Gruppen wie Vampire Weekend oder Spoon die Bühne geteilt und bereits über 40.000 Einheiten ihres Debütalbums abgesetzt.



Ihre Einflüsse bezieht das Quintett aus einer weitreichenden Palette unterschiedlichster künstlerischer Couleur, von The Strokes und The Shins über den frühen Elvis, von Folk-Musik-Ikone Bob Dylan bis hin zu Sam Cooke, von Nick Cave über die Beatles bis hin zu Lou Reed – nicht zu vergessen all die fast schon obskur wirkenden Gospel- und Doo-Wop-Anleihen, die bei näherer Betrachtung der leidenschaftlich vorgetragenen Lyrics mehr als offensichtlich sind und die Schönheit musikalisch ausformulierter Gefühle auf direkte und unverfälschte Art und Weise zum Ausdruck bringen. Insofern ist die Bezeichnung „Doo-Wop-Punk“, wie die Jungs ihre Musik selbst scherzhaft nennen, gar nicht so weit hergeholt, wie sie auf den ersten Blick vielleicht erscheinen mag.

Entstanden ist die Band aus einer Kinderfreundschaft heraus, benannt nach einem Kanon der Chicagoer Blues-Legende Willy Dixon, der es mit dem Stück „Little Red Rooster“ über eine Coverversion von den Rolling Stones sogar mal indirekt auf die Pole-Position der UK-Charts geschafft hat.

„Als ich noch jünger war, wollte ich vor allem eins haben: Superkräfte“, erinnert sich Gitarrist Dominic fröhlich an seine Kindheit zurück. „Musik und Kunst waren für mich jedoch die einzigen Bereiche, in denen ich das Gefühl hatte, Superkräfte vorfinden zu können. Sicherlich gibt es auch Leute, die aus Worten allein eine irrsinnige Kraft beziehen können, aber im Zusammenspiel mit Harmonien, Melodien und Akkorden hat sich für mich eine ganz neue Welt aufgetan, die in mir bisher unbekannte Energien freigesetzt hat.“

Sich das Debütalbum „Listen To“ der fünf Australier anzuhören ist pure Freude – so als bekäme man ein spontanes Wohnzimmerkonzert seiner zukünftigen Lieblingsband in den eigenen vier Wänden geboten. Die Jungs versprühen den unverbrauchten Charme von grünschnabeligen Anti-Helden aus klassischen Teen-Movies, wenn sie im Geiste eines James Dean oder Sal Mineo auf ihre Instrumente eindreschen anstatt Autos zu frisieren, um sich von Natalie-Wood-ähnlichen Mädels dabei zusehen zu lassen. Denn sie wissen vielleicht nicht, was sie tun, aber sie tun es mit einer Inbrunst und Leidenschaft, die Gänsehaut verursacht und mit zitternder Hand das Innerste berührt.

„Listen To“ ist ein geschickter Mix aus all dem, was sie in ihren eigenen Plattenkisten vorgefunden haben und als Einflüsse bezeichnen würden – von schimmernden Westcoast-Harmonien bis zu modernen R’n’B-Arrangements über Schnippsel aus Punk, Doo-Wop und Soul. Little Red wurden bereits als Mischung aus The Strokes und den Beach Boys oder Soundtrack zum Bewusstseinsverlust von Peggy Sue auf dem alljährlichen Jahrestreffen einer x-beliebigen Absch(l)ussklasse bezeichnet.

Bereits die erste Single „Coca Cola“ lässt einen vor Freude überschäumen wie beim überhasteten Eingießen des koffeinhaltigen Erfrischungsgetränks in ein eiswürfelgefülltes Glas guter Laune. Der unbekümmerte Feelgood-Soul von „It’s Alright“ lässt einen sämtliche Sorgen vergessen, während „So Long“ so klingt, als hätten es seinerzeit die Pixies zum Schreiben von „Where Is My Mind“ inspiriert. „Stare In Love“ wiederum beginnt mit einem dreckigen Blues-Groove, der auch auf einer alten AC/DC-Scheibe nicht deplatziert gewirkt hätte. Das Album endet mit dem wundervollen „Autumn Leaves“, auf dem die Unbekümmertheit und Intimität eines ersten Liebesbriefes im ominösen Nebel aus Liebe und Laster verloren geht.

In ihrem Heimatland sind Little Red mittlerweile auf einem sehr guten Weg – und ein Ende der Abverkäufe ist nach wie vor nicht in Sicht. Ihre australische Herkunft hat es ihnen ermöglicht, sich von klassischen britischen und amerikanischen Bands inspirieren zu lassen, und diese Inspiration mit der Melbourne’schen Do-It-Yourself-Attitüde zu etwas ganz eigenem zu machen. In Verbindung mit der räumlichen Abgeschiedenheit hat dieser Umstand zu einem Sound geführt, der die Roughness und Intensität der Live-Konzerte auf nahezu wundervolle Weise einfängt und es dadurch schafft, zeitlos klassisch und gleichzeitig unverbraucht modern zu klingen.

Adrian Beltrame: Guitar, Vocals, Dominic Byrne: Vocals, Guitar, Quang Dinh: Vocals, Bass, Taka Honda: Drums, Tom Hartney: Vocals, Percussion

(Quelle: Sven-Erik Stephan, Beatsinternational, 2009)


FORMAT: CD


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