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CD-DETAILS ANTIDIóTICO [ORISHAS]

Orishas

Antidiótico [Pop]


RELEASE: 20.04.2007


LABEL: EMI

VERTRIEB: EMI Music

WEBSITE: www.orishas.de/

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Die Kubaner lieben ihre Heimat abgöttisch. Das gilt ganz besonders für die Millionen Menschen von der Karibikinsel, die, aus welchem Grund auch immer, im Exil leben. Die Musiker der Orishas bilden in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Musikalisch sind sie jedoch eine absolute Ausnahmeerscheinung. Innerhalb von wenigen Jahren avancierte das Trio zum Aushängeschild der zeitgenössischen kubanischen Musik, zu international bewunderten Ikonen, deren revolutionäre Mischung aus HipHop und kubanischem Son nicht nur als eine der großen künstlerischen Innovationen unserer Zeit betrachtet werden muss, sondern die auch kontinuierlich für ekstatische Gefühle und jede Menge Bewegung auf internationalen Dancefloors sorgt. Mit dem nun vorliegenden Album „Antidiótico“ steuern die Orishas unweigerlich auf den vorläufigen Höhepunkt ihrer Karriere zu.

Auf dem neuen Werk, das in zwei unterschiedlichen Editionen veröffentlicht wird, ziehen sie nicht nur ein eindrucksvolles Fazit des bisher Erreichten, sondern demonstrieren auf drei brandneuen Songs, wie viel Temperament und Leidenschaft in ihrer Musik steckt. Gleich mit dem Opener „Hay un son“, eine weitere Liebeserklärung an ihre Heimatstadt Havanna, lodert ihr künstlerisches Feuer wieder heftig auf und wird garantiert für einen Flächenbrand bei der weltweit wachsenden Fangemeinde sorgen. „Silencio“, ein Lied des stillen Protests, ist ein weiteres Bravourstück, das deutlich macht, warum die Orishas mitunter als das soziale Gewissen Kubas gelten. Und „Una página“ schließlich, der Song, auf dem die Stimme von Fidel Castro aus seiner legendären Abschiedsrede für Che Guevara zu hören ist, bildet ein Kronjuwel in dem Schaffen der Orishas. Dem Maximo Lider, wie er auch genannt wird, zollen die Orishas gebührenden Respekt, ohne es an kritischen Tönen missen zu lassen. Die eigenwillige Mischung aus Verehrung und Verbitterung, die Angst und die Ungewissheit, wie Kuba nach Fidel Castro aussehen wird, werden in diesem Song perfekt transportiert.

Obgleich die Orishas bis dato nur drei Alben veröffentlicht haben, haben sie künstlerisch neue Maßstäbe in der Musik unserer Zeit gesetzt. Roldán González, Hiram Riveri „Ruzzo“ und Yotuel Romero stammen aus Havanna und gelten auf Kuba als eine Institution, obwohl ihre Musik zuerst in Europa bekannt wurde. Mit ihren ersten drei Longplayern, deren in der Tradition verwurzelte und doch unverbraucht frisch klingende Hymnen wie „Represent“, „Qué Pasa?“ und „Nací Orishas“ längst in Fleisch und Blut übergegangen sind, haben sich die Orishas mittlerweile auch in den USA und Lateinamerika Respekt verschafft. In komprimierter Form kann man mit dem Album „Antidiótico“ die aufregende musikalische Karriere der Orishas noch einmal Revue passieren lassen und kommt garantiert im Hier und Jetzt an. Begonnen hatte alles am Ende der letzten Dekade, als Roldán, Ruzzo, Yotuel und Liván sich in Paris trafen. Sie waren über verschiedene, immer schwierige Wege aus Kuba dorthin gekommen. Ruzzo und Yotuel waren Rapper bei der wegweisenden kubanischen HipHop-Band Amenaza; Roldán sang traditionelle kubanische Musik in der Band Rico Son. Auch wenn die Anfänge alles andere als leicht waren, fühlten sie sich angetrieben von der Idee, HipHop und traditionelle kubanische Musik zu verbinden.

Orishas, ein, wie Ruzzo erklärt, afrikanischer Begriff der Yoruba-Sprache für ihre Gottheiten, veröffentlichten im Mai 1999 ihr erstes Album „A lo cubano“. Roldán: „Wir waren mit unserer Mischung sehr risikofreudig. Selbst die Musiker hielten uns für verrückt. Wir wollten den HipHop beibehalten, aber auch die Essenz dieser wunderbar vielfältigen kubanischen Rhythmen mit einbringen, auch Instrumente, die für unsere Kultur typisch sind, etwa die Percussion.“ „A lo cubano“ war das erste HipHop-Album, das in Spanien mit mehr als 100.000 verkauften Einheiten Platinstatus erreichte; in Frankreich und der Schweiz wurde es mit Gold ausgezeichnet. Die Orishas traten im Pariser Olympia auf, in der Royal Festival Hall in London, beim Festimad, der PopKomm, und und und. Auch in Übersee kam das Quartett (damals war Liván noch mit von der Partie) gut an, und die Tourneen durch die USA, Kanada, Südafrika, Brasilien und Mexiko, bei denen sie neben Manu Chao, Iggy Pop und Cypress Hill spielten, wurde von Zeitschriften wie Time und Rolling Stone mit Begeisterung kommentiert. Bei ihrem ersten Auftritt in Havanna spielten die Orishas vor 50.000 Zuschauern.

