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CD-DETAILS KEITH EMERSON BAND [EMERSON, KEITH]

Emerson, Keith

Keith Emerson Band [Rock / Alternative]


RELEASE: 19.09.2008


LABEL: edel records

VERTRIEB: edel distribution GmbH

WEBSITE: www.keithemerson.com

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Wer hätte schon Mahatma Gandhi Gewaltbereitschaft, Rüdiger Hoffmann südländisches Temperament oder Nina Hagen ausgeprägte Damenhaftigkeit unterstellt? Und wer, bitteschön, vermutet bei einem Mann, der einst aus Rock, Jazz und Klassik den Progressive Rock miterfinden half, profunden Humor? Das täte bestenfalls, wer je Keith Emerson kennenlernen durfte. Was allerdings nun nicht etwa bedeutet, der 1944 in Todmorden, Lancashire in England geborene Mann habe sich zeitlebens der humorigen Variante moderner Rockmusik gewidmet. Es heißt vielmehr, dass Emerson den seinem Genre sonst gern unterstellten Tugenden (und Laster) zum Trotz ein lässiger Typ geblieben ist. Zum Glück hört man das auf jedem seiner Alben.

Sie alle aufzuzählen und womöglich zu beschreiben, das überlassen wir den Chronisten des Rock. Mit The Nice aber gründete Emerson 1967 eine Band, die besagten Crossover auslotete, bevor das Wort Crossover jemand in diesem Zusammenhang kannte. Und mit Emerson, Lake & Palmer gehörte er seit 1970 einem Trio an, das den Progrock mit Elektronik bespoilerte und so zum Hitparaden-Stürmer machte. Zwar ist Emerson sich selbst nie untreu geworden, berechenbar aber kann ihn bis heute auch niemand nennen. „Ich liebe den Jazz und auch die Klassik, vor allem kombiniert mit zeitgenössischer Musik“, sagt Emerson, „aber nichts davon möchte ich stets und ständig hören. Deshalb bin ich mein ganzes Leben Eklektiker geblieben, denn Abwechslung ist die Würze des Lebens.“

Ein Grundsatz, der auch das Rezept des jüngsten Albums von Keith Emerson geblieben ist. „Seinen musikalischen Geschmack findet man ungefähr so schwer wie die richtigen Klamotten“, sagt Emerson, „da gibt es ja auch Leute, die sich in Jeans und T-Shirt überall wohl fühlen und andere, die ohne Krawatte nicht mal tot gesehen werden wollen.“ Er selbst ist eher so der Krawatten-Typ, der aber dafür nicht den letzten Knopf seines Hemdes schließt. Womit wir, wenn auch über Umwege, wieder bei seinem jüngsten Album wären. Dort hat der mittlerweile 63-Jährige gemeinsam mit dem Gitarristen und Sänger Marc Bonilla, Tony Pia am Schlagzeug und dem Bassisten Travis Davis ein buntes Song-Kaleidoskop erschaffen, bei dem manche Tracks keine Minute, andere dafür derer sechs lang dauern. „Damit folge ich einem Konzept“, so Emerson, „das auch schon bei The Nice und ELP gut funktionierte: Ich erstelle ein thematisches Gerüst, in dem die eigentlichen Songs dann für sich selbst stehen.“ Was für ein großes Glück für ihn, dass seine Fans nicht schon beim Wort „Konzept“ zusammen zucken.

Wer sich die 51 Minuten und 25 Sekunden nonstop anhört, kann dabei fast so etwas wie eine Band-Biografie erstellen. Es ist nämlich und auch zum Glück kaum zu überhören, dass Tony Pia stilistisch wenig festgelegt ist und schon mit Musikern von Larry Carlton über Brian Setzer, Van Morrison und Edgar Winter bis hin zu Woody Herman musizierte, dass Travis Davis über Erfahrungen in den Bands von Alice Cooper ebenso wie in der des Chicago-Mannes Danny Seraphine verfügt und Marc Bonilla nicht nur mit Glenn Hughes und Deep Purple spielte, sondern auch als Komponist von Filmmusiken für „The Replacements“, „Waterworld“ oder „Spiderman 2“ auffiel. „Ich habe meine Auswahlkriterien hinsichtlich meiner Mitmusiker lediglich in einem Punkt geändert über all die Jahre“, lacht Keith Emerson, „ich erwarte heute von ihnen ein weitaus höheres Niveau als früher.“

Auch das ist dem Album anzuhören. Nun waren ja etwa Greg Lake und Carl Palmer beileibe keine bloß mittelmäßigen Musiker, aber Emerson ist es gelungen, ihnen nicht nur würdige Nachfolger zu verschaffen, sondern eben Virtuosen, die seine Musik in bislang nicht gekannten Facetten interpretieren können. So dürften einige Kurzausflüge in den Blues und sogar in den Rock’n’Roll manchen treuen Fan verwundern und allerdings auch schwer begeistern. Zudem hat Keith Emerson sich nicht in die technologische Sackgasse locken lassen. „Klar interessiert mich die Entwicklung auf dem Sektor Technik“, gesteht er grinsend, „aber ich bin davon nicht abhängig. Wenn ich keine Hightech habe, dann mache ich es wie der Maler im Gefängnis ohne Farben und Staffelei: Ich zapfe mir mein eigenes Blut ab und bemale damit die Wände.“ Übersetzt in die Welt der anspruchsvollen Rockmusik lässt sich dazu nur eines sagen: Klingt hervorragend.




Ein Mann, der mit Emerson, Lake & Palmer den Sound ganzer Rockmusik-Generationen bestimmt hat und damit zu einer der Gallionsfiguren der 70er und frühen 80er Jahre wurde.

"Für mich persönlich klingt sein neues, musikalisch hochwertiges Werk wie eine Mischung aus "Tarkus" und "Trilogy" - zwei Meilensteine der Rockmusik. Das neue Album klingt erstaunlich "frisch" und wird generationsübergreifend Musikbegeisterte verbinden, aber auch gleichzeitig polarisieren...

Diejenigen, für die eine "gewisse Attitüde" ein unverzichtbares "must" ist, werden ihn wohl links liegen lassen, aber musikalisch begeisterte Menschen werden Keith Emerson erneut für sein breites Spektrum lieben, dass Emerson nach all den Jahren gekonnt in Bestform virtuos vorträgt.

(Quelle: Kai Manke, Networking Media, 21.08.08)


FORMAT: CD + DVD Video


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