ROCKREPORT
KÜNSTLER SUCHEN


GENRES

STÖBERN


CD-DETAILS THE ALCHEMIST MANIFESTO [OCOTE SOUL SOUNDS & A. QUESADA]

Ocote Soul Sounds & A. Quesada

The Alchemist Manifesto [Electronic / Dance]


RELEASE: 13.06.2008


LABEL: ESL Music

VERTRIEB: Soulfood

WEBSITE: www.ocotesoul.com

MySpace Amazon 

“Die Umwandlung von gewöhnlichem Metall in wertvolles Gold – kaum ein Vorgang verdeutlicht die Entwicklung eines unvollkommenen, kranken, korrumpierbaren und kurzlebigen Stadiums eindrucksvoller, indem er sie im Gegenzug auf eine perfekte, gesunde, unbestechliche und immerwährende Stufe physischer Ewigkeit katapultiert. Bezogen auf den Alchemisten selbst symbolisiert er den evolutionären Schritt von Unwissenheit und Ahnungslosigkeit hin zu Aufklärung und Erleuchtung."

Die beiden Musiker und Produzenten Martin Perna (aka Ocote Soul Sounds) und Adrian Quesada sind einmal mehr aus dem Schatten ihrer beiden Bands Antibalas und Grupo Fantasma herausgetreten, um uns auf eine weitere Reise durch ihre tropisch-psychedelischen Soundlandschaften mitzunehmen, die sie auf ihrem neuen Album „The Alchemist Manifesto“ nicht nur perfektioniert, sondern auch zu einem ihrem Ruf vorauseilenden Markenzeichen erhoben haben.

Wie schon auf ihrem ersten Album „El Niño y el Sol“ setzen sich die Beiden darauf erfolgreich über jegliche Form kreativer Einschränkung hinweg, zelebrieren die musikalische Aufsässigkeit und vereinen Gegensätze und Widersprüche zu einer fesselnden Melange aus unbändiger Spielfreude und Eigenständigkeit. So ist der Sound organisch und elektronisch zugleich, düster und hoffnungsvoll, kämpferisch und sanftmütig – um nur einige der Konträr-Attribute zu nennen, die auf „The Alchemist Manifesto“ geschickt miteinander verwoben wurden.
So findet sich unter den elf Stücken beispielsweise das epische Afro-Jazz-Intro „The Grand Elixir“ mit Todd Simon (Breakestra, Dakah, Connie Price & The Keystones), einem langjährigen Freund und musikalischem Mitstreiter der Beiden, dessen sagenumwobenes Blechbläser-Spiel wahrhaft grandios zu nennen ist. Dazu gesellen sich Songs wie das hymnenartige „La Reja“, in dem die immer noch existente Rassentrennung in unserer angeblich so fortschrittlichen Gesellschaft angeprangert wird, sowie eine vernebelte Electro-Version des afro-kolumbianischen Klassikers „Pescador“. Hier trifft der packend-globale Sound des Südens auf die geballten Errungenschaften des 21. Jahrhunderts und zerschmilzt darin zu einer alles erfassenden Supernova aus Innovation, Tradition und Leidenschaft.

Kennengelernt haben sich Quesada und Perna erstmals 2003 in Brooklyn, wo sie für eine kurze Zusammenarbeit im berühmten Studio von Ticklah aufeinander getroffen sind. Doch in diesem Moment lag etwas Magisches in der Luft, sodass die Beiden gar nicht anders konnten, als ihre musikalischen Eingebungen und Visionen fortan in eine gemeinsame Form zu gießen. So tauschte man seitdem ständig Song-Ideen hin und her, bis Martin bei einer Fahrt von Brooklyn nach Mexiko in seinem mit Rapsöl betriebenen Mercedes im Winter 2004 plötzlich einen Motorschaden hatte und ausgerechnet in der Nähe von Adrian Zuhause in Austin, Texas liegenblieb. Das war ein Wink des Schicksals, sodass man sich für zwei Wochen einschloss und man von außen nur noch kreative Funken sprühen sah. Und bevor sich überhaupt einer von Beiden wirklich bewusst war, was da gerade vor sich ging, hielt man schon das fertige Album „El Niño y el Sol“ in Händen. Veröffentlicht wurde es erstmals als reine Underground-LP, bis sie letzten Endes von der Thievery Corporation entdeckt und 2005 bei ESL Music re-released wurde.

