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CD-DETAILS SUPRESA [HOTEL BOSSA NOVA]


Foto: UK Promotion

Hotel Bossa Nova

Supresa [Pop]


RELEASE: 27.02.2009


LABEL: Homefamily

VERTRIEB: edel distribution GmbH

WEBSITE: www.hotelbossanova.com

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So befreit und entfesselt, zugleich schlüssig und souverän klang schon lange kein modernes und wegweisendes Bossa-Nova-Album.

Blicken wir zurück in die Zukunft. Für den Bossa Nova war 2008 ein spannendes, ja geradezu aufregendes Jahr. Zum 50-jährigen Jubiläum dieses zunehmend populären Genres waren kostbare Bossa-Schätze aus den Archiven aufgetaucht und etliche zeitgenössische Jazzmusiker hatten mit ihren jüngsten Werken diesem brasilianischen Synonym für Leichtigkeit und Lebensfreude neuen Ausdruck verliehen. Auch Hotel Bossa Nova haben sich mit Leib und Seele dem Bossa Nova und seinen reichen Variationsmöglichkeiten verschrieben. Den Sommer 2008 hatte die seit etwas mehr als drei Jahren bestehende Jazzformation aus Wiesbaden damit verbracht, die Aufnahmen zu ihrem zweiten Album endgültig abzuschließen. „Supresa“, dokumentiert die dynamische Entwicklung einer Band, die nicht nur künstlerische Freiheit als ihr größtes Gut betrachtet, sondern diese auch nutzt, um die Zukunft des Bossa Nova kreativ und weitgreifend mitzugestalten.

Der weltweite Siegeszug des Bossa Nova begann mit einer Komposition von Antonio Carlos Jobim, dem Godfather des Bossa Nova. „The Girl From Ipanema“, phantastisch interpretiert von Astrud Gilberto, avancierte 1962 zum ultimativen Bossa-Nova-Song schlechthin. Mit Liza da Costa verfügen auch Hotel Bossa Nova über eine Sängerin von enormer Strahlkraft. Die Tochter eines Inders und einer Portugiesin hat eine Stimme, die wie geschaffen für den Bossa Nova ist. Mehr noch, ihr ganzes Wesen scheint in dieser Musik aufzugehen, bei deren Leichtigkeit immer ein wenig Melancholie mitschwingt.

Eine Sehnsucht, die den Bossa Nova mit dem Fado verbindet, dem schwermütigen musikalischen Pendant aus Portugal. Womit wir schon mitten in der Geschichte von Liza da Costa wären, die in Deutschland aufgewachsen ist, doch ein paar Jahre ihrer Kindheit in Lissabon verbrachte.

Letztendlich fühlte sich Liza überall als Migrantin. Heimatlos. Über den Vater zum Jazz gekommen, verließ sie ihr erstes Jazzvokaltrio zugunsten einer internationalen Karriere im Popbusiness. Ruhm und Glamour zogen wie ein Rausch vorbei. Die Nebenwirkungen, Dekadenz und Ennui, hinterließen einen bitteren Nachgeschmack.Hotel Bossa Nova bildet aber weit mehr als nur eine willkommene Oase der Erholung. Mit der Entscheidung, portugiesisch zu singen, hat Liza da Costa zu sich selbst gefunden.

Und in den drei brillant aufspielenden Musikern Tillmann Höhn (Gitarre), Alexander Sonntag (Kontrabass) und Wolfgang Stamm (Schlagzeug, Percussion) hat sie drei Weggefährten gefunden, die in der Lage sind, mit ihr den Bossa Nova zu neuen Ufern führen. Die drei versierten Jazzer weisen Biographien auf, die so individuell wie variabel sind. Im Hotel Bossa Nova haben sie nun eine gemeinsame Residenz des Wohlgefühls gefunden.

