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CD-DETAILS HEXENTANZ [WOLLNY, MICHAEL]


Wollny, Michael

Hexentanz [Jazz]


RELEASE: 23.02.2007


LABEL: ACT

VERTRIEB: edel distribution GmbH


MICHAEL WOLLNY Piano Works VII "Hexentanz"

Neben den Trioaufnahmen mit [em] und den Duo-Alben mit Heinz Sauer, hier nun die erste Piano-Solo-Einspielung von Michael Wollny, dem "Kometen der deutschen Jazzszene" (Financial Times Deutschland), im Rahmen der ACT Reihe PIANO WORKS.

Michael Wollny bezeichnet die Musik dieses Albums als “Gothic Music” - und spielt dabei auf den Begriff der "Gothic Novel" an - zu deutsch: Schauerroman. Eine persönliche und farbenreiche Klangsprache, in deren Universum die Filme eines Ken Russell oder Vincent Price ebenso ihren Platz haben wie die ambivalente Klangwelt von Franz Schubert und die tiefgründigen Popsongs von Björk. Nicht etwa mit vordergründigen Grusel-Effekten hat das also zu tun, sondern es geht um die erweiterte Dimension des Schauerns. Um die Gänsehaut im Zwielicht. Und vor allem: um fesselnde Klaviermusik. Stürmische Schroffheit, pianistisch wunderschöne, zarte Klangkultur, bezaubernd feine Momente und beklemmend unheimliche Stimmungen – all das fügt sich in diesem Album organisch ineinander. Wollny schickt den Hörer auf eine hochgradig faszinierende Reise in eine Nacht der lebenden Töne, die garantiert nicht aus Transsylvanien, sondern aus dem Hier und Jetzt eines Musikers mit enormem Vorstellungsvermögen kommen. Eine „Gothic Music“, die wirklich ein ganzes Universum eröffnet.

(Quelle: PR | Sylvia Obst, ACT, 10.1.2007)



Biographie
Seit Michael Wollny mit dem Trio-Debüt call it [em] (ACT 9650-2) im Januar 2005 den Auftakt zur ACT-Reihe Young German Jazz gab, feiern die Feuilletons den jungen Pianisten nicht nur als Vertreter einer neuen Generation von Jazzmusikern in Deutschland, sondern auch als eines der größten Nachwuchstalente am Klavier. „Jung genug, um den Jazzgeschichtsballast nicht herumschleppen zu müssen und wach genug, um jeden Tag etwas Altes neu zu entdecken“ (K. Heidkamp Die Zeit). Solches Lob freut den bescheidenen Musiker natürlich, wie auch der nachhaltige Erfolg seiner seither fünf Produktionen bei ACT, der ihm mit [em], dem Sextett Young Friends und nicht zuletzt seinem Duo-Partner Heinz Sauer zahlreiche Auftritte im In- und Ausland verschaffte – und von Auszeichnungen wie dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik (für Melancholia, ACT 9433-2) oder dem Bayerischen Kulturförderpreis 2005 gekrönt wird. "Sein künstlerischer Werdegang ist beeindruckend" hieß es bei der offiziellen Preisverleihung - und stellt sich bei genauerem Hinsehen als konsequente Entwicklung einer außergewöhnlichen Begabung dar.

Schon als der 1978 in Schweinfurt geborene und seit 2005 in Berlin lebende Michael Wollny mit 5 Jahren ersten Unterricht an Klavier und Geige erhält, stehen neben klassischen Etüden von Anfang an auch Improvisations-Übungen auf dem Lehrplan. "Für mich war so mit sieben, acht Jahren Klavier spielen immer beides – Improvisation und Bach spielen, Mozart spielen", erzählt Wollny. Als ein Onkel ihm Keith Jarretts Köln Concert als Schallplatte schenkt, entdeckt Michael Wollny den Jazz und so pendelt er bereits als Sechzehnjähriger nach Würzburg, um dort als Gasthörer an den Jazzkursen des Herrmann-Zilcher-Konservatoriums teilzunehmen. Dort trifft Wollny auf Chris Beier, Hochschullehrer und individualistischer Jazzpianist, der den Studenten von 1997 bis zum künstlerischen Diplom 2002 dazu auffordert, lieber eigene Konzepte zu entwickeln, anstatt akademisch ein Standard-Repertoire aus zweiter Hand zu lernen.

