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CD-DETAILS START BREATHING [ATOMIC BEES]

Atomic Bees

Start Breathing [Rock / Alternative]


RELEASE: 30.05.2008


LABEL: India Records

VERTRIEB: Rough Trade

WEBSITE: www.theatomicbees.com

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Man stelle sich eine Musik vor, die sich aus dem Lebensgefühl der 80er Jahre speist und doch mitten in der Gegenwart verwurzelt ist. Die bunt ist, vielfältig, euphorisch und geradezu übersprudelt vor großartigen Melodien, die haften bleiben und als traute Begleiter ganze Tage retten können. Die mit ungeheurer Dynamik alle negativen Emotionen wegbläst und pure Lebenslust ausdrückt. Wenn man sich solch eine Musik vorgestellt hat, dann hat man in etwa eine Idee davon, wie die Atomic Bees klingen.

Drei Jahre ist es her, dass eines Nachts auf einmal Diego Leanza bei Gianmatteo Matullo auf der Matte stand und ihm erzählte, dass er mit ihm ein neues Band-Projekt starten wolle. „Ich war etwas verwirrt, weil ich nicht wusste, worüber er eigentlich sprach“, erinnert sich Gianmatteo. Doch die Verwirrung legte sich alsbald. „Diego hatte eine ziemlich klare Vorstellung davon, was er wollte. Also stöpselte er einfach ein Mikrofon ein und wir schrieben den ersten Song.“

So schnell geht das also in Neapel. Wobei man an dieser Stelle durchaus erwähnen sollte, dass sich Diego und Gianmatteo schon seit einer kleinen Ewigkeit kennen. Der eine war elf, der andere 15, als sie zum ersten Mal gemeinsam Musik machten. 1988 war das, aus den Augen verloren haben sich die zwei nie. Wie auch, wo beide doch unentwegt in der neapolitanischen Szene unterwegs waren, in unterschiedlichen Bands spielten, verschiedene Stile ausprobierten. Dann kam Diegos Überraschungsbesuch im Jahr 2004, die Freunde fanden auch musikalisch wieder zusammen und gründeten eine Band, die so aufregend und glamourös klingt, dass ihrem Siegeszug von Süditalien durch ganz Europa nichts im Wege stehen sollte. Ihr Name: The Atomic Bees. Und dass ihr Debüt-Album so heißt wie der Song, der in besagter Nacht vor drei Jahren entstand, versteht sich ja wohl von selbst: „Start Breathing“.

Dass die Geschichte der Atomic Bees – historisch betrachtet – 1988 begann, ist mehr als eine bloße Randnotiz: Die 80er Jahre sind auf dem Erstling der Band von der ersten Sekunde an präsent und bilden die Grundlage für einen Sound, der bei allen Referenzen an Legenden wie The Cure, Depeche Mode oder auch Tears For Fears doch auch sehr heutig ist. Die Atomic Bees schlagen einen Bogen aus der Zeit, in der ihre Anfänge liegen, bis in die Gegenwart und vervollkommnen die Ausdruckskraft der 80er-Jahre-Kunst mit den Mitteln zeitgemäßer elektronischer Musik und des Neo-Pop. In der Version der Atomic Bees wird aus Bronski Beats „Smalltown Boy“ – dem einzigen Cover auf „Start Breathing“ – ein rauschhafter, sinnlicher und kraftstrotzender Club-Hit. Ein Song wie „Can’t Get Enough“ ist dank seines unverschämten Pop-Appeals und seiner stoisch nach vorne marschierenden Beats der perfekte Soundtrack für eine wahrhaft exzessive Party. In einigen Songs erweist sich Gianmatteo als die italienische Antwort auf Robert Smith und fügt der Synthese aus 80er-Jahre-Feeling und Gegenwartsbezug eine ebenso verwirrende wie faszinierende Facette hinzu. Auch Diego, der Komponist und Arrangeur, hat immer noch einen neuen Trumpf im Ärmel. So sorgt die akustische Gitarre am Anfang von „The Show“ zunächst einmal für einen reizvollen Bruch, fügt sich dann aber effektvoll in den Gesamtsound ein, der sich immer weiter und weiter verdichtet – bis hin zum ekstatischen Finale. Und dann gibt es da auch noch Lieder wie die schwärmerische Ballade „Smile“, wundervoll arrangiert und mit Leidenschaft gesungen. „Start Breathing“ – ein überragendes, vielgestaltiges Debütalbum.

Schon jetzt denken die Atomic Bees über die nächste Platte nach, die Diego zufolge weniger elektronisch klingen könnte, da hält man sich alle Optionen offen. Der künstlerische Ansatz aber wird derselbe bleiben: So wie Außerirdische neugierig auf die Erde blicken und sich ihre Gedanken machen, so wollen Gianmatteo und Diego aus veränderter Perspektive das tägliche Leben um sie herum beobachten und aus ihren Eindrücken Songs machen – daher auch der leicht extraterrestrische Bandname. Und noch ein Gedanke ist dem Texter und Sänger Gianmatteo wichtig: „Bei unseren ersten Atemzügen – metaphorisch gesprochen – dachten wir daran, dass jeder Mensch Kunst in sich trägt. Man muss nur den richtigen Weg finden, sie zum Ausdruck zu bringen. Das ist der beste Teil im Menschen, und den muss man finden. Ich bin Diego zu Dank verpflichtet, weil er mich in einem schwierigen Moment unserer Arbeit daran erinnert hat, dass wir Künstler sind.“

Dass die Atomic Bees für die Covergestaltung einen international renommierten Künstler gewinnen konnten, passt da hervorragend ins Bild: Bei IGORT handelt es sich um einen mit bedeutenden Preisen ausgezeichneten italienischen Cartoonisten, der in der Comic- und Manga-Szene einen legendären Ruf genießt. Gianmatteo indes lässt für seine Künstlerexistenz seinen bürgerlichen Beruf ruhen: Er ist graduierter Archäologe. „In der Vergangenheit zu lesen hilft dabei, die Gegenwart zu verstehen“, sagt er. Die 80er Jahre haben er und sein Partner Diego freigelegt. Was sie dort gefunden und anschließend aufpoliert haben, leuchtet und funkelt und macht die Gegenwart hell und freundlich. Und das ist genau das, was wir jetzt brauchen.

(Quelle: Alexandra Doerrie, Another Dimension)


FORMAT: CD


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