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CD-DETAILS GLASVEGAS [GLASVEGAS]

Glasvegas

Glasvegas [Rock / Alternative]


RELEASE: 30.01.2009


LABEL: Columbia

VERTRIEB: SonyBMG

WEBSITE: www.glasvegas.net

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Wie das halt so läuft: Den Bandnamen Glasvegas (in dem sowohl die Härte der industriellen Arbeiterklasse seiner Heimatstadt Glasgow als auch die glitzernde, verheißungsvolle Saus-und-Braus-rund-um-die-Uhr-Party-Welt Las Vegas’ mitschwingt) ersann Band-Frontmann James Allen „noch bevor ich überhaupt einen Song hatte. In der Vergangenheit war Schottland immer sehr gut darin, sich selbst runter zu machen, jeder sang in einem leicht Amerikanischen Akzent. Ich wollte einen Bandnamen, der stolz und geradeheraus ist. Es gibt bestimmte Worte, die sprudeln nur so aus einem heraus.“

Doch es sind nicht nur Worte, die James Allans Geist hervorbringt. In analoger Kongenialität verfügt der charismatische Schotte ebenfalls über die Fähigkeit, majestätische Gitarren-Songs zu schreiben, die Glasvegas zu einer jener seltenen Bands machen, die mit ihrem Sound, ihrer Empfindsamkeit und ihrer Attitüde vom ersten Moment an eine starke Verbindung zum Publikum knüpfen. Eine Band, in deren Musik sich die Hoffungen und Wünsche ihrer Hörer widerspiegeln.
Kein Wunder also, dass das selbst betitelte Debütalbum der Band, das von James Allen und Rich Costey (Interpol, Muse, Franz Ferdinand, Mew) produziert wurde, im September 2008 gleich nach Veröffentlichung die britischen Albumcharts auf Position zwei enterte. Bereits am 21. Juni hatte das Musik-Weekly NME Glasvegas zur „besten neuen Rock’n’Roll Band der Welt“ gekürt.

Die frühesten musikalischen Einflüsse erfuhr James Allen von seiner älteren Schwester Denise, die ihm Songs von Madonna, Kate Bush oder auch Bob Marley vorspielte, und von seiner Mutter, die ihn mit klassischem Pop, Soul und Rockabilly, darunter Bands und Künstler wie Roy Orbison und die Righteous Brothers, konfrontierte. „Ich kaufte mir nie selbst irgendwelche Platten“, erinnert er sich, „ich hörte mir immer an, was andere Leute so auflegten.“

Die angeborene Liebe zu Wortspielen und den musikalischen Qualitäten einer wohl gestalteten Formulierung verband James von Anfang an mit dem Poeten Robert Bruns (ein weiterer kompromissloser Schotte von einfacher Herkunft und großem gestalterischem Talent). Seine ersten Erfahrungen als „Dichter“ sammelte er bereits im Alter von neun oder zehn Jahren, als er ein Gedicht einreichte, warum „die Schule so grausam ist“. „Die positive Reaktion meines Lehrers blieb mir im Gedächtnis… ich bekam in der Schule nicht gerade viele Komplimente, denn ich war ziemlich ungezogen.“

Es war für James ein völlig natürlicher Prozess, seine Gedichte mit Popmelodien, die er in seinem Kopf hörte, miteinander zu verbinden. „Ein Junge, der mit meiner Schwester zusammen war, kaufte ihr eine Gitarre”, erinnert er sich. „Ich zupfte die Saiten und das fühlte sich ziemlich gut an. Ich lernte ein paar Akkorde. Wo wir herkommen, spielt keiner Gitarre oder hat derlei Ambitionen. Als ich meiner Familie erzählte, dass ich Gitarre spiele, dachte ich, dass sei nun ein großes Ereignis, aber alle sagten nur: ‚Aha, okay. Cool.“