Michael Wollny nutzt die Freiheit und ist schon während des Studiums überregional aktiv, zum Beispiel im BuJazzO - wo auch Walter Norris und John Taylor in Unterrichtseinheiten lieber frei mit dem jungen Pianisten improvisieren als Bigband-Arrangements zu pauken. Wohler fühlt sich Wollny ohnehin in kleineren Besetzungen. Ein erstes Album unter eigenem Namen erscheint 2000 im Trio mit Wolfgang Kriener (b) und Joachim Leyh (dr), das im folgenden Jahr auch gemeinsam mit dem hessischen Saxophonisten als Peter Back Quartett im Studio ist und 2002 den Trompeter Hans-Peter Salentin begleitet. Im Duo mit dem Saxophonisten Hubert Winter zeigt Michael Wollny bereits 2001 seine Vorliebe für diese intimste Form der musikalischen Interaktion.

2001 auch fügen sich für Michael Wollny die Puzzleteile zu einem sinnvollen Ganzen. Peter Back empfiehlt Michael Wollny für den vakanten Posten des Pianisten im HR-Jazzensemble, der seit 1999 im Wechsel mit den besten freien Musikern Deutschlands besetzt wird. Neben Kollegen wie Jens Thomas, Hans Lüdemann oder auch Vibraphonist Christopher Dell kommt der junge Michael Wollny so ins Studio II des HR - zu so renommierten Protagonisten des deutschen Jazz wie Albert und Emil Mangelsdorff, Christof Lauer, Stephan Schmolck und nicht zuletzt Heinz Sauer.

Der Saxophonist, der seit den 1960er Jahren zu den markantesten Stimmen des Jazz in Europa gehört, ist begeistert von dem jungen Mann am Klavier und lädt ihn ein, mit dem Heinz-Sauer-Sextett beim 32. Deutschen Jazzfestival in Frankfurt aufzutreten. Auch wenn der Seventy-Something Sauer durchaus als Wollnys Großvater durchgehen könnte, die beiden Musiker kommunizieren ohne jede Generationengrenze, "weil Heinz mit keiner Faser versucht, jemandem musikalisch etwas aufzudrücken. Er hat eine Idee, er bringt die mit – und dann wartet er erst mal darauf: was kommt da zurück? Wenn man auf diese Art gefordert ist: als Mitspieler, dann ist das kein Lehrer-Schüler-Verhältnis. Auch wenn ich es als große Ehre empfinde, mit ihm zu spielen“, erklärt Wollny die Zusammenarbeit. Das aufmerksame Miteinander der Musiker kann sich hören lassen. Schon ihr erstes gemeinsames Album Melancholia (ACT 9433-2) wird 2005 mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik geehrt, für das zweite Album Certain Beauty (ACT 9442-2, 2006) reisen sie ins Rainbow Tonstudio nach Oslo, zum legendären Toningenieur Jan Erik Kongshaug, der schon den Klavierklang von Keith Jarrett bei ECM prägte. Die Kritiken überschlagen sich und das französische Magazin JAZZMAN zeichnet das Album mit dem renommierten "CHOC" als Jazz-CD des Jahres 2006 aus.