Nach weltweit mehr als 200 Konzerten begaben die Orishas sich im August 2001 ins Studio, um an Songs für ein neues Album zu arbeiten. Von den 25 neuen Kompositionen schafften es 15 Songs aufs Album „Emigrante“, das im Frühjahr 2002 veröffentlicht wurde. Vor dem Hintergrund des überschwänglichen Erfolgs und mit den Erfahrungen, die sie in Zeiten gesammelt hatten, als es ihnen weniger gut ging, enthält „Emigrante“ tiefgründigere und mehr international ausgerichtete Songs. Ruzzo: „Das Album ist viel musikalischer, melodiöser, mit härteren Stimmen und überhaupt ausgefeilter. Es behandelt Themen wie sexuellen Missbrauch und vermisste Personen.“ Der Veröffentlichung folgte eine zehn Länder umfassende Tournee. 2003 stiegen die Orishas endgültig in die Champions League auf. Sie spielten auf den besten Festivals, wurden vom Time Magazine neben U2, Radiohead und Pulp als eine der besten ausländischen Bands gewählt und gewannen den Latin Grammy für das beste HipHop/Rap-Album. Außerdem waren sie nominiert für einen Grammy in den Kategorien Best Latin Rock/Alternative Album und Best International HipHop-Album. Das renommierte HipHop-Magazin Source kürte „Emigrante“ gar zur Bibel in ihrem Genre. In knapp vier Jahren hatten die Orishas mit ihrer ausgewogenen Mischung aus traditioneller Musik und HipHop den Sprung nach ganz oben geschafft.

Im Februar 2005 wurde ihr drittes Album „El Kilo“ veröffentlicht. El Kilo ist im kubanischen Dialekt die Bezeichnung für einen Cent der kubanischen Währung. Laut Roldán ist das Album eine Mischung aus „A lo cubano“ mit seinen perkussiven und Blechbläser-Elementen und dem melodischeren „Emigrante“. Das Album gewann in Spanien den Premio de la Música als bestes HipHop-Album und erreichte in der Schweiz, Portugal und Spanien Gold. Wieder wurden die Orishas für die Grammys und die Latin Grammys nominiert, was den Status ihrer Musik endgültig besiegelte. Zu „El Kilo“ sagte die Band: „Wir sind zurück im Goldenen Zeitalter Havannas, jener Glamour-Ära der 30er und 40er Jahre, wo man weiße Anzüge trug und amerikanische Limousinen fuhr. Auf der Produktionsebene haben wir einen einfacheren, aber kraftvollen Sound hinbekommen, mit weniger Streichern, nicht ganz so poppig. Wir wollten die Dinge vereinfachen und alles etwas geradliniger haben.“ Das Album zeugt von der unglaublichen Reife, die Orishas nach nur sechs Jahren Zusammenarbeit erlangt hatten. Kein Wunder, dass sich immer mehr Bands auf die Orishas berufen.

„Antidiótico“ ist mehr als nur der klingende Beweis, dass der große Einfluss der Orishas zukünftig noch wachsen könnte. Die Standard-Version des Albums enthält neben den drei genannten neuen Songs eine alternative Version von „Represent“ mit Heather Headley (vom Filmsoundtrack zu „Dirty Dancing: Havana Night“) sowie „Quién te dijo“ mit einem Cameo-Auftritt von Pitbull, einem jungen Talent aus Miami mit kubanischen Vorfahren, der den Dirty South Rap seine ganz persönliche Note gibt. Vervollständigt wird „Antidiótico“ durch eine exzellente Auswahl von Songs der bisherigen drei Alben, die sich zu einer prächtigen Werkschau zusammenfügen und sich ausnehmen wie die perfekte Setlist kommender Konzerte. Die Special Edition enthält eine zusätzliche CD mit Remix-Versionen von Malou und Niko und Songs, die die Orishas gemeinsam mit der Französin Kayliah, dem Portugiesen Da Weasel und dem Spanier Carlos Jean als jeweilige Gäste aufgenommen haben. Einen besonderen musikalischen Leckerbissen bietet „Soy guajiro“, wo die Stimme des legendären kubanischen Bolero-Sängers Beny Moré noch einmal zu hören ist. Abgerundet wird die Special Edition durch eine DVD mit sämtlichen Videoclips der Orishas. Mit „Antidiótico“ entführen uns die Orishas auf einen Lehrpfad zu einem ganz eigenen globalen Dorf, in dem Tradition und Innovation so schön aufeinanderprallen, dass die Funken fliegen. Es ist eben ein göttliches Leuchtfeuer, was die Orishas in unseren Herzen entfachen.

(Quelle: EMI)


FORMAT: CD Extra / Enhanced CD


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