Wie schon „El Niño y el Sol“, ist auch „The Alchemist Manifesto“ unter besonderen Umständen und mit außergewöhnlichen Mitteln entstanden - so haben nicht nur Laptops, Keys und Synthesizer Einzug ins Soundbild erhalten, sondern ebenso Bambusflöten, alte Kassettendecks und verschiedene Schalen aus dem heimischen Küchenschrank. Der Produktionsprozess selbst hat sich über eine Zeitspanne von 2005 bis 2007 gezogen, in der sich Quesada und Perna intensiv mit dem Kreislauf aus Geburt, Tod und Erhebung beschäftigt haben, was auch Einzug in ihre Stücke erhalten hat. Miteinander Musik zu machen, Songs zu schreiben und gemeinsame Ideen auszuarbeiten hat die entstandene Anspannung solch tiefsinniger Experimentierphasen zu erlösenden und transformativen Erlebnissen werden lassen, von dessen Erfahrungen beide Akteure auch heute noch zehren. Und zwar nicht nur im Zuge der Ocote Soul Sounds-Sessions.

Schließlich sind ihre musikalischen Fähigkeiten sehr viel weitreichender und allseits geschätzt, denn ihr Talent hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet und sich bis in die hintersten Winkel des Planeten herumgesprochen. So ist Martin Perna nicht nur Gründer der Band Antibalas, sondern gehört auch zur Originalbesetzung von Sharon Jones And The Dap Kings, die immerhin schon von Amy Winehouse und Mark Ronson als Live-Kapelle bei diversen Top-Gigs verpflichtet wurden. Zudem stehen so illustre Namen wie Scarlett Johansson und TV On The Radio auf der Liste derjenigen Künstler, die für die Produktion ihrer Platten nicht auf den markanten und einprägsamen Flöten- und Saxophon-Sound Pernas verzichten wollten.
Quesada wiederum war maßgeblich an der Entstehung der Latin-Kombo Grupo Fantasma und dem Funk-Phänomen Brownout beteiligt, hat einen Großteil seiner Zeit 2007 in den Dienst von keinem Geringeren als Prince gestellt und gerade kürzlich noch mit Fania All-Star-Pianisten Larry Harlow aufgenommen. Nicht zu vergessen, seine Arbeit als Komponist und Musical Supervisor für den Soundtrack der texanischen, mit diversen Preisen ausgezeichneten B-Boy-Dokumentation „Inside The Circle“.

Doch das gelebte Tausendsassatum der Beiden muss man nicht nur im Studio, sondern vor allem auch auf den Bühnen dieser Welt mit einem dicken Ausrufezeichen versehen - denn auch live sind Ocote Soul Sounds und Adrian Quesada eine Macht. Schließlich steht man am Ende nicht nur zu zweit vor tosendem Publikum, sondern hat sich ein formidables Septett furioser Multi-Instrumentalisten zusammengeklaubt, dass seine Fähigkeiten bereits auf dem Fun Fun Fun Fest und dem Austin City Limits Festival mehr als eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Auch zum Release von „The Alchemist Manifesto“ sind bereits einige Gigs geplant, bei denen die Truppe im Sommer und Herbst 2008 sicherlich das ein oder andere musikalische Feuerwerk abbrennen werden.

Ocote Soul Sounds und Adrien Quesada haben es also wieder einmal getan und ein freakig-funkiges Elexier aus hochexplosiven Zutaten zusammengemixt, das in seiner Gesamtheit wahrlich wahnsinniger und manisch magischer erscheint, als es die berühmte Summe seiner Teile auf die erste Kick zunächst vermuten lassen würde.

Ohren öffnen, Augen schließen – genießen.
Auf dass „The Alchemist Manifesto“ auch Dich verändere.

(Quelle: Sven-Erik Stephan, Beatsinternational, 2008)


FORMAT: CD


Rate this:
  (Ø 2.79)


Diese CD weiterempfehlen
Ihr NameIhre E-Mail
Name EmpfängerE-Mail Empfänger
Ihr Nachricht:
 
Spamschutz: (Summe von 7 + 8 in das Textfeld eintragen.)


TOP RANKS
01Loose Fur
Born Again In The USA

VÖ: 13.03.2006
02Milosh
iii

VÖ: 25.08.2008
03Beady Belle
Belvedere

VÖ: 25.04.2008
04Schreuf, Kristof
Bourgeois With Guitar

VÖ: 16.04.2010
05Shapiro, Paul
Essen

VÖ: 01.08.2008
06Harem Scarem
Hope

VÖ: 04.07.2008
07Thanateros
Liber Lux

VÖ: 03.04.2009
08Schiller
Sehnsucht Live

VÖ: 14.11.2008
09La Ventura
A New Beginning

VÖ: 28.08.2009
10Clues
Clues CD

VÖ: 15.05.2009

CD-WECHSLER

Butch
Papillon


Guincho, El
Alegranza


Mitote
Starter


Far
At Night We Live


V.A.
Black Snake Moan


Michiko
No Place Like Home



© medienprojekt 2017 Impressum  Kontakt