Gemeinsamer musikalischer Austausch auf gleicher Augenhöhe – das ist auch das Prinzip des Trios [em], das Michael Wollny 2002 mit der Bassistin Eva Kruse und dem Schlagzeuger Eric Schaefer gründet. Hier wächst zusammen, was aufhorchen lässt: Bayern, Brunsbek und Berlin. Nordlicht Kruse studierte in der Hauptstadt und pendelt zwischen expressiven Experimenten im Arne Jansen Trio und den elektrisierenden Jazzfloor-Beats des Weilheimer Tied & Tickled Trio. Eric Schaefer ist der wohl interessanteste Schlagwerker der Hauptstadt, studiert bei Stockhausens Schlagzeuger Christoph Caskl und ist mit Nickendes Perlgras längst bundesweit bekannt. Aus dieser explosiven Mischung entsteht in der Abgeschiedenheit eines Göteborger Studios das Album call it [em], das im Januar 2005 den Startschuss zur neuen ACT-Reihe Young German Jazz gibt. "Call it [em] klingt wie eine Inhaltsangabe dessen, was wache, junge Jazzmusik 2005 ausmachen soll. Frisch, voller umherfliegender Einflüsse, nicht populistisch. Etwas Eigenes. Weg vom Mainstream, Schräglage, Bewegung, Nervosität, Hektik, Meditation, Tempo, Slow Motion, Dada, HipHop, Bebop" (Jazzthing). Noch im gleichen Sommer feiern [em] in nur einer Festivalwoche bei JazzBaltica in Salzau, beim Festival International de Jazz in Montreal/Kanada und zurück in Europa beim North Sea Jazz Festival in Den Haag ihren Einstand. Im September 2006 erscheint der Nachfolger [em] II (ACT 9655-2), auf dem die drei nicht nur halten, was ihr Debüt versprach, sondern durch ihre gewachsene künstlerische Reife überzeugen. Die ZEIT erklärt [em] zum "aufregendsten Pianotrio der Welt", und der britische OBSERVER ist überzeugt: "This is the future sound of jazz".

Mit Kruse und Schaefer gehört Michael Wollny auch zu den Young Friends, die im Herbst 2005 den nächsten Coup bei Young German Jazz landen. Das Sextett mit den Bläsern Axel Schlosser, Florian Trübsbach und Johannes Lauer interpretiert das Great German Songbook (ACT 9652-2) – warum sollten auch die großartigen Melodien aus deutschen Landen vom Mittelalter über die goldenen Zwanziger bis zu Grönemeyer und Naidoo nicht endlich zum Repertoire junger Jazzer gehören?

Dass Michael Wollny zu den international bemerkenswertesten Pianisten gehört, hat er natürlich auch schon mit seinem Beitrag zur ACT-Anthologie Piano Works – Romantic Freedom (ACT 9749-2) bewiesen, die Jazzpiano in seiner reinsten Form präsentiert. Zwischen Joachim Kühn (der einst Thema seiner Diplomarbeit war) und Brad Mehldau liefert Michael Wollny hier mit der Eigenkomposition "There Again" seine erste Solo-Aufnahme überhaupt – ein Debüt mit Folgen. Die Aussicht auf ein komplettes Solo-Album vor Augen, zieht sich Wollny im Sommer 2006 einen Monat lang auf die Insel Gotland zurück, hört dort viel Schubert, Steve Reich, Björk und Joachim Kühn. Dann tritt er bei der JazzBaltica erstmals allein am Flügel, neben Kollegen wie Mehldau, Marcin Wasilewski und Kenny Barron, auf – und Ende Februar 2007 wird sein Solo-Album Hexentanz (ACT 9456-2) als 7. Folge der Reihe Piano Works veröffentlicht.

Wie hieß es noch in der Laudatio zum Bayerischen Kunstförderpreis 2005? "Dabei kommt Wollny – spielerisch locker, mit Mut zum Risiko, und mit nie erlahmender Kreativität – dem Ideal der totalen Improvisation so nah als möglich. Unser Preisträger steht erst am Anfang einer großen Karriere und wir dürfen uns freuen auf die künstlerischen Highlights, mit denen er uns auch in Zukunft überraschen wird."

(Quelle: PR | ACT)


Foto: © Jörg Grosse Geldermann (Next) / ACT


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