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CD-DETAILS FREUDENTRäNEN [NIK P.]

Nik P.

Freudentränen [Sonstige]


RELEASE: 16.05.2008


LABEL: Ariola

VERTRIEB: SonyBMG


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Der Stern des Jahres 2007 trug ohne Zweifel seinen Namen: Nik P.! Unter den vielen Kompositionen, die von ihm veröffentlicht wurden, hat sich eine als Hit seines Lebens herauskristallisiert: „Ein Stern (der deinen Namen trägt)“. In der Version mit DJ Ötzi ist der Titel nicht nur die erfolgreichste Single des Jahres gewesen, sondern auch der langlebigste Top-10-Hit aller Zeiten. Dafür gab es Preise en masse: Von Gold- und Platin-Awards bis hin zum ECHO.

Werfen wir aber einen Blick zurück: Der Kärntner mit russischen Wurzeln wurde 1962 als Nikolaus Presnik in Friesach geboren. Die Mutter stirbt, als er neun Jahre alt ist. Der kleine Nikolaus kommt zu einer Pflegefamilie, was für ihn in seiner Kindheit und Jugend nicht einfach war. Und heute sehen wir ihn im Rampenlicht - einen Star mit dem Über-Hit, vielen erfolgreichen Konzerten und Edelmetall-Alben. Wie ernst kann jemand, der als Kind so eine schwere Zeit durchlebt hat, das Showgeschäft mit seinem Glanz und Glamour überhaupt nehmen? „Anschauungssache“, sagt Nik P., „für mich ist es zugegebenermaßen schrecklich, Musiker auf der Bühne zu sehen, die schauspielern. Es ist mir wichtig, dass ich auch auf der Bühne bin, wie ich bin, mit allen Aspekten meines Lebens und mit der Geschichte, die ich habe.“ Dass seine Songs häufig einen autobiographischen Hintergrund besitzen, hat er nie verleugnet. Wobei es nicht immer die selbst erlebten Geschichten sind, die er erzählt, aber doch Geschichten, die im Leben eine Rolle spielen. „Ich höre mir auch an, was mir andere Komponisten und Textdichter anbieten, aber meistens überzeugt es mich nicht hundertprozentig. Es ist halt nicht mein Herz, das diese Geschichte erzählt.“

Was er will, sind ehrliche Songs. Da vertraut er auf sich selbst – und auf Menschen, mit denen er schon lange diesen Weg geht, zum Beispiel seinem Produzenten Klaus Bartelmuss und seinem Arrangeur Mathias Roska, die er auch nach dem gigantischen Erfolg und trotz anderer, verlockender Angebote nicht gewechselt hat. Das Archiv von unveröffentlichten Nik P. - Songs wird mit jedem Jahr größer. Manchmal liegt ein Lied über Jahre in der Schublade, bis es auf ein Album kommt. So wie „Das offene Fenster“. „Das Lied trag ich schon jahrelang mit mir rum. Jetzt ist es endlich aufs Album gekommen.“

Sein neues Album heißt „Freudentränen“. Er wird sicher ein paar davon in den letzten Monaten vergossen haben. Nicht nur wegen des großartigen Erfolgs, sondern auch ob der Vorfreude darauf, mit den neuen Hits auf Tour zu gehen. Das ist für ihn das Größte. Gefragt, ob der Erfolg ihm Dinge ermöglicht habe, von denen er immer schon geträumt hat, vergeudet er seine Gedanken nicht mit Materiellem: „Ein Traum von mir war es, den gesamten deutschsprachigen Raum mit Konzerten zu bespielen. Ich wollte einfach auf der Bühne stehen und den Leuten was erzählen. Damit du das machen kannst, ist Erfolg schon ganz wichtig, sonst werden die Leute ja nicht auf dich aufmerksam.“ Und sich mal was richtig Teures leisten, das wollte er ernsthaft nicht? „Sicher, ich hab gutes Geld verdient und muss mir um die nächsten Jahre keine Sorgen machen. Aber eigentlich ist da nichts, was ich mir so dringend hätte anschaffen wollen. Die Freiheit, Musik so zu machen, wie ich es mag, ist die größte Erfüllung.“ Man kann es ihm glauben.

Man kann nicht nur, man muss es sogar. Nik P. ist im Gespräch entwaffnend ehrlich. „Weil ich in meinem Leben gelernt hab, dass man mit Ehrlichkeit am weitesten kommt. Alles andere bringt nichts. Sonst kann auch auf der Bühne der Funke nicht überspringen.“ Seine Musik ist – wie er selbst sagt – eigensinnig. Damit erklärt er sich auch, dass sein Durchbruch in Deutschland so lange gedauert hat. „Man hat mir immer gesagt, ich sei am Format gescheitert: Die Songs waren ihnen zu rockig und zu hart gesungen, die Stimme zu rau. Der „Stern“ hat den Knoten jetzt endlich auch international gelöst.“

