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CD-DETAILS UNHEIL [ÜEBERMUTTER]

Üebermutter

Unheil [Hard / Heavy]


RELEASE: 04.04.2008


LABEL: Roadrunner Records

VERTRIEB: Warner Music Group

WEBSITE: www.uebermutter.de

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Am Anfang war das Weib. Und sie sah, dass es gut war.“ So ähnlich zumindest ließe sich heute die turbulente Erfolgsgeschichte von Luci van Org einleiten, die einigen mit Sicherheit noch unter dem Synonym Lucilectric mit ihrem damaligen Hit „Weil ich ein Mädchen bin“ in Erinnerung hängen geblieben sein mag. Doch 1994 ist lange her – jetzt tritt die dauerschaukelnde Ex-Pop-Göre von damals als zur ÜEBERMUTTER gereifte Metal-Feldherrin an, um mit ihrer nahkampferprobten Unheilsarmee die Revolution der neuen Weiblichkeit auszurufen und mit „Unheil!“ den definitiv spannendsten, mutigsten und polarisierendsten Longplayer des Jahres zu veröffentlichen!

ÜEBERMUTTER sind gekommen, um das Volk hellwach zu rocken und zum Nachdenken zu bringen: Mit in bitterböse Stakkato-Riffs verpackten Power-Lyrics, die im ersten Moment vielleicht noch ungewöhnlich schwer im Magen liegen, um im nächsten Augenblick ihre augenzwinkernde und catchy Message zu offenbaren. Luci van Org alias ÜEBERMUTTER spielt auch heute noch nur zu gern mit starken Symbolen und Slogans, und erklärt auf „Unheil!“ donnernd die Mehrdeutigkeit zum alles bestimmenden Stilmittel ihrer Kunst. Mit verführerischen Fetisch-Fantasieuniformen, martialischen Heavy-Rhythmen und ihrer ureigenen Bildersprache irgendwo zwischen Bertold Brecht und Rio Reiser versteht sich die vermeintlich Männerfleisch fressende Berliner Schattenpflanze innerhalb ihres 2006 ins Leben gerufenen Bandprojekts als direkte Reaktion auf alles das, was verkehrt läuft in diesem Lande. Musikalisch wie textlich jedoch mit reichlich Ecken und Kanten, ist der Sarkasmus doch das traditionell schärfste Schwert - auch auf die Gefahr hin, dass es manchmal weh tut.

„Ich praktiziere eine extrem effiziente, schmerzhafte Art des Kung-Fu und auch in kreativer Hinsicht bin ich der Meinung, dass Gewalt an der richtigen Stelle durchaus angebracht ist, was künstlerische Äußerungen und die Form der Brachialität angeht. Warum sollte ich Musik machen, wenn ich den Leuten keine durchschlagende Botschaft zu vermitteln hätte?“

Van Org weiß, wovon sie redet. Als erfolgreiche Songschreiberin für Rock-Größen wie Nena, Nina Hagen oder die Terrorgruppe, als Buch- und Theaterautorin, Zeitungskolumnistin oder Radiomoderatorin war die selbst ernannte ÜEBERMUTTER eines dreijährigen Sohnes und engagierte Szeneaktivistin in der jüngeren Vergangenheit eher hinter den Kulissen aktiv, um mit ihrem Debüt „Unheil!“ nun wieder ins Scheinwerferlicht zurück zu kehren.

„Die Inspiration zur Gründung von ÜEBERMUTTER war ein Editorial in `Die Zeit`, in dem behauptet wurde, die Emanzipation hätte der Frau nicht nur Vorteile gebracht! Unglaublich! Ich bin plötzlich wieder wütend auf Dinge, von denen ich schon zu Zeiten von Lucilectric dachte, sie wäeren schon lange ausdiskutiert! Von einem Tag auf den anderen werden heute plötzlich wieder Worte wie Emanzipation oder Patriarchat benutzt... Eigentlich setze ich in ÜEBERMUTTER als logische Konsequenz nur das fort, was ich vor 15 Jahren mit Lucilectric angefangen habe!“

Ob mit dem selbst erklärenden Opener „Mädchen Teil Zwo“, der massiv nach vorne rockenden ersten Single-Auskopplung „Heim und Herd“ oder der sehnsüchtig hinterfragenden Metal-Ballade „Wein` mir ein Meer“ testen ÜEBERMUTTER Grenzen aus, die eigenen genau so wie die ihres Publikums sämtlicher Altersklassen. Und ohne Rücksicht auf Verluste, wenn es um heiße gesellschaftliche Eisen wie (sexuelle) Freiheit und die Gleichberechtigung zwischen allen Rassen, Religionen, Geschlechtern und Lebensidealen geht. Immer aber mit einem verschmitzten Lächeln unter der vordergründigen Kriegsbemalung. Wer ÜEBERMUTTER richtig verstehen will, der muss nur Luci van Org aufmerksam zu hören.

„Die Ausgangsfrage war: Wie weit muss ich gehen, um Dich zum Nachdenken zu reizen? Wie plakativ muss ich werden? Natürlich ist das ganze Album mit einer gigantischen Portion Humor und Sarkasmus zu betrachten – ein Songtext wie `Gebährmaschine` muss ganz einfach ironisch gemeint sein und steht in der gleichen Tradition wie zum Beispiel `Der Mussolini` von DAF! Der Titeltrack ist wiederum von den Lyrics her im Kern ein ganz klarer Anti-Totalirismus-Song“, nichts desto trotz mit klar definierten Feindbildern.

„Im Endeffekt ist es doch vöellig egal, wer welche Moralvorstellungen hat oder wer wen vöegelt – die Hauptsache ist, dass die Leute aufeinander acht geben! Mein erklärtes Feindbild sind Leute wie Roger Cicero, der ein völlig überholtes Frauenbild des 50er Jahre-Frauchen-Miefs transportiert und all diese verkackten Typen, die für Barbara Schöneberger Fake-Emanzipations-Platten texten! Das macht mich wirklich wütend. Mit `Unheil!` erklären wir diesen Leuten definitiv den Krieg!“

Und das noch dazu auf extrem rockige Art. ÜEBERMUTTER - eine Frau, ein Wort. Und zudem ein Album, das dringend nötig war!

(Quelle: Alexandra Doerrie, Another Dimension, 22.1.2008)


FORMAT: CD


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