James’ erster musikalischer Mitstreiter war natürlich sein Cousin Rab Allen. „Unsere Mütter sind Zwillingsschwestern“, erklärt er, „aber nicht eineiig. Eine ist blond und hat blaue Augen und die andere ist braunhaarig und hat braune Augen. Rab und ich wuchsen zusammen auf. Jemand gab ihm etwas klassischen Gitarrenunterricht, als wir mit Musikmachen anfingen. Wir waren so etwas wie die Everly Brothers Glasgows.“

Paul Donoghu, der zukünftige Glasvegas-Bassist, war in der gleichen Klassenstufe wie Rab, die zukünftige Schlagzeugerin Caroline McKay arbeitete in einem Second-Hand-Klamottenladen, in dem James oft verkehrte. „Wir wurden zuerst Freunde“, erinnert er sich. „Sie erinnerte mich an etwas, was ich aus Filmen kannte. Sie sah schon immer so aus, als wenn sie in einer Band spielen sollte, sie hatte aber noch nie Schlagzeug gespielt. Wir hingen immer bei ihr zu Hause rum und hörten Platten. Wir hörten uns jede Menge Musik an, die wir toll fanden und die nie in den Clubs lief… Jerry Lewis, Suicide, Dion & The Belmonts. Wir kauften zuerst eine Drum Machine und gaben ihr eine Trommel. Und ich fing an, Songs zu schreiben. Einfach so aus Spaß.”

Es dauerte nicht lange und James nahm zu Hause Demos „auf einem kleinen Computer, der nur von Drähten zusammengehalten wurde“, auf. Seine Schwester Denise begann, das ‚Küken-Ensemble’ zu managen. „Sie hatte noch nie in der Musikindustrie gearbeitet“, sagt James, „aber sie war sehr ermutigend und von Anfang an der Meinung, dass wir schon bald die ganze Welt bereisen würden.“

Ein früher Auftritt im „King Tut’s Wah Wah Hut“ in Glasgow (ein 300 Zuschauer fassender Club, in denen bereits zahlreiche große Bands vor ihrem Durchbruch aufgetreten waren, u.a. Oasis, Radiohead, Beck und Travis) bescherte ihnen die Aufmerksamkeit von Musiklegende und Meinungsmacher Alan McGee, der Glasvegas als „die aufregendste Band seit Jesus And Mary Chain“ lobte. Sein „Death Disco TV“ war das erste TV-Format, dass über Glasvegas berichtete. „Danach wurde alles ziemlich heftig“, erinnert sich James, „als wir bei Alans ‚Death Disco’-Clubnacht in London auftraten, waren die Leute echt am Ausflippen.“
Glasvegas veröffentlichten ihre erste, in Eigenregie erstellte Single „Go Square Go!” am 30. Oktober 2006. Im folgenden Jahr erschien mit einer limitierten Vinyl-7”-Single „Daddy’s Gone” der Follow-Up. Der Song wurde vom NME zur zweitbesten Single des Jahres gekürt. Kurz nach der Veröffentlichung der dritten, ebenfalls in limitierter Auflage erschienenen Single „It’s My Own Cheating Heart That Makes Me Cry“ am Valentinstag 2008, wurden Glasvegas mit dem „Philip Hall Radar Award“ (vergeben von der NME-Redaktion) und dem „Shockwaves NME Awards 2008“ ausgezeichnet.

Bei einem Umfrage unter den 150 führenden Musikjournalisten in Großbritannien, der „BBC News Sound of 2008 Top 10 Poll“, kam die Band in der Liste der besten neuen Bands auf Platz vier. Der offizielle Kommentar der BBC: „Glasvegas lassen sich vom Rockabilly und Pop der Fünfziger und Sechziger inspirieren und errichten mit ihren melancholischem Gitarrenklängen ihre ganz eigene ‚Wall Of Sound’. Es klingt ungefähr so, als wenn Jesus And Mary Chain den ‚Grease’Soundtrack spielen würden.“

