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CD-DETAILS PARK BENCH THEORIES [SCOTT, JAMIE & THE TOWN]

Scott, Jamie & The Town

Park Bench Theories [Rock / Alternative]


RELEASE: 05.10.2007


LABEL: Reprise Records

VERTRIEB: Universal

WEBSITE: www.jamiescottandthetown.com

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Mit 19 sah es so aus, als hätte Jamie Scott das große Los gezogen. Trotz seines jungen Alters hatte er schon einen Majorlabelvertrag an Land gezogen. Er hatte sich mit seiner Jugendliebe häuslich eingerichtet und lebte mit Freunden und Familie noch immer in der Kleinstadt, in der er aufgewachsen war. Er hatte all die Vorteile auf seiner Seite, das Leben schien perfekt zu sein. Es war wohl unumgänglich, dass sein Glück irgendwann ein Ende haben würde.

„Im Grunde passierte nichts Schlimmes. Die beiden Typen, die mich gesigned hatten, hörten auf, bei dem Label zu arbeiten, und mir wurde der Boden unter den Füßen weggezogen.“ Er und das Label gingen getrennte Wege. Scotts verständliche Frustration über die Entwicklung seiner Karriere fiel zusammen mit der schmerzhaften Trennung von der Liebe seines Lebens. Die Situation inspirierte einen Großteil der Songs auf Park Bench Theories. „Das Album basiert zwar auf der Beziehung, aber es ist kein Trennungsalbum. Denn es umspannt das komplette Spektrum – von der Phase, in der man fast schon verheiratet ist, bis zur Trennung, wo man am Boden zerstört ist, weil man alles verloren hat.“

Scott hatte das Gefühl, seine Chance als Solokünstler verpasst zu haben, also entschloss er sich, eine Karriere als Filmkomponist zu verfolgen. „Ich habe das bei hunderten von großartigen Musikern mitbekommen: Sie wurden nie gesigned und gingen irgendwann einfach unter. Ich hatte akzeptiert, dass ich meine Chance verpasst hatte.“

Aber natürlich ist Musik für jemanden, der im Alter von sieben anfängt Gitarre zu spielen und sich alles selbst beibringt, wie ein innerer Zwang. Und Scott war es gewohnt, diesem Zwang nachzugeben. Seine musikalischen Vorlieben und Einflüsse sind immer noch so wahllos zusammengewürfelt wie damals. Seine Mutter brachte ihm James Taylor, Cat Stevens und Carole King näher. „Zu Hause spielte meine Mutter die ganze Zeit ‚Tapestry’. Es war das erste Album, das ich jemals hörte. Ich war sieben Jahre alt und kann mich noch erinnern, wie ich auf das Cover starrte und mir die Platte anhörte. Ich war total von der Musik hypnotisiert. Damals wusste ich noch gar nicht, worum es überhaupt ging, aber ich war zutiefst gerührt.” Sein Vater impfte ihm eine tiefe Leidenschaft für Soul ein – Wilson Pickett, Donnie Hathaway, The Flamingos. „In der Schule redeten alle meine Freunde über Bands wie Bon Jovi. Ich hatte keine Ahnung, von wem sie sprachen, weil ich erst mit 15 anfing, Radio zu hören.“

Mit sieben brachte sich Scott das Gitarrespielen bei, indem er versuchte, bei einer Kopie von Joni Mitchells „Blue”-Album seiner Mom mitzuspielen. „Am Anfang war ich unglaublich schlecht. Ich probierte ein paar Jahre lang wohl einfach nur herum, bis ich irgendwann dann richtig spielen konnte.” Als er ein paar Jahre später bei einem Freund zu Hause ein Klavier entdeckte, fing er sofort an, sich auch mit diesem Instrument zu beschäftigen. Er verbrachte seine ganze Freizeit bei dem Freund, um zu üben.

Der tragische Tod seiner Tante trieb seinen Ergeiz unerwartet weiter an. Scott wusste nicht, dass seine Tante im Sterben lag. Dennoch hatte sie veranlasst, dass er nach ihrem Tod ein Klavier geschenkt bekommen sollte. „Als mir meine Tante das Klavier kaufte, wusste ich erst recht, was ich wollte.“ Er verbrachte seine ganze Zeit mit dem Spielen und Schreiben von Songs.

Erstaunlicherweise bekommt Scott nun mit 25 eine zweite Chance auf den Durchbruch. Glücklicherweise wurde er nur wenige Monate nach Ablauf seines letzten Deals noch einmal entdeckt. Scott kam bei einem neuen Plattenlabel unter. Unter dem Namen Jamie Scott and The Town schloss er einen neuen Deal ab.

„Ich habe wirklich unglaubliches Glück. Alles, was ich jemals wollte, war die Chance, dieses Album aufzunehmen. Ich muss nicht unbedingt Millionen von Platten verkaufen. Ich finde, dass ich jetzt schon mein Ziel erreicht habe.“

Am Anfang hieß es, er klinge wie Jamiroquai. Der frühere Vergleich ist ziemlich platt, aber wahrscheinlich rührt er vom Klang seiner aussagekräftigen und schwermütigen Stimme. Tatsächlich geht der Funk von Jamie Scotts Park Bench Theories nicht so leicht ins Ohr. Und wenn schon Vergleiche gezogen werden müssen, kann man ihn irgendwo zwischen Jeff Buckley und Stevie Wonder ansiedeln.

Nun, weiter zu Park Bench Theories. Auf dem Album wird von Anfang bis Ende jede Stufe der schmerzhaften Dramen in Jamie Scotts Leben nachgezeichnet. In den Songs werden durchgängig Punkte wie Vertrauen, Liebe, das Treffen schwieriger Entscheidungen und der schlussendliche Abschluss damit angesprochen. „Wenn mich jemand fragt, worum es auf Park Bench Theories geht, dann antworte ich, dass es im Grund um Fehlinterpretationen und Missverständnisse geht und darum, wie viel dadurch kaputt gehen kann.“

„Weeping Willow” zeigt deutlich den Schmerz, den man in dem tragischen Moment spürt, in dem einen die Person, der man am meisten vertraut, plötzlich fallen lässt. „Changes“ spiegelt hingegen die verschiedenen einschneidenden Erfahrungen wieder, die einen als Menschen formen. Und obwohl die Thematik nicht gerade leicht und unbeschwert ist, so sind Scotts Melodieverständnis und seine wunderschöne, aussagekräftige Stimme eben genau das. Leichtlebigere Songs wie „London Town“ sprühen nur so vor dem aufblühenden Optimismus von jemandem, der nach einer schwierigen Zeit in seinem Leben gerade physisch und emotional damit abschließt. Und genau das ist auch die Botschaft, die Jamie Scott dem Hörer mit auf den Weg geben will.
Auch wenn der 25-Jährige – relativ gesehen – noch grün hinter den Ohren ist, musste er schon mehr als genug durchmachen. Doch hat er sich durch nichts unterkriegen lassen. Und gibt es etwas, was er bereut? „Rein gar nichts.“

(Quelle: Universal Music Group)


FORMAT: CD


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