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CD-DETAILS 11 WAYS ... TO KILL YOUR IDOLS [GREEN.FROG.FEET]

Green.Frog.Feet

11 Ways ... To Kill Your Idols [Rock / Alternative]


RELEASE: 23.02.2007


LABEL: Modern Noise

VERTRIEB: Cargo Records GmbH

WEBSITE: www.greenfrogfeet.de

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„Jede Band, absolut j-e-d-e passt in irgendeine Schublade“, ist sich Green.Frog.Feet-Gitarrist Florian Apfl sicher. Wer also glaubt, er könne das Rad neu erfinden, sei hiermit selig gesprochen. Green.Frog.Feet glauben das nicht, sondern bleiben realistisch. „Bei uns steht ganz eindeutig Punkrock auf der Schublade.“ Eine andere Antwort lassen sie nicht gelten, weil sie nicht für 5 Cent Sinn ergeben würde. Warum zum Teufel sollte man lange um den heißen Brei herumreden? Wo Hooks auf Harmonien treffen, Leidenschaft auf Spielwut, Ellenbogen auf Rippen – da sind Green.Frog.Feet nicht weit. Mit ihrem dritten Album stellen die Regensburger ihr Licht direkt auf den Scheffel: Selbstbewusstes Songwriting mit Haken und Ösen, filigran formulierte Texte, die tief schürfen und flammende Melodien, die gierig in alle Richtungen züngeln. Green.Frog.Feet wissen genau, was sie am besten können – und machen auf „11 Ways ... To Kill Your Idols“ genau das. Eine satte Breitseite Punkrock zwischen College-Aula und Pogo-Pit, mit Charme und, pardon, Eiern. Treffer, versenkt!

Ihr vorangegangenes Album „Score“ (2003) verstehen Green.Frog.Feet heute als „den kleinsten gemeinsamen Nenner, den wir damals fanden“. Damals war die – eigentlich schon 1998 formierte – Band personell gerade aufs Neue zusammen gewürfelt. Drei Neuzugänge mussten integriert, eine bandinterne Dynamik gefunden und schmissige Songs geschrieben werden. Ganz schön viel auf einmal, und vor allem: schnell sollte es gehen. Green.Frog.Feet drängten raus auf die Bühne, besser jetzt als gleich. Folgerichtig wurde „Score“ zum spielwütigen Schuss aus der Hüfte: Ein bekömmliches Poppunk-Schnellgericht, voll mit süß-sauren Melodien und geschärften Hooks – aber insgesamt noch nicht perfekt abgeschmeckt. Green.Frog.Feet wissen das. „Damals waren wir noch nicht so weit wie heute“, stellt Gitarrist Rudi Dengler fest, „aber die Songs auf ‚Score‘ waren ein wichtiger Schritt in unserer Bandgeschichte.“ Eben jene, die Green.Frog.Feet-Geschichte nämlich, nahm mit dem Release von „Score“ richtig an Fahrt auf. Die Single „Riot Girl“ kletterte in den schwedischen Charts bis auf Platz 33. Hierzulande wurden Green.Frog.Feet zum MTV Rockzone‘s BEST NEW ROCKER 2005 gekürt. An der Seite der Emo-Kanadier Simple Plan bewiesen Green.Frog.Feet, dass sie auch in größeren Hallen im Handumdrehen den Schweiß von der Decke tropfen lassen können.

Doch wo die Sonne strahlt, bleibt auch Schatten nicht aus. Pünktlich zur Veröffentlichung von „Score“ verließ der kurz zuvor angeheuerte Schlagzeuger die Band – und warf ein dauerhaftes Personalproblem auf. Seit 2003 gaben sich die Green.Frog.Feet-Drummer in rascher Abfolge die Trommelstöcke in die Hand. Drei Neue nahmen seither auf dem Schlagzeugschemel Platz, standen bald auf und gingen wieder. Keine einfache Situation, und doch machten Green.Frog.Feet das Beste daraus. „An unserer musikalischen Ausrichtung haben die häufigen Wechsel hinter dem Schlagzeug nicht das Geringste geändert“, erklärt Florian Apfl. „Im Gegenteil: In Sachen Selbstsicherheit, Teamgeist und Zielstrebigkeit haben uns diese Querelen sogar weiter gebracht.“ Die permanenten Probleme in der Rhythmusabteilung schweißten den treuen Rest der Belegschaft – neben den Gitarristen Florian Apfl und Rudi Dengler sind das Alexander Walter (Bass) und Tom Preißl (Vocals) – eng und enger zusammen. Wer in stürmischen Zeiten zueinander findet, lernt sich kennen und schätzen. Green.Frog.Feet lernten außerdem, die mitreißende Flut an Ideen in griffige Punkrock-Songs zu bündeln. Und sie lernten, dass niemandem verpflichtet sind – außer sich selbst. Diese Erkenntnis trägt heute Früchte. Elf prächtig gediehene servieren Green.Frog.Feet mit ihrem dritten Album „11 Ways ... To Kill Your Idols“.

„Wir trauen uns heute einfach mehr zu“, demonstriert „Xande“ Walter Selbstbewusstsein, „und wir trauen uns, mehr zu machen.“ Green.Frog.Feet haben sich selbst entfesselt: Nichts muss hier, aber alles kann. Mit vereinten Kräften packen die Regensburger denselben Strang – und ziehen den Karren, der vor frischen Einfällen fast überläuft, aus dem Seichten in die Tiefe. Das gilt zum einen für die Musik, wo nach dem sonnenverwöhnten Poppunk von „Score“ auch mal das Wetter kippt.

Auf „11 Ways ... To Kill Your Idols“ frischt der Wind gelegentlich auf, hagelt es plötzlich harte Hooks herab – ehe die finstere Wolkendecke doch wieder aufreißt und den Blick auf einen Fetzen blauen Himmel freigibt.

Das gilt zum anderen für die Texte, wo Green.Frog.Feet ebenfalls einen Satz nach vorne machen – mit Siebenmeilenstiefeln. „Mit flachen Lyrics ist jetzt Schluss“, unterstreicht Textchef Flo das neue Selbstverständnis, „das war Bedürfnis und klare Zielsetzung zugleich. Ich finde, jeder vernunftbegabte, mit etwas Intelligenz gesegnete Mensch sollte das Bedürfnis haben, etwas Sinnvolles mitzuteilen.“ Und man muss sagen, der vollzogene Quantensprung im Umgang mit Worten hat sich gelohnt. Auf „11 Ways … To Kill Your Idols“ sind die Songtexte viel mehr als sinnleere Worthülsen, die sich an die Melodien schmiegen. „Früher brauchten wir die Lyrics nur, damit wir was zum Singen haben“, erinnert sich Flo. „Heute schreiben wir Texte, die bei den Menschen etwas auslösen sollen. Vor dem inneren Auge sollen Bilder entstehen, wie von selbst und unbewusst.“

Mit „Perfect Man“ beispielsweise schicken Green.Frog.Feet kritische Töne nach
oben. Nach ganz oben. „Dieser Song richtet sich an denjenigen, der die ganze Welt verbrochen hat und dann einfach in Urlaub gefahren ist, ohne die ganze Sache vernünftig zu Ende zu bringen“, erklärt Florian Apfl. Gleichzeitig funktioniert „Perfect Man“ auf einer zweiten Bedeutungsebene: „Der Text lässt sich genausogut auf jeden großkotzigen Spacken projizieren. Auf solche Leute, die denken, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und am Ende des Tages nichts als verbrannte Erde hinterlassen.“ Als Fortsetzung der Hitsingle „Riot Girl“ wiederum darf das hymnische „Where‘s The Love“ verstanden werden. „Dieser Song ist unser Beitrag zum ‚American Pie 26‘-Soundtrack“, schmunzelt Flo. Green.Frog.Feet machen hier einen auf Frauenversteher. „Where‘s The Love“ widmet sich augenzwinkernd dem Schicksal leicht bekleideter Mädchen, die am Filmset von Hollywood ebenso barbusig wie erfolglos nach Geborgenheit und Wärme suchen – und doch wieder nur die Flittchenrolle abbekommen.

Einsamkeit und Verwirrung, Größenwahn und Hang zum Suizid – die Songs auf „11 Ways ... To Kill Your Idols“ schneiden eine ganze Reihe gegensätzlicher Gefühle an. Green.Frog.Feet geben sich melancholisch, aber nicht gefühlsduselig. Das stellt auch der Song „Bullets & Angels“ klar. Nur vordergründig geht es hier um schlichte Verzweiflung. Zwischen den Zeilen steht eine andere Botschaft, wie Flo bestätigt: „Tatsächlich ist dieser Song eine Persiflage auf diese ganzen Emo-Seitenscheitel-Mir-geht’s-so-schlecht-Bands, die weinen, kratzen und beißen anstatt zu singen.“ Schwerenot als Selbstzweck – kommt für Green.Frog.Feet nicht in Frage. „Ich habe Spaß daran, diese Möchtegern-Szene zu provozieren“, lacht sich Flo ins Fäustchen, „und ich glaube, das ist uns mit dem neuen Album gelungen.“ Überzeugt euch selbst!

Diskographie:
„Sex, Frogs And Rock’n’Roll“ (2001)
„Score“ (2004)
„11 Ways ... To Kill Your Idols“ (2007)

Tour 2007
05.01.2007 Regensburg - Alte Mälzerei CD-Release-Party
06.01.2007 Zittau - Cafe Emil
12.01.2007 Pattendorf - Tschabos
13.01.2007 Waldsassen - Blue Oyster Bar
20.01.2007 Kirchheim a. d. T. - Linde
02.03.2007 Regensburg - Alte Mälzerei SOUND EXPLOSION Festival
03.03.2007 Ebersberg - AJZ + One Drop Does It
08.03.2007 Köln - MTC SOUND EXPLOSION Festival
09.03.2007 Göppingen - Krypta SOUND EXPLOSION Festival
10.03.2007 Bonn - Kult 41 SOUND EXPLOSION Festival
19.03.2007 Hamburg - Kaiserkeller
22.03.2007 Berlin - Dunckerclub
23.03.2007 Berlin - Slaughterhouse
31.03.2007 Ellbach - Schützenwirt SOUND EXPLOSION Festival
17.04.2007 München - Backstage + Heidjeroosies

Booking: Modern Noise

(Quelle: Another Dimension, 4.1.2007)


FORMAT: CD


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