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CD-DETAILS SECRET RHYTHMS 3 [BURNT FRIEDMAN & JAKI LIEBEZEIT]

Burnt Friedman & Jaki Liebezeit

Secret Rhythms 3 [Electronic / Dance]


RELEASE: 26.09.2008


LABEL: Nonplace

VERTRIEB: Groove Attack


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Spricht man über innovative Musik aus Deutschland während der musikhistorisch aufregendsten Epoche, dann fallen fast immer 3 Namen: Kraftwerk, Neu und Can. Geht es darum, den bis heute einflussreichsten Trommler zu bestimmen, dann ist Jaki Liebezeit sicher eine der interessantesten Figuren. Zusammen mit Burnt Friedman folgt er mit der dritten, kompromisslosesten Ausgabe von “Secret Rhythms” ihrer gemeinsamen Vision von neuer Musik.

Wenn immer noch eine Verknüpfung hin zu seiner Vergangenheit bei Can nötig ist, dann liegt sie in dem Geist, mit dem er damals wie heute nach neuen musikalischen Formen sucht. Liebezeit konzipierte nicht nur sein eigenes, auf Zyklen beruhendes Trommelsystem, sondern entwickelte auch ein neuartiges, auf das Nötigste konzentrierte Drumset, durch welches seine bereits theoretisch stimmige Spielweise optimal umgesetzt werden kann.

“After recording some free-leaning Jazz dates in mid-1960s Germany, he grew tired of the music’s lack of form and went on to join Can, with whom he created some of the most forward-thinking rock music of the entire 1970s.(…) Liebezeit’s worldview hasn’t changed much in the ensuing years, if "Secret Rhythms 2”, a co-led collaboration with electronic artist Burnt Friedman, is any indication. For this sequel to 2002’s “Secret Rhythms”, also on Friedman’s Nonplace label, the principles have adopted more of a band-oriented methodology, and the results reflect the sound of an avant-jazz/rock group with electronic embellishments.(…)Yet there’s no mistaking who’s in charge of the show, as Friedman’s production shapes the tracks into a seamless flow of ideas, all propelled by the secret ingredient of Liebezeit’s unmistakable drumming." (Mark Weddle, brainwashed.com)

Friedman und Liebezeit fanden sich 2001 in Köln, weil sie auf gleicher Wellenlänge in der Musik, aber jenseits der gängigen Stilmuster und fern von Retro oder Recycling forschen.
War “SR1” noch geprägt von Solostimmen (VIbraphon, Gitarre und Keyboard) und “SR 2” gefärbt vom Gesang David Sylvians, so enthalten die 7 instrumentalen Titel der “Nr. 3” keine solistischen Aktionen und dominierenden Akteure mehr. Alle Stimmen und Elemente, die sich wie auf einer Kette im Kreis vorwärts bewegen, sind gleichberechtigt. Elektronik und Akustik klingen wie selbstverständlich zusammen, weil das rhythmische Regelwerk stimmt, das den Kern der Musik bildet.

Inner World Music
Beide teilen eine Vorliebe für sogenannte geheime Rhythmen, wobei nicht “versteckte” Rhythmen gemeint sind, sondern wenig gebräuchliche, der westlichen Kultur fremde Rhythmen. Die beiden Künstler haben sich ganz bewusst vom west-europäischen, anglo-amerikanischen Regelrhythmus abgewendet, um ihre Formensprache auf alle global verfügbaren Rhythmen zu erweitern.
Jaki Liebezeit: “Unsere Musik hat möglicherweise viele Elemente dieser Erde aufgenommen, ohne bestmmte Elemente zu featuren. Die einzelnen Elemente sind abstrahiert worden, da ist kein nationaler Charakter mehr vorhanden, oder ethnischer Charakter, nichts Typisches aus Sevilla, aus Istanbul, sondern es sind die Gemeinsamkeiten, die alle Musikarten gemein haben. Diese sind abstrahiert und verarbeitet worden.”

“There are many influences from rhythm patterns around the globe but the instruments and ambience associated with these patterns is completely subsumed into Friedman and Liebezeit´s highly programmed ‘inner world music’.” (Exclaim)

Friedmans amorphe Sequenzen und ortlose Klangpartikel folgen demselben Modell, so dass sich zwei heterogene Klangerzeuger – akustisch und elektronisch/ bzw. improvisatorisch und konzeptionell – perfekt verzahnen und eine Einheit bilden können.
Auf allen 3 “Secret Rhythms”-Alben ist Burnt Friedman für Produktion, Overdubs und Arrangement der Stücke verantwortlich. Was etappenweise über Monate hinweg im Studio oder Proberaum aufgenommen wurde, erscheint schließlich in gebündelter Form als 5-10-Minuten-Songs, obwohl Anfang und Ende dieser Musik eigentlich unbekannt sind.