Ach ja, der „Stern“. Der Hit seines bisherigen Lebens. Das Lied, das Technokids und Rock ’n’ Roller für ein Jahr zu Schlagerfans gemacht hat. Es stammt aus seiner Feder und feiert 2008 ein besonderes Jubiläum: Zehn Jahre ist es alt. 1998 belegte es beim „Grand Prix des Schlagers“ einen unspektakulären zehnten Platz. Auffällig war eigentlich nur, dass der Sänger es wegen einer technischen Panne in einer Live-Show (!) zweimal singen musste. Heute fällt das Lied wiederum auf, allerdings mit seinem gigantischen Erfolg – innerhalb eines Jahres ist es zum Volksgut geworden. Vom ECHO bis zur Krone der Volksmusik – Nik P. hat in allen nur denkbaren Sparten und Kategorien Preise abgeräumt. Es ist – wie er selber sagt – immer noch ein Traum. Nur dass der Traum in diesem Fall Wahrheit ist. In keinem anderen Jahr hat Nik P. „Ein Stern (der deinen Namen trägt)“ so oft gesungen wie im letzten. Und das nach neun Jahren! Hat es nicht irgendwann genervt? „Nein, weil der Titel immer was Besonderes war. Manche Lieder singst du immer wieder, weil das Publikum sie mag, du selbst bist sie aber irgendwann leid. Den „Stern“ werde ich nie leid. Den lieb ich immer noch.“

Und nun erfährt der Traum vom erfolgreichen Musikerleben seine wahr gewordene Fortsetzung: Am 16. Mai 2008 erscheint das Album „Freudentränen“. Warum dieser außergewöhnliche Albumtitel? „Ich bin sehr emotional. Ob ich mich für einen Preis bedanken muss oder einen rührenden Film sehe – ich bin sehr nah am Wasser gebaut. Tränen sind in meiner Emotion immer gegenwärtig. Das ist nichts Negatives.“ Sicherlich werden viele von diesen Freudentränen im vergangenen Jahr geflossen sein, aber bei allem Glück der jüngsten Vergangenheit – wie sieht da die Zukunft aus? Wie kann man das, was Nik P. bisher gelungen ist, noch toppen? Nik gibt ehrlich zu, dass er die Frage nicht mag, dass sie aber in Gesprächen mit Journalisten geradezu unvermeidbar scheint. „Der „Stern“ ist aus einer Unbekümmertheit heraus entstanden, die man heute im Nachhinein gar nicht mehr beschreiben kann. Ich hab Glück gehabt. Einen solchen Hit kannst du auch nicht planen. Ich genieße es einfach und denke, ich muss mich selber nicht toppen. Und jemand Anderen schon gar nicht – der „Stern“ hat ja schon alle Rekordmarken erreicht. Ein gutes Gefühl!“

Nun bleibt aber zumindest ein ganz großer Wunsch: Dass nicht der „Stern“ allein als sein Lebenswerk anerkannt wird, sondern dass die Menschen auch seine Musik im Ganzen wahr- und annehmen. Sie würden sonst auch etwas verpassen: „Freudentränen“ ist eines der authentischsten und ausgefeiltesten Alben, die der deutschsprachige Musikmarkt dieser Jahre hervorgebracht hat. Das Hitpotenzial von Niks Produktionen ebbt beileibe nicht ab. Zwischen gitarrenlastigen, geradlinigen Balladen wie „Liebe ist“ finden sich auch sanfte Stücke wie „Unheimlich lieb“ und Titel, die an die schaurig-schönen 80er-Liebeslieder von Depeche Mode oder a-ha („Du bist der Grund“) erinnern. Unverkennbar: Nik P.’s Einflüsse kommen aus dem Blues, dem Rock und dem Country („Hol mich hier raus“, „Irgendwann“, „Sommernacht“).

Natürlich gibt es aber auch radiotaugliche Gitarrenpop-Schlager in bester „Stern“-Manier, zum Beispiel das latino-inspirierte „Leb deinen Traum“ oder die überaus launige erste Single „Der Sonne entgegen“. Ist Nik P. eigentlich ein Sonnenanbeter? „Ja, außer wenn ich einen Studiotag vor mir habe. Wenn’s dann sonnig ist, scharrt mein innerer Schweinehund mit den Hufen und will an die frische Luft. Mir ist es ganz ehrlich lieber, wenn es an Studiotagen draußen regnet, damit ich mich konzentrieren kann.“ An solchen Tagen entstanden wohl auch Songs wie „Zwei Chaoten im Duett“, ein potenzieller Nachfolge-Hit, der – um die Frage gleich vorweg zu nehmen – weder eine Anspielung auf DJ Ötzi, noch auf Claudia Jung ist. Es ist eine Love-Story ohne Happy End, dafür aber mit Tränen. Auch so was gibt es im Leben. Die „Freudentränen“ sind Nik P. allerdings lieber. Er wird noch viele Gelegenheiten haben sie zu weinen.

(Quelle: SonyBMG)


FORMAT: CD


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