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CD-DETAILS TONIGHT: FRANZ FERDINAND [FRANZ FERDINAND]

Franz Ferdinand

Tonight: Franz Ferdinand [Rock / Alternative]


RELEASE: 23.01.2009


LABEL: Domino Records

VERTRIEB: Indigo

WEBSITE: www.franzferdinand.co.uk

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Die Geschichte von Franz Ferdinand ist so eine von der Sorte, die einen daran erinnert, warum man das so gerne macht: sich mit Pop beschäftigen, über Bands schreiben, die Charts verfolgen, den ganzen Kram. Eine Band vom Rand gerät in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, und fast jeder, den man spricht, freut sich darüber: Weil die Musiker sympathisch sind, weil die Musik mitreißend ist, aber auch, weil der Erfolg von Franz Ferdinand einen Wandel zu signalisieren scheint.

Die Geschichte von Franz Ferdinand geht, kurz gefasst, so: Vier junge Männer treffen sich im Umfeld der Kunsthochschule von Glasgow. Bob Hardy (Bass) hat dort Malerei studiert, lässt sich aber überzeugen, dass eine Bassgitarre auch ein Mittel zum künstlerischen Ausdruck ist. Das gelingt Alex Kapranos (Gitarre & Gesang), der schon länger im Glasgower Pop-Underground unterwegs ist, in Clubs arbeitete, in Bands spielte (u.a. The Karelia, Yummy Fur). Daher kennt er Paul Thomson (Schlagzeug), der einzige echte Schotte, und er heißt fast genau wie der Roxy Music-Drummer. Fehlt noch der vierte Mann: Nick McCarthy (Gitarre) ist aus Bayern zugezogen, sein Vater arbeitet bei Daimler-Benz in Ottobrunn, er studierte am Münchner Konservatorium Kontrabass, spielte in Jazz- und Krautrockbands, aber liebt dennoch die Popmusik.

Franz Ferdinand unterschreiben bei dem Indie-Label Domino, weil ihre Grundregel ist, sich nur mit Leuten umgeben zu wollen, die ihnen sympathisch sind. Im Herbst 2003 erscheint die erste Single, „Darts Of Pleasure“, mit dem hinreißenden Schlussrefrain „Ich heiße superfantastisch, ich trinke Schampus mit Lachsfisch“ – der vom Zündfunk im Bayerischen Rundfunk prompt als alternativer Wies’n-Hit ausgerufen wird.

Der NME titelt „This band will change your life“, als sich Franz Ferdinand anschicken, ihre zweite Single zu veröffentlichen. Viele Briten wollen das mal ausprobieren, und Mitte Januar steigt „Take Me Out“ auf Platz 3 in die dortigen Singlecharts ein. Und das, obwohl der Song mit den Regeln bricht, wie man einen Popsong zu machen hat: Zwei verschiedene Rhythmen, und auch noch erst der schnellere, dann der langsamere. Aber wer kann „Take Me Out“ widerstehen? Zwei tolle Songs in einem, ein Strokes-artiger Gitarrenpophit und ein hinreißender Post-Punk-Disco-Stomper! Dazu ein vom russischen Konstruktivismus beeinflusstes Video, das auf die Artschool-Wurzeln der Band verweist.

Der Charteinstieg „hat kulturelle Bedeutung, unbedingt!“, sagen Franz Ferdinand im Chor. Auf der einen Seite setzt er ein Zeichen, dass es auch Popmusik abseits von Castingshows, Marketing-overkill und durchgeplanten Karrieren gibt. Auf der anderen Seite setzt er ein Zeichen, dass sich Musiker aus der Indie-Welt nicht in Selbstgenügsamkeit und der Pflege der kleinen Nische ergehen müssen, sondern tatsächlich ein großes Publikum erreichen können. Und das auf einem unabhängigen Label. Und das ohne wohlfeile Weltschmerzsongs, sondern mit „music for girls to dance to“, wie es Franz Ferdinand sich vorgenommen haben.

Das Debütalbum, „Franz Ferdinand“, erfüllt das Vorhaben aufs Prächtigste: Wirklich kein einziger misslungener Song ist darauf. Hier präsentiert sich eine Band, deren Vorbilder unüberhörbar sind (unter vielen anderen: Talking Heads, Roxy Music, schottische Post-Punk-Bands wie Josef K, Fire Engines oder Orange Juice), die es aber geschafft hat, nach nur wenigen Songs vor allem nach Franz Ferdinand zu klingen – insofern ähneln sie strukturell natürlich schon den Strokes. Und wie die, sind auch Franz Ferdinand gleich mit dem Debüt erfolgreich.

Auch in Deutschland überschlagen sich die Ereignisse. Franz Ferdinand erscheinen auf zahlreichen Titelseiten der hiesigen Musikpresse, das Album steigt in den Media Control Top 100 Albumcharts auf Platz 16 ein. Die sympatischen Jungs erorbern in atemberaubender Geschwindigkeit die Herzen der deutschen Fans, sie spielen großartige Konzerte in Hamburg, Düsseldorf, Berlin, München, in den Clubs sind die Songs „Matinee“ und „Take Me Out“ die absoluten Dauerbrenner. In Köln haben Franz Ferdinand ein legendäres WDR 1 Live Konzert gespielt, das über 20.000 Zuschauer eigentlich sehen wollten – leider spielten Franz Ferdinand in einem winzig kleinen Kultkomplexcafé mit einer Kapazität von 100 Zuschauern…

Tracklisting:
01. Ulysses
02. Turn It On
03. No You Girls Never Know
04. Twilight Omens
05. Send Him Away
06. Live Alone
07. Bite Hard
08. What She Came For
09. Can't Stop Feeling
10. Lucid Dreams
11. Dream Again
12. Katherine Kiss Me


(Quelle: Indigo, 2008)


FORMAT: CD


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