Das Jahr 2008 verbrachten Glasvegas damit, ihren Ruf als eine der besten Livebands des Königreichs zu etablieren. Ihre Konzerte in Schottland waren innerhalb einer knappen Woche restlos ausverkauft und die britische Musikpresse feierte einhellig ihre Auftritte bei Festivals wie Glastonbury and T In The Park.
Ihr Debütalbum nahm die Band in den Vereinigten Staaten, in den Brooklyn Recording Studios auf. Das Album enthält neben Neuaufnahmen der früheren Singles „Daddy’s Gone“ und „It’s My Own Cheating Heart That Makes Me Cry“ die erste offizielle Auskopplung „Geraldine“, die Platz sechzehn der UK Charts und Platz eins der NME Singles Charts erreichte.

Das selbst betitelte Album beginnt mit dem langen, orchestralen, pulsierenden Feedback des Songs „Flowers & Football Tops“, der von James im Gedenken an den 15-jährigen Kriss Donald geschrieben wurde, der im März 2004 aus rassistischen Motiven ermordet worden war. „Manchmal liest man Dinge in der Zeitung oder sieht Dinge im Fernsehen, bei denen man gar nicht anders kann als sich in die Position dieser unglücklichen Menschen zu versetzen“, sagt James. „Der Song handelt davon, wie hart es ist, dass ein Junge eines Abends das Haus verlässt und nie wieder zurückkommt. Ich habe in einer Zeitung ein Foto seiner Mutter gesehen und überlegte mir, wie sie wohl damit klar kommt. Jeder liebt seine Mutter und würde niemals wollen, dass sie ein derartiges Leid erleben muss.“ „Ich wollte ein Gedicht darüber schreiben, wie ein Mensch einem anderen Mitgefühl zeigt“, sagt James über „Geraldine“. „Go Square Go“ handelt vom „Druck, den Familie ihren Kindern auferlegen… so wie Familien, die ihren Kindern sagen, sie sollen kämpfen und nicht nach Hause kommen.“ „Polmont On My Mind” erzählt die Geschichte eines Jungen im Polmont Gefängnis, der größten Jugend-Vollzugsanstalt Schottlands. James beschreibt, wie „grausam das Schicksal sein kann und dein Leben für immer verändert.“ „Daddy’s Gone“ handelt davon, dass James in seinem Leben jetzt alles richtig machen will. „Ich möchte nicht an einem Punkt kommen, an dem ich Dinge bereuen muss. Denn diese Reue kann jeden zerstören.“

„Stabbed“ ist einer der packendsten Tracks auf „Glasvegas“. Zur Interpretation von Beethovens „Mondschein Sonate“, die von dem amerikanischen Komponisten Paul Cantelon („The Diving Bell & the Butterfly“, „W.“) eingespielt wurde, liest James ein Gedicht, in dem er „allgemeine Ängste“ zum Ausdruck bringt. Cantelon ist verheiratet mit James’ Freundin Angela McCluskey, die bei den Wild Colonials singt. „Für mich ist dieser Song das, was Heavy Metal mal war“, erklärt James. „Manche Songs werden als Heavy Metal bezeichnet, dabei ist die Musik total cheesy. Für mich ist Heavy Metal, wenn Johnny Cash auf einer akustischen Gitarre spielt.“

Für James, Rab, Paul und Caroline ist Glasvegas eine Lebenseinstellung. „Wir kommen miteinander klar und wir lieben ins“, sagt James. „Wir haben als Freunde angefangen und wir haben ein kräftiges Fundament, das jede Menge Druck aushält. Das ist großartig, Mann, genau das, was ich wollte. Ich bin wesentlich besser in einer Rock’n’Roll-Band aufgehoben als in einer Fußballmannschaft.“

James’ Lieblingssong ist „Be My Baby”: „Dieses Stück ist so nah daran, perfekt zu sein, wie es nur irgendwie get.”

Allzu weit davon entfernt sind Glasvegas allerdings auch nicht.


(Quelle: SonyBMG, 2008)


FORMAT: CD


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