Am Anfang spielte das Quartett, das sein Konzertdebüt im Dezember 2005 gab, vornehmlich Bossa-Nova-Klassiker, dokumentiert auf ihrem ersten live im Studio eingespielten Album *AO VIVO*(2006), auf dem zwei Drittel der Songs von Tom Jobim, Baden Powell und anderen stammte. Im Vergleich zu *SUPRESA* nimmt sich das erste Album noch ein wenig formstreng aus. Gleichwohl konnten Hotel Bossa Nova schon damals mit einer Mischung aus Virtuosität und Schwerelosigkeit, aus Vehemenz und Verträumtheit aufwarten, die jedem internationalen Vergleich locker standhielt.

Doch Perfektion ist nicht alles im Bossa Nova.Mit der Zeit – und vor allem mit wachsender Konzerterfahrung – haben Hotel Bossa Nova mehr und mehr den feinen Verästelungen des Genres und seinen Affinitäten zu anderen musikalischen Bereichen nachgespürt. Daraus hat sich mit „Supresa“ ein Album der fließenden Bewegungen entwickelt, und das nicht nur weil der Opener „Aguas“ dazu animiert, sich glückstrunken in die Wellen zu stürzen.

Für zusätzlichen Brazil-Flair sorgt hier übrigens Gastflötist Harold Todd (Lenny Kravitz Band), der ebenso wie die beiden anderen Gastmusiker auf *SUPRESA*, der Pianist Ulf Kleiner und die Akkordeonistin Anne Cratz, mit der Band gut befreundet ist. Fließende Übergänge finden sich auf dem Album allerorten, sei es vom getragenen Fado zum vitalen Samba („Meu Bairro“) oder vom quirligen Cool Jazz zu afrikanischen Rhythmen („Perder e encontrar“).

Den verschlungen scheinenden Weg von der klassischen spanischen Gitarre bis zum frei schwebenden Scat-Gesang, vom Flamenco bis zum Jazzrock nehmen Hotel Bossa Nova mit Bravour. Mühelos verknüpfen sie europäische und lateinamerikanische Musikkulturen zu einer erfrischenden Einheit. Auch die Lust am Spiel, am Verspielten und an der Improvisation ist hier in jedem Moment spürbar. So gerät „Cancao da meia noite“ zur prachtvollen Bossa-Nova-Suite voller Hingabe und mit einem hinreißenden Gitarrensolo. Das ist Poesie in Perfektion. *SUPRESA* ist eines dieser Alben, die so facettenreich und farbenfroh sind, dass man es mit einem Mal kaum erfassen kann. Rund um den Jobim-Klassiker „Corcovado“, die einzige Fremdkomposition des Albums, entspinnt die Band ihr ganz eigenes Bossa-Nova-Universum. Ein Album wie ein Tag am Meer, das als Bild in den Songpreziosen auf „Supresa“ immer wieder auftaucht, als wären dort alle Geheimnisse und Sehnsüchte dieser Welt verborgen.

Dabei strahlt allein die Musik immer wieder das pure Glücksgefühl aus, was vielleicht auch daraus resultiert, dass Hotel Bossa Nova sich nicht nur künstlerisch ganz zwanglos bewegen und entfalten. Die vier Freunde sind ihre eigenen Manager und Produzenten; alle wichtigen Entscheidungen werden paritätisch gefällt; der kreative Impetus des Quartetts lässt durchaus Reibungen zu. Das kann nur fruchtbar sein.

Zumal das Resultat ganz für sich spricht. So befreit und entfesselt, zugleich schlüssig und souverän klang schon lange kein modernes und wegweisendes Bossa-Nova-Album. Fazit im Hier und Jetzt: Mit „Supresa“ gehört Hotel Bossa Nova die Zukunft.

(Quelle: UK-Promotion, 10.2.2009)


Tracklisting:

  1. Aguas
  2. Nada pra esquecer
  3. Cançao da meia noite
  4. Musica escondida
  5. Meu bairro
  6. Perder e encontrar
  7. Corcovado
  8. Supresa
  9. Al-oud
  10. Amor do mar
  11. Paisagem
  12. Sonho


FORMAT: CD


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