Zen-Funk
“With one of the most stunning backdrops of the festival, the trio played music that, in its programmatic and repetitive nature, bore some conceptual resemblance to pianist Nik Bärtsch’s "Stoa” (ECM, 2006). But whereas Bärtsch’s self-described “ritual groove music” or “zen funk” is largely acoustic, Friedman is all about electronic tones and processed sound. Still, with Friedman creating visceral grooves on an unconventional drum kit and Chisholm adding his own form of expanded minimalism, the trio made music that was both engaging and trance-inducing. Friedman’s control of sound, melody and pulse made him a perfect act to close the theatre program. From delicate electronic blips to near-metal guitar tones, like Liebezeit he found ways to develop what was often a simple premise for as long as ten minutes in ways that were both hypnotic and demanding close attention. Chisholm, rather than being any kind of soloist, meshed both sonically and thematically with Friedman, the two often piggy-backing on each other’s tone to create a richer whole. There were no changes to speak of, yet there was always a gradual sense of unfolding that kept things interesting throughout. "(John Kelman, allaboutjazz.com)

Friedman und Liebezeit sind so gut eingespielt wie nie zuvor, daher sind die vorliegenden Titel weniger als bisher üblich von Nachbearbeitung und Schnittechniken geprägt, als von der Körperlichkeit und Behandlung der gespielten Instrumente, von zwei Ausnahmen abgesehen: Track 4, “Die Ehrliche Haut”, und Track 6, “Wirklich Version”, stammen ursprünglich von “Secret Rhythms 2”, bzw. “SR1”. Die Originale wurden noch einmal auf eine Dubplate geschnitten und verlangsamt. So sind extrem naturgetreue, aber viel langsamer laufende Versionen entstanden, die re-arrangiert und mit neuen Instrumenten-Spuren gemischt wurden.

Die Gäste
Hayden Chisholm ist bei Friedman´s Studioproduktionen bereits seit 5 Jahren nicht mehr wegzudenken. Er hat eine wesentliche Rolle auf dem 2005 veröffentlichten letzten Flanger-Album “Spirituals” gespielt, und erscheint zuletzt als Gastmusiker auf Burnt Friedman´s “First Night Forever”. Mittlerweile hat er seinen eigenen Weg als Komponist und Direktor der Embassadors eingeschlagen. Ihr erstes Album “Healing The Music” erschien 2008 auf Nonplace. Auf “Secret Rhythms 3” ist er auf allen Stücken vertreten, entweder durch seine typischen, beinahe gehauchten first take-Melodien, oder aber völlig absorbiert in dem detailgeladenen Geflecht der Sequenzen.

Als Folge eines gemeinsamen Konzertes hat sich Tim Motzer 2007 anschliessend auch mit ins Studio begeben und drei Album-Titel wesentlich mitgeprägt. Motzer war bereits auf “Secret Rhythms 2” vertreten und hat Friedman´s Stücke bei den Nine Horses (mit David Sylvian und Steve Jansen) auf Gitarre begleitet. Der der Jazzszene von Philadelphia musikalisch entwachsene Gitarrist wirkt heute u.a. als kreativer Partner von Ursula Rucker und King Britt. Neben dem Live-Feeling der Stücke erscheint die akustische Gitarre als die offensichtlichste Erweiterung zum Vorgänger “Secret Rhythms 2” bzw. knüpft an die Vinyl EP “Out In The Sticks” an, an welcher Motzer ebenfalls wesentlich mitgewirkt hat.

Darüber hinaus spielt auch diesmal Joseph Suchy eine nicht unerhebliche Rolle, indem er sich mit seinen extremen und selten an Gitarre erinnernden Sounds durch die Freiräume zwischen den einzelnen Instrumenten bewegt und die groben Elemente mit den feinen Details der ambienten Texturen zu verschmelzen versteht.

Pressestimmen
"…endlessly inventive and smooth as silk.“ (The Wire)
"…sounds like the modern jazz quartet of the 24th century…“(Uncut)
"Friedman und Liebezeit ist eine grandiose synergetische Melange der Musikstile gelungen, die sich um das zentrale Element einer jeden Musik dreht, nämlich den Rhythmus.“ (arte.com)

(Quelle: Groove Attack, Aug. 2008)


FORMAT: CD


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