ROCKREPORT
KÜNSTLER SUCHEN


GENRES

STÖBERN


CD-DETAILS THREE CHORD SYMPHONY [SCOREFOR]

Scorefor

Three Chord Symphony [Rock / Alternative]


RELEASE: 25.08.2006


LABEL: Netmusiczone

VERTRIEB: Rough Trade

WEBSITE: www.scorefor.de

MySpace Amazon 

Nomen est omen? Nicht immer. Manche Plattentitel sind blankes Understatement: "Three Chord Symphony" zum Beispiel – denn auf ihrem dritten Album bieten die Bad Tölzer Scorefor weit mehr, als uns diese drei Vokabeln weismachen wollen. Wer Scorefor unterschätzt, hat schon verloren! Statt sich mit sparsamen drei Akkorde zu begnügen, sprengen Scorefor im zehnten Bandjahr die letzten limitierenden Ketten. Auf "Three Chord Symphony" entfesseln Scorefor einen mitreißenden Hurrikan an Emo-Hooks, die sich schwerlich wieder aus dem Ohr schütteln lassen. "Three Chord Symphony" kickt vom ersten Ton bis zum letzten Takt. Für 47 Minuten und 28 Sekunden, die der Band den Weg in die nächsthöhere Liga ebnen werden. Ab sofort darf sich das bayerische Quartett mit den Donots ebenso messen wie mit internationalen Größen wie Lagwagon und Millencolin. Dass sie dabei den Kürzeren ziehen, brauchen Scorefor zu keiner Sekunde zu befürchten. "Three Chord Symphony" belegt mit 14 nachdrücklichen Argumenten, dass die Bad Tölzer wissen, wie packender Emo-Punkrock mit Härte und Harmonie funktioniert. 14 Songs lang suchen Scorefor nach Harmonien, ohne dabei der Harmoniesucht zu erliegen.

Dafür sorgt auch die Produktion von Indie-Mastermind Mario Thaler (The Notwist, Sportfreunde Stiller, Console) in den Weilheimer Uphon-Studios, der dem Scorefor-Sound imponierende Ecken, Kanten und einen rohen Schliff verpasste. All das macht "Three Chord Symphony" zu einem unberechenbaren Trotzkopf, der hier schroff und unwiderstehlich schmissig daherkommt, sein Temperament dort in infektiösen Refrains bändigt – man höre nur das aufgedreht-rastlose "Sit And Wait" oder das aufwiegelnde "Time For A Change".

Obwohl Scorefor auch mal die Zügel straff halten, folgt das Songwriting anno 2006 meist einem anderen Credo: Die Band setzt auf die Energie der Entschleunigung. Im Vergleich zu ihrem letzten Album "Just Another Version of Truth" (2003) haben Scorefor die Geschwindigkeit merklich gedrosselt. Heute beweisen die Bad Tölzer mehr Mut zur Melodie, lassen überschäumende Spielfreude zu – und punkten mit der neuen Taktik in Serie. Warum das so ist? Weil "Three Chord Symphony" vor Emotionen lodert und Adrenalin schwitzt – Takt für Takt für Takt. Scorefor beherrschen rüde Punkrock-Preller à la "110%" oder "No Matter What You Do" ebenso wie die hohe Hymnenkunst bei "United" oder der ersten Single "Can´t wake up". Viele Songs sind beseelt von dem allzu vertrauten Gefühl, viel zu oft außen vor zu sein. "Melancholische Glückseligkeit" nennt Sänger und Gitarrist Florian "Kropi" Kropius die feine Gefühlsbrise, die durch die neuen Scorefor-Songs weht. Die Lyrics widmen sich häufig dem mutlosen Durchschnittsbürger, der nicht den Schneid hat sein Herz in beide Hände zu nehmen und loszulaufen. Wohin auch immer, Hauptsache fort. "Ich schreibe oft von dem sogenannten ‚Normalo’, der wir alle nicht sein wollen", sinniert "Kropi", "dieser ‚Normalo’ weiß nur allzu gut, welche Rolle er in unserer Gesellschaft zu spielen hat. Aber wehrt er sich dagegen? Leider nicht." Scorefor wehren sich, vom ersten Tag an tun sie das. Die Band bleibt chronisch hungrig. Scorefor sind fortwährend auf der Suche nach etwas Neuem: die vier wollen neue Erfahrungen aufsaugen, neue Venues rocken, neue Pfade gehen.

"Erfolg mit der Band", holt "Kropi" aus, "Erfolg ist für mich, auf eine Bühne in einem Ort zu steigen, dessen Namen ich zuvor noch nie gehört habe." Auch Auftritte in Metropolen, deren Namen jedermann schon gehört hat, durften Scorefor schon als Erfolge verbuchen. New York zum Beispiel, wo sie den Kult-Club "CBGBs" aufmischten. Auch Toronto, wo sie ihrem Publikum bei der "Canadian Music Week" eine schwitzige halbe Stunde bescherten. Oder Tokio, wo die Vier schon mit einer ihrer entfesselten Liveshows für Verkehrsbehinderungen sorgten – Dank dem beachtlichen Erfolg des letzten Scorefor-Albums "Just Another Version of Truth". Dieses fand 2004 den Weg ins Reich der aufgehenden Sonne. Dort rührte der japanische Indie-Riese ‚Imperial Records’ kräftig die Werbetrommel für seine Exoten aus Europa, genauer gesagt Bad Tölz.

Prompt waren Scorefor mit dem Videoclip zum heimlichen Hit "Where Are The Flowers Daddy Used To Bring?" auf MTV-Japan zu sehen und spielten ein ausverkauftes Konzert im Herzen Tokios. Anschließend mussten die Ordnungskräfte die Straße vor dem Venue sperren, um der Band einen Weg vorbei an den ausrastenden Fans zu bahnen. Für Scorefor nur eine einschneidende Erfahrung mehr, die sie dankend mitnahmen, ehe sie weiterzogen: Über Australien, Kanada und die USA, die Schweiz und Österreich zurück nach Deutschland.

Keine Frage, Scorefor haben die Emo-Welt gesehen. Und trotzdem bleibt der Weg das Ziel. Wohin der führen wird, ist ebenso offen, wie die Endungen und Wendungen eines Scorefor-Songs. Klar ist: Auf ihrem dritten Album "Three Chord Symphony" präsentieren sich die Jungs variabler und unberechenbarer als je zuvor. Scorefor schlagen musikalische Haken, neue Wege ein – und sie schlagen auch mal über die Stränge. Dann berauschen sich Jens "Rik" Hofmann (Drums), Stefan "Steve" Lachner (Gitar), Andreas "Chef" Rammler (Bass) und Florian "Kropi" Kropius (Vocals & Guitar) an ihrer überbordenden Spiellaune. Dann reißen sie sich selbst und uns mit in ein aufschäumendes Meer aus Melodien. Freut euch auf ein clever ausbalanciertes Emo-Punk-Album mit charakteristischem Zungenschlag. Groß in Japan waren Scorefor schon, ab sofort ist der alte Kontinent dran. Scorefor sind am Drücker, hier und jetzt!

Discographie:

"Leaving The Birdcage" (2001)
"Just Another Version of Truth" (2003)
"Three Chord Symphony" (2006)

(Quelle: PR | Another Dimension, 6.7.2006)


FORMAT: CD


Rate this:
  (Ø 2.91)


Diese CD weiterempfehlen
Ihr NameIhre E-Mail
Name EmpfängerE-Mail Empfänger
Ihr Nachricht:
 
Spamschutz: (Summe von 9 + 9 in das Textfeld eintragen.)


TOP RANKS

CD-WECHSLER

Klee
Aus lauter Liebe


Knife, The
Silent Shout - An Audio Visual Experience


Roland, Paul
Nevermore


JPLS
The Depths


P!NK
Funhouse Tour: Live In Australia


Ketzer
Satan's Boundaries Unchained



© medienprojekt 2018 Impressum